Linz

(Stand 25. August 2017)

Worum geht’s?

  • Generationswechsel bestimmt die Kanzleilandschaft
  • Neugründung lenkt blickt auf Vergütungsmodelle
  • Wiener Kanzleien suchen Geschäft vor Ort

 

Es tut sich einiges im oberösterreichischen Anwaltsmarkt. Bevorstehende Generationswechsel und Neuformierungen prägen die Kanzleilandschaft. Dabei zeigt sich: Wer in der Nachwuchsarbeit in Linz die Nase vorn hat, schafft es auch, den Markt zu beeindrucken.

Es ist was los in Linz. Lange galt der Anwaltsmarkt in Oberösterreich als wenig dynamisch, doch inzwischen zeichnet sich Bewegung ab. Dies geschieht mehr oder weniger von ganz allein, denn viele Kanzleien befinden sich mitten im altersbedingten Umbruch.

Ein Vorzeigekandidat im Hinblick auf die äußerst erfolgreiche Verjüngung der Partnerschaft mit Nachwuchs aus den eigenen Reihen ist Haslinger Nagele & Partner. Der zur Marktspitze gehörenden Linzer Kanzlei gelingt es bemerkenswert gut, junge Juristen in verantwortliche Positionen zu bringen, sodass sie die renommierten Senior-Partner langsam ablösen. Und das alles ohne schmerzliche Abgänge oder die Notwendigkeit von Restrukturierungsmaßnahmen.

Vergütungsmodelle hinterfragen

Ganz im Gegensatz zu ihrer direkten Wettbewerberin SCWP Schindhelm: Sie musste in Linz den Abgang von vier Partnern aus dem Mittelbau verkraften. Unter Denkmair Hutterer Hüttner Waldl machten sich die Abgänger selbstständig. Zwar kann SCWP Schindhelm den personellen Aderlass verschmerzen, allerdings könnte sie es zum Anlass nehmen, um etablierte Strukturen zu überdenken. So beurteilen Marktbegleiter die Partnerstruktur und das Vergütungsmodell der Kanzlei weniger vorteilhaft als das ihrer direkten Konkurrentin Haslinger Nagele & Partner. Letztere setzt zudem auf ein klassisches Lockstep-System, um die spezialisierte Beratung zu fördern.

Weniger geschmeidig gelingt der Übergang auf die nächste Generation auch der Traditionskanzlei Wildmoser Koch & Partner. Mit äußerst prominenten älteren Partnern in ihren Reihen tun sich die Jüngeren schwer, ein ähnliches Standing zu erlangen. Dennoch straffte die Kanzlei intern die Strukturen und ernannte zwei Anwälte zu Partnern.

Neu formiert hat sich Lughofer Moser & Partner. Sie ist aus dem Zusammenschluss der Linzer Einheit Lughofer mit der Trauner Kanzlei Jazosch Moser entstanden. Die neue Kanzlei ist damit in Öberösterreich an zwei Standorten vertreten und deckt neben der inhaltlich breiten Beratung, die Lughofer ohnehin schon anbot, nun zusätzlich das Strafrecht ab.

Raus aufs Land

Bewegung gibt es in Linz auch immer wieder durch Interaktion mit dem Wiener Markt. Zuletzt wagte Aigner den Schritt von der Bundeshauptstadt nach Oberösterreich. Die noch junge Kanzlei hat sich mit einem ehemaligen Wildmoser-Koch-Anwalt in Linz niedergelassen.

Schon länger vor Ort ist dagegen die Wiener Kanzlei Herbst Kinsky. Ihre positive Entwicklung zeigt, dass sich ein Engagement in Oberösterreich für Wiener Kanzleien durchaus rechnen kann.