Salzburg

(Stand: 10. Januar 2019)

Worum geht’s?

Glossar

  • Kanzleien suchen Wachstum in der Spezialisierung  
  • Finanzskandal: Gerichte sind gefragt
  • Abgasverfahren sorgen bei PEHB für hohe Auslastung

 

Zwei große Auseinandersetzungen warfen in den vergangenen beiden Jahren ein Schlaglicht auf Salzburg: Der Finanzskandal um risikoreiche Investitionen, die einen Schaden von 531 Millionen Euro auslösten. Und die Abgasmanipulationen bei Diesel-Pkw, denn die Generalimporteure der deutschen Autobauer sitzen in der Mozartstadt, darunter auch die für Volkswagen tätige Porsche Holding.

Strafverfahren laufen weiter

Im Salzburger Finanzskandal schloss das Land 2017 mit der letzten von 16 beteiligten Banken einen Vergleich. Seither ist die Causa vor allem eine strafrechtliche Angelegenheit. An Anwaltskosten liefen mehr als eine Million Euro auf, berichteten die Salzburger Nachrichten im September 2017. Darunter fallen Kosten für die Verteidiger des ehemaligen Bürgermeisters Heinz Schaden sowie der städtischen Magistrats- und Finanzdirektoren. Sie verlassen sich als Verteidiger auf Anwälte der Kanzleien Prof. Haslinger und Partner, Urbanek Lind Schmied Reisch und Benn-Ibler.

Hervorragend entwickelt

Die Prozesse um die Abgasmanipulationen bei VW sind dagegen fest in der Hand von Pressl Endl Heinrich Bamberger (PEHB) und sorgen dort für eine Sonderkonjunktur. Denn PEHB ist für die Porsche Holding sowie alle Vertriebs- und Servicepartner von VW, Audi, Seat und Škoda in weit über 100 Klagen von Kunden mit Diesel-Pkws tätig. Dafür hat sie ein Team von fünf Rechtsanwälten und fünf Konzipienten um die Partner Dr. Robert und Dr. Michael Pressl geschart, das sich eng mit Freshfields Bruckhaus Deringer in Deutschland und Wien abstimmt.

Unumwunden räumen Wettbewerber ein, dass sich PEHB in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt hat. Ihren Wachstumskurs setzt die Kanzlei fort: Anfang 2018 ernannte sie fünf Junior-Partner und verdoppelte so die Gesellschafterzahl. Zudem verlegte sie ihr Büro in Wien in die Operngasse.

Wachstum im Blick

Zumtobel Kronberger sucht dagegen weiteres Wachstum mit einem regionalen Büro: Sie plant, im westlichen Oberösterreich einen zweiten Standort zu eröffnen, um die Unternehmen dort vor Ort zu begleiten. Fachlich baut die Einheit ihr Beratungsspektrum mit jüngeren Anwälten aus, die sich auf Anlegerschutz im Kapitalmarktrecht und Datenschutzrecht spezialisieren. Damit geht sie gezielt Wachstumsfelder an und richtet sich breiter aus, als das mit den drei Partnern aktuell der Fall ist. Zumtobel Kronberger ist also ein Beispiel, dass sich eine fachliche Spezialisierung in Salzburg durchaus lohnen kann.

Das zeigt sich auch am Beispiel des Büros der Umwelt- und Planungsrechtsboutique Niederhuber & Partner oder des Vergaberechtsspezialisten Dr. Philipp Götzl, dessen Renommee über das Bundesland hinausreicht. Für den Anwaltsmarkt ist das ein gutes Zeichen, denn es belegt, dass die Berater auch im überregionalen Wettbewerb bestehen können.

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