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19.05.2017

Einstieg in Österreich: RAG-Stiftung-Beteiligungsgesellschaft kauft sich mit CMS bei GAW ein

Die deutsche RAG-Stiftung erwirbt über ihre Beteiligungsgesellschaft 25 Prozent am österreichischen Maschinen- und Anlagenbauer GAW. Über Beteiligungen wie diese finanziert die Stiftung der ehemaligen Ruhrkohle AG die Abwicklung des deutschen Steinkohlebergbaus. Bei der Bundeswettbewerbsbehörde endet die Antragsfrist für eine kartellrechtliche Prüfung im Juni.

Clemens Grossmayer

Clemens Grossmayer

Die GAW-Gruppe umfasst 27 Unternehmen aus dem industriellen Anlagen- und Maschinenbau, die weltweit mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von rund 102 Millionen Euro erwirtschaften. Das 1951 gegründete Unternehmen wird von den Grazer Brüdern Jochen und Jörg Pildner-Steinburg geführt und war bislang zu 100 Prozent in Familienbesitz. Die GAW Beteiligungsgesellschaft, über die der Anteilsverkauf läuft, wurde erst Ende 2016 gegründet.

Die Essener RAG-Stiftung investiert über verschiedene Beteiligungsgesellschaften unter anderem in Unternehmen, um die Finanzierung der so genannten Ewigkeitskosten und die Bildungsförderung an den ehemaligen Bergbaustandorten zu sichern. Allein die Kosten für Grubenwasserhaltung, Grundwasserreinigung und Poldermaßnahmen, die nach der Schließung der letzten Standorte 2018 anfallen, sollen bei rund 220 Millionen Euro im Jahr liegen. Mit dem Einstieg bei GAW investiert die RAG erstmals auf dem österreichischen Markt.

2015 belief sich das Anlagevermögen der RAG-Stiftung auf gut 4,5 Milliarden Euro, mehr als 334 Millionen stellte sie zur Finanzierung der Ewigkeitslasten zurück. Vorstandsvorsitzender ist der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Dr. Werner Müller. 

Berater RAG-Stiftung-Beteiligungsgesellschaft (RSBG)
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Dr. Clemens Grossmayer (Federführung; M&A) – aus dem Markt bekannt
Warth & Klein Grant Thornton (Düsseldorf): Martin Festerling (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Essen): Dr. Jan Gudlick (Leiter Recht)

Berater GAW
Scherbaum Seebacher (Graz): Helmut Schmidt (M&A), Florian Thelen (Gesellschafts- und Kartellrecht; beide Federführung)
Schwarz Kallinger Zwettler (Steyr): Prof. Dr. Reinhard Schwarz (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die RSBG arbeitete in Deutschland bereits mehrfach mit CMS Hasche Sigle zusammen. Zuletzt übernahm sie mit Hilfe des Kölner CMS-Büros den Ingenieurdienstleister Dorsch. Die Anwälte von CMS Reich-Rohrwig Hainz in Wien mandatierte die Stiftung jetzt zum ersten Mal. Mit Warth & Klein arbeitet sie regelmäßig in steuerrechtlichen Fragen zusammen: So beriet Festerling die Stiftung beispielsweise beim Qvest-Media-Deal oder bei der Dorsch-Übernahme.

Auf Verkäuferseite kam die Kanzlei Scherbaum Seebacher über eine Empfehlung ins Mandat. In Steuerfragen griff der Grazer Anlagen- und Maschinenbauer auf zwei Einheiten zurück: die Steyrer Kanzlei Schwarz Kallinger Zwettler und Deloitte. (Annette Kamps)