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03.08.2017

Ausgebremst: Spielzeughersteller sichert sich mit Blaum Dettmers Ferraris Testarossa-Marke

Der italienische Autohersteller Ferrari muss die Löschung seiner Auto-Marke ‚Testarossa‘ hinnehmen. Das hat das Landgericht Düsseldorf gestern entschieden (Az. 2a O 166/16). Geklagt hatte der Nürnberger Spielzeughersteller Kurt Hesse. Ferrari kann gegen die Entscheidung aber noch in Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf gehen.

Mario Krogmann

Mario Krogmann

Das nicht nur aus der Kultserie Miami Vice bekannte Ferrari-Modell ‚Testarossa‘ gehört zu den bekanntesten Marken des Autoherstellers. Dieser hatte die Produktion jedoch bereits vor 21 Jahren eingestellt. Der neue Markeninhaber von ‚Testarossa‘ ist nun Kurt Hesse: Der Nürnberger Unternehmer ist Vorsitzender der Spielzeugfirma Autec und hatte sich die Rechte an der Marke gesichert.

Dagegen hatte Ferrari Widerspruch beim Deutschen und Europäischen Markenamt eingelegt. Daraufhin stellte Hesse einen Antrag auf Löschung der alten ‚Testarossa‘-Marke und bekam nun vom LG Düsseldorf Recht. Grund für die Löschung ist, dass Ferrari die Marke nicht mehr ausreichend genutzt hatte. Grundsätzlich gilt, dass für den Fortbestand von Markenrechten diese auch genutzt werden muss. Das war bei ‚Testarossa‘ nicht der Fall, so das LG Düsseldorf.

Medienberichten zufolge will Hesse den Namen Testarossa in der Zukunft unter anderem für Fahrräder, E-Bikes und Rasierer benutzen.

Vertreter Kurt Hesse
Blaum Dettmers Rabstein (Hamburg): Dr. Mario Krogmann (Markenrecht)

Vertreter Ferrari
Rospatt Osten Pross (Düsseldorf): Dr. Rüdiger Pansch (Markenrecht) – aus dem Markt bekannt

Landgericht Düsseldorf, Zivilkammer 2a
Dr. Susanne Fudickar (Vorsitzende Richterin)

Hintergrund: Hesse klagte im eigenen Namen gegen Ferrari. Mit dem Hamburger Blaum Dettmers-Partner Krogmann setzt er auf einen vertrauten Berater. Dieser ist bereits seit einigen Jahren für Hesse und Autec tätig.

Soweit bekannt, vertritt die angesehene Düsseldorfer IP-Prozesskanzlei Rospatt Ferrari schon seit einiger Zeit, auch in Designverletzungen. Öffentlich bekannt ist etwa, dass sie ihrer Mandantin auch 2014 in einem Markenstreit gegen Kik vor dem Düsseldorfer Landgericht beistand. (Helena Hauser)