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13.04.2017

Ertrag gesucht: Evangelische Bank investiert mit PwC Legal in Kreditportfolio

Die Evangelische Bank (EB) aus Kassel übernimmt die Mehrheit an einem österreichischen Kreditportfolio. Dessen Wert belief sich Ende 2016 auf 224 Millionen Euro. Der Verkäufer blieb ungenannt.

Lukas Röper

Lukas Röper

Im vergangenen Geschäftsjahr hatten sich für das kirchliche Finanzinstitut aufgrund der niedrigen Zinsen kaum Chancen ergeben, mit eigenen Geldanlagen das Ergebnis zu verbessern. Die Zinserträge waren um elf Prozent gesunken. Für 2016 wies die Bank eine Bilanzsumme von 7,1 Milliarden Euro aus. Der Überschuss belief sich auf gut zehn Millionen Euro und blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Die EB betreut an 14 Standorten rund 72.000 private und 19.000 institutionelle Kunden, darunter vor allem kirchliche und freie Träger der Wohlfahrtspflege und Sozialwirtschaft sowie Kirchengemeinden. Sie gehört zu den zehn größten Genossenschaftsbanken in Deutschland und beschäftigt 480 Mitarbeiter. Die Bank enstand im Sommer 2014, als sich die Evangelische Kreditgenossenschaft und die Evangelische Darlehnsgenossenschaft zusammenschlossen.

Berater Evangelische Bank
PwC Legal (Frankfurt): Denis Bacina, Dr. Dirk Stiller (beide Federführung, beide Corporate/M&A), Moritz Gröning (Berlin), Dr. Georg Queisner, Dr. Friedrich Hausmann (beide Berlin; beide Beihilferecht), Dr. Ralf Braunagel (Stuttgart), Christian Schubert (München; beide Steuern); Associate: Joy Neugebauer (Banking & Finance)
Oehner (Wien): Dr. Lukas Röper (Banking & Finance), Dr. Christian Öhner (Corporate/M&A); Associates: Dr. Matthias Trummer, Judith Reichetseder (beide Corporate/M&A), Dr. Axel Thoß (Zivilrecht), Jakob Weinrich (Banking & Finance; Rechtsanwaltsanwärter)

Berater Verkäufer
keine Angaben

Hintergrund: PwC Legal erlangte erstmals ein Mandat der Evangelischen Bank. Diese hatte zuvor ausschließlich den Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsarm der Big-4-Gesellschaft mandatiert.

In Österreich arbeitete PwC Legal mit der Kanzlei Oehner zusammen, die im Sommer 2016 als Kooperationspartner der deutschen PwC-Rechtsberatungseinheit entstand. Die Kanzlei gewann in den vergangenen Monaten etliche Anwälte hinzu. Der prominenteste Zugang war Lukas Röper. Der ehemalige Rechtsabteilungsleiter der Sberbank Europe stieß im Februar dazu. Bereits im Herbst war Matthias Trummer aus eigener Kanzlei zu Oehner gekommen.

Nach JUVE-Informationen wickelte das verkaufende Finanzinstitut die Transaktion weitgehend über die eigene Rechtsabteilung ab. (Raphael Arnold)