Kärnten

(Stand: 10. Januar 2019)

Worum geht’s?

Glossar

  • Hypo, Heta und kein Ende
  • Generalisten beherrschen den Klagenfurter Markt
  • Wiener und Grazer Kanzleien suchen Geschäft vor Ort

 

In kaum einem anderen Bundesland gab es so viele Skandale aufzuarbeiten wie in Kärnten. Ob die Untreueprozesse gegen ehemalige Vorstände der Hypo Alpe Adria oder die falschen Gutachten in der Causa Seenkauf, die das Land mindestens 12 Millionen Euro gekostet haben – zum Teil jahrzehntelang andauernde Verfahren sorgten in vielen Kanzleien für volle Auftragsbücher.

Langjährige Prozesse und umstrittene Transaktionen

Vor allem an einem Anwalt kam kaum jemand vorbei: Dr. Gernot Murko, Partner bei Murko Bauer Murko Klatzer und zugleich auch Präsident der Kärntner Rechtsanwaltskammer. Er bewahrte nicht nur die Raiffeisen-Bezirksbank Klagenfurt in zwei Musterprozessen vor millionenschweren Klagen der geschädigten AvW-Anleger, im Frühjahr 2018 erwirkte er zudem Freisprüche für den ehemaligen Hypo-Vorstandsvorsitzenden Frank Pinkl und den zunächst wegen Untreue verurteilten Ex-Hypo-Anwalt Dr. Alexander Klaus.

Wiedenbauer Mutz Winkler & Partner hingegen gehört auch ganz ohne aufsehenerregende Rechtsstreitigkeiten zu den führenden Einheiten des auf Klagenfurt konzentrierten Kärntner Anwaltsmarktes. Sie machte im vergangenen Jahr insbesondere durch verkehrspolitisch umstrittene Großprojekte wie die Teilprivatisierung des Klagenfurter Flughafens sowie die Ausgliederung des ÖPNV auf sich aufmerksam. Sowohl in Transaktionen als auch in der Prozessvertretung konnte zuletzt der dritte Klagenfurter Platzhirsch, AHP Rechtsanwälte, punkten. Sie stand der Heta beim konfliktreichen Verkauf ihrer Anteile an den Nassfeld-Bergbahnen zur Seite und war an der größten Kärntner Immobilientransaktion des Jahres beteiligt: Michael Pontasch-Müller beriet Lago Immobilien beim Kauf des Palais Sterneck.

Nischengeschäft für Spezialisten

Neben den etablierten Playern gewann zuletzt die vor allem in Graz anerkannte Kanzlei Held Berdnik Astner & Partner in Klagenfurt an Profil. Sie konnte Anfang 2018 den anerkannten Arbeitsrechtler Michael Wohlgemuth gewinnen, der mit Infineon einen der größten Arbeitgeber der Region als Mandanten mitbrachte. Dass die Region nicht nur von ihrer Forschungs- und Technologiestärke profitiert, sondern auch beim Einsatz erneuerbarer Energien vorne liegt, nahm Eisenberger & Herzog 2016 zum Anlass, ein auf Öffentliches Recht spezialisiertes Büro in Klagenfurt zu eröffnen.

 

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