Beraterhaftung: UMS United Medical Systems prüft mit Luther Regressansprüche gegen Steuerberater
Das Medizinunternehmen UMS United Medical Systems prüft Regressansprüche gegen ihre steuerlichen Berater. Es geht um Dividenden für die Geschäftsjahre 2009 und 2010. UMS hatte auf Anraten ihrer Berater von den Ausschüttungen Kapitalertragsteuer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt – zu Unrecht, wie sich schließlich herausstellte.
Philip Dohse
Konkret geht es um Dividendenausschüttungen in Höhe von gut 1,5 Millionen Euro für 2009 und gut 2,4 Millionen Euro für 2010. Von diesen Dividenden hatte UMS für die Aktionäre die 25-prozentige Kapitalertragsteuer plus den darauf entfallenden Solidaritätszuschlag an den Fiskus abgeführt. Nachträglich stellte sich heraus, dass der Steuerabzug zu Unrecht erfolgte. Denn die Ausschüttungen stammten aus dem steuerlichen Einlagekonto des Unternehmens.
Damit steht den Aktionären zusätzlich zu den bereits ausgezahlten Dividenden noch ein weiterer Betrag zu. Je nach steuerlicher Situation der einzelnen Aktionäre kann dieser Betrag variieren. Insgesamt können sich die Nachzahlungen nach Auskunft des Unternehmens auf bis zu 835.000 Euro summieren. Die Regressansprüche gegen die Steuerberater könnten damit auf eine ähnlichen Betrag hinauslaufen, plus der Zusatzkosten, die dem Unternehmen wegen der Korrektur des Fehlers entstehen.
Um welche Steuerberatungskanzlei es sich handelt, ist nicht bekannt.
Berater UMS United Medical Systems
Luther (Hamburg): Dr. Philip Dohse (Federführung); Associates: Dr. Alexander Moennig (Versicherungsrecht), Antje Faaß (Steuerrecht)
Inhouse (Hamburg): Christian Möller (Leiter Finanzen und Controlling)
Hintergrund: Die Mandatsbeziehung zwischen Luther und UMS stammt aus dem Kontakt zwischen Dohse und Christian Möller, der bei UMS das Finanzressort leitet. Zuvor war Möller lange Zeit bei der Procon Multimedia AG tätig, die sich ebenfalls von Luther beraten ließ.
UMS greift neben Luther auf verschiedene Kanzleien zurück. Jüngst war wegen der Durchführung eines öffentlichen Aktienrückkaufangebots Voigt Wunsch Holler mandatiert. UMS ist eine noch relativ junge Aktiengesellschaft, die 2001 an die Börse strebte. Den IPO beriet damals der Huth Dietrich Hahn-Partner Georg Wittuhn. (Volker Votsmeier)