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28.04.2015

Media-Saturn: Kellerhals scheitert mit Gleiss bei Abberufung von Geschäftsführer Haas

Im Streit um die Vorherrschaft bei Media-Saturn ist dem Handelskonzern Metro ein Etappensieg geglückt. Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals scheiterte vergangene Woche vor dem Landgericht Ingolstadt mit dem Versuch, den Media-Saturn-Geschäftsführer Pieter Haas abzuberufen.

Olaf Gärtner

Das Gericht sah keine relevanten Pflichtverstöße, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden. Gegen die Entscheidung kann Kellerhals allerdings noch in Berufung gehen.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte das Landgericht eine einstweilige Verfügung abgelehnt, mit der die Kellerhals-Gesellschaft Convergenta Haas die Geschäftsführertätigkeit untersagen wollte. Haas wurde vom Metro-Konzern in die Geschäftsführung von Media-Saturn entsandt, um die Neuausrichtung der Elektronikkette voranzutreiben. Da er selbst weiterhin auch Vorstand bei Metro ist, sah Kellerhals einen Interessenkonflikt und zog vor Gericht.

Vertreter Kellerhals/Convergenta
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Martin Schockenhoff (Federführung); Associates: Dr. Johannes Culmann – aus dem Markt bekannt

Vertreter Media-Saturn-Holding
Hogan Lovells (München): Olaf Gärtner, Dr. Michael Rose; Associates: Dr. Dominik Massing, Björn Handke, Julia Koch

Vertreter Pieter Haas
Keller Menz (München): Thomas Keller (Federführung), Sanjay Bakshi (Handels- und Gesellschaftsrecht), Dr. Christian Ley (Arbeitsrecht)

Vertreter Metro als Streithelfer
Bub Gauweiler & Partner (München): Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub, Franz Enderle, Dr. Stefanie Rabenau 

Landgericht Ingolstadt, Kammer für Handelssachen
Konrad Kliegl (Vorsitzender)

Hintergrund: Gleiss Lutz ist aufseiten von Kellerhals bereits in zahlreichen Verfahren tätig geworden, auch Hogan Lovells ist in den verschiedenen Verfahren stets für Media-Saturn engagiert. Geschäftsführer Haas mandatierte in dem Konflikt um seine Person Arbeitsrechtler Thomas Keller, der in München unter anderem für die Vertretung von Einzelvorständen in Verfahren bekannt ist. 

Metro vertraute früher Hengeler, die einen engen Kontakt zu dem Handelskonzern hat. Das Unternehmen wechselte aber 2011 zu Bub Gauweiler. Bei dem Versuch, 2014 eine gütlichen Einigung  zu erzielen, war Dr. Arndt Stengel in der gesellschaftsrechtlichen Hintergrundberatung tätig. Damals begleitete er den Streit noch unter dem Dach von Clifford Chance, vor wenigen Wochen wechselte er zu Milbank Tweed Hadley & McCloy. Aufseiten von Kellerhals waren bei dem Versuch einer Einigung die Noerr-Partner Dr. Gerald Reger und Dr. Dieter Schenk tätig. (Ulrike Barth)