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11.12.2014

Einigung gescheitert: Görg-Partner verwaltet geschassten Filialbetreiber von Burger King

Der geschasste und größte deutsche Franchiser von Burger King ist insolvent. Die Burger King GmbH der umstrittenen Holding Yi-Ko von Alexander Kolobov wandte sich an das Amtsgericht Stade. Dieses setzte Marc Odebrecht aus dem Hamburger Büro von Görg als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Kurz vor dem Insolvenzantrag waren außergerichtliche Verhandlungen zwischen dem US-Konzern Burger King und dem gekündigten Franchiser gescheitert.

Marc Odebrecht

Marc Odebrecht

Nach JUVE-Recherchen hatten Burger King und Kolobov auch Gespräche mit weiteren Investoren geführt und sich bereits auf einen gemeinsamen Investor geeinigt – ein Family Office, an dessen Seite eine namhafte deutsche Kanzlei gewesen sein soll. Nach den gescheiterten Gesprächen sind bundesweit 89 Restaurants mit rund 3.000 Mitarbeitern von der Insolvenz betroffen. Verwalter Odebrecht will sich umgehend um die Gehälter der Beschäftigten kümmern.

Vor rund drei Wochen hatte Burger King die Franchiseverträge mit Yi-Ko mit sofortiger Wirkung gekündigt und eine einstweilige Verfügung durchgesetzt. Yi-Ko ist die Muttergesellschaft der nun insolventen Burger King GmbH und legte zwar Widerspruch ein. Die Filialen musste sie wenige Tage nach der Kündigung dennoch vorerst schließen. Der letzte Termin vor dem Landgericht München wurde vor dem Hintergrund der außergerichtlichen Verhandlungen ausgesetzt.

Hinter Yi-Ko standen bis vor Kurzem zu gleichen Anteilen Ergün Yildiz und Alexander Kolobov. Im Laufe der Streitigkeit wurde bekannt, dass Kolobov die Anteile von Yildiz übernommen hat. Der US-Konzern Burger King hatte seine deutsche Tochter mit den letzten hier selbst betriebenen Restaurants Mitte 2013 an Yi-Ko verkauft. Auslöser des späteren Streits zwischen Burger King und seinem Franchiser war ein Bericht des Fernsehsenders RTL über Hygienemängel.

Berater Kolobov/Yi-Ko
Graf von Westphalen (Hamburg): Dr. Dominik Ziegenhahn (Federführung), Dr. Malte Hiort (beide Corporate/M&A), Dr. Walter Scheuerl (Medienrecht)

Dominik Ziegenhahn

Dominik Ziegenhahn

Burger King GmbH (Tochtergesellschaft von Yi-Ko)
Graf von Westphalen (Hamburg): Dr. Raimond Emde; Associates: Dr. Maren Mönchmeyer, Sarah Grigo (alle Prozessrecht)
Wellensiek (Frankfurt): Dr. Lorenzo Matthaei, Stephan Strumpf (beide Insolvenz-/Gesellschaftsrecht)
Rödl & Partner (Köln): Tillmann Peeters (betriebswirtschaftliche Beratung/Insolvenzrecht)

Berater Burger King Deutschland
CMS Hasche Sigle (München): Dr. Anne Meckbach (Gesellschafts-/Franchiserecht), Peter Endres (Franchiserecht), Dr. Martin Kolbinger (Gesellschaftsrecht), Dr. Rolf Leithaus (Insolvenzrecht)

Hintergrund: Graf von Westphalen berät Yi-Ko und Kolobov bereits seit dem Kauf der Filialen, unter anderem auch intensiv zu den Streitigkeiten mit dem Lizenzgeber aus den USA. Zuletzt kam Wellensiek hinzu, die die Geschäftsführung beim Insolvenzantrag unterstützte und in Sanierungsfragen beriet. Das Rödl-Team um Peeters umfasste auch den Münchner Wirtschaftsprüfer Stefan Ruff für die Transaktionsberatung sowie die Associates Sebastian Wilde und Ludwig Stern.

Insolvenzverwalter Odebrecht ist seit Jahresbeginn 2013 bei Görg tätig. Er gehörte seinerzeit einem größeren Team von Brinkmann-Anwälten an, die sich der Kanzlei anschlossen und das Görg-Büro in Hamburg eröffneten. Odebrecht wird regelmäßig als Verwalter an Gerichten in Nord- und Nordostdeutschland bestellt, unter anderem begleitete er vor einigen Jahren die Insolvenz der Wadan Werften.

Burger King hatte beim Verkauf der Restaurants an Yi-Ko 2013 bereits ein Team um Kolbinger von CMS mandatiert und die Kanzlei dann auch in den Streitfall eingebunden. (Parissa Kerkhoff)