Tirol und Vorarlberg

(Stand: 10. Januar 2019)

Worum geht’s?

Glossar

  • Tirol: Kanzleien buhlen um die bedeutenden Mandate  
  • Enge Kontakte nach Deutschland und Italien notwendig
  • Vorarlberg: Kanzleien steht Generationswechsel bevor

 

Innsbruck ist für Wirtschaftsanwälte ein schwieriges Pflaster. Gleich ein halbes Dutzend Kanzleien buhlen um die bedeutenden Mandate. Auch der Beratermarkt in Vorarlberg ist speziell: Im ‚Ländle‘ setzen viele der mittelständischen Unternehmen auf einen Mix aus lokalen, Wiener und internationalen Anwälten.

Auf strategischen Ausbau gepolt

In Tirol ist der Dienstleistungssektor mit Abstand die wichtigste Branche, dort tummeln sich vier Fünftel der Unternehmen. Gerade im Teilsegment Tourismus herrscht jedoch nicht eitel Sonnenschein. Die Preise sind seit Jahren unter Druck, das macht vielen Hotels zu schaffen. Dem steht ein Industriesektor gegenüber, der mit wenigen Firmen ein Drittel der Unternehmensumsätze erwirtschaftet und ein Viertel der Angestellten auf sich vereinigt. Dieses Umfeld veranlasst die bedeutenden Wirtschaftskanzleien in Innsbruck, sehr unterschiedliche Strategien zu verfolgen. Auf strategischen Ausbau ist derzeit vor allem Czernich Haidlen Guggenberger gepolt: Sie will weiterhin ihre bisherige Sprechstelle in Wien zu einem vollwertigen Büro ausbauen. Als eine der wenigen in Österreich ist die Kanzlei auch mit einem Büro in Italien vertreten, in Bozen sind zwei Anwälte und zwei Rechtsanwaltsanwärter für sie tätig. Ein gutes Beispiel für ein Mandat mit Italienbezug war zuletzt der Verkauf der dortigen Tochter von Goldbet Sportwetten.

Marktführer in der Nische

In Vorarlberg übertreffen die wirtschaftlichen Kennzahlen seit Jahren die der anderen Bundesländer. Die beeindruckende Stärke liegt unter anderem in der mittelständischen Struktur der Industrieunternehmen begründet: In vielen haben die Gesellschafter das Sagen, sie treiben die in Nischen oft marktführende Stellung ihrer Unternehmen voran. Und der Exportanteil ist sehr hoch. Beide Strukturelemente wirken sich unmittelbar auf den regionalen Anwaltsmarkt aus: Wenn Know-how in ausgewiesene Spezialgebieten nötig ist, kommen regelmäßig Anwälte von außerhalb zum Zug. So spielten beim Verkauf des kriselnden Wäschespezialisten Wolford Wiener Anwälte ganz vorne mit. Für die Vorarlberger Anwälte dreht sich das Geschäft vor allem um die Unternehmer und ihre Gesellschaften vor Ort.

Generationswechsel steht an

Folglich lautet das Credo von Dr. Viktor Thurnher, Namenspartner bei der Kanzlei Thurnher Wittwer Pfefferkorn: „Wir sind eine mittelständische Kanzlei für den Mittelstand.“ Seine Kanzlei ist eine der personalstärksten in Vorarlberg und versteht sich als direkter Konkurrent zu den Wiener Einheiten. TWP pflegt die wichtigen Kontakte nach Deutschland unter anderem über ihren Partner Dr. Alexander Wittwer, der dort als Rechtsanwalt zugelassen ist. Mit diesem Ansatz entwickelte sich die Kanzlei in den vergangenen Jahren sehr gut. Auch für weitere Berater bietet der Vorarlberger Markt durchaus Chancen. Denn in den kommenden fünf bis zehn Jahren steht in etlichen Kanzleien ein Generationswechsel ins Haus.

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