Immobilienwirtschafts- und Baurecht

(Stand: 22. Mai 2019)

Worum geht's

  • Forward-Deals nehmen weiter zu
  • Verschiebung an der Marktspitze
  • Alternative Sektoren auf dem Vormarsch

 

Gleich mehrere Kanzleien sind im Immobilien- und Baurecht vermehrt in den Vordergrund getreten. Bei einem anhaltend boomenden Markt mit knapp vier Milliarden Euro Investitionsvolumen alleine im Jahr 2018 gab es viel Raum, sich zu entwickeln. Zu den aktuell präsentesten Kanzleien im Immobilienrecht zählt Arnold – vor allem wegen ihrer umtriebigen Mandantin Signa. Aber auch Dorda, Schönherr und Vavrovsky Heine Marth legten an Präsenz zu.

Nachfrage nach Immobilienanlagen ungebrochen hoch

Mit einem Transaktionsvolumen von 3,95 Milliarden Euro war 2018 laut Immobiliendienstleister CBRE das zweitstärkste Jahr am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt seit Aufzeichnungsbeginn. Dass die Vorjahresmarke von 4,7 Milliarden Euro zuletzt nicht erreicht werden konnte, lag unter anderem daran, dass nicht genügend Bestandsobjekte vorhanden waren. Die Investoren sind nach wie vor händeringend auf der Suche nach passenden Anlagemöglichkeiten. Aus diesem Grund nimmt auch die Zahl der Forward-Deals weiter zu. Ob in einer Forward-Purchase- oder Forward-Fund-Struktur ist abhängig von der Strategie der Käufer. Die Projektankäufe erfolgen dabei immer öfter bereits in einem sehr frühen Stadium: So sei noch vor einigen Jahren ein Forward-Deal rund zwölf Monate vor Fertigstellung abgewickelt worden, inzwischen werden Objekte auch zwei oder sogar zweieinhalb Jahre zuvor schon verkauft, so die Experten des Immobiliendienstleisters.

Vor allem Wohn- und Büroimmobilien waren 2018 stark nachgefragt, jeweils 30 Prozent des Transaktionsvolumens wurden darin investiert und 29 Prozent in Einzelhandelsimmobilien. Insbesondere deutsche Anleger interessieren sich laut CBRE zunehmend für Wohnimmobilien.

Insgesamt gingen 29 Prozent aller Transaktionen in Österreich im Vorjahr auf das Konto deutscher Investoren, 16 Prozent der Käufer kamen aus anderen Ländern. Im Unterschied zu 2017, als ausländische Investoren in der Überzahl waren, sind heuer mit 56 Prozent wieder vermehrt inländische Käufer zum Zug gekommen. Auch das führen die Experten auf fehlende Produkte für internationale Anlagestrategien zurück.

Große Transaktionen bestimmen den Markt

Neben Arnold, die für ihre Stammmandantin Signa so viele Transaktionen stemmt wie derzeit kein anderer Player, ist vor allem Schönherr im Immobilientransaktionsgeschäft sehr sichtbar. Der größte Deal war dabei 2018 die Übernahme der Möbelkette Kika/Leiner samt Immobilienbestand, an dem beide Kanzleien beteiligt waren (Ausgewählte Immobilientransaktionen in Österreich). Auch durch ihre hohe Dealpräsenz hat Schönherr gegenüber ihrer Wettbewerberin Wolf Theiss an Boden gewonnen. Letztere steht zudem durch den anstehenden Generationswechsel vor einer internen Herausforderung, die auch Auswirkungen auf ihre Marktgeltung hat.

Darüber hinaus hat Vavrovsky Heine Marth zuletzt deutlich an Präsenz gewonnen. Verantwortlich dafür ist vor allem der umtriebige Partner Dr. Christian Marth. Ein Beleg dafür ist die Beratung der Buwog zur Übernahme des Projekts ,Marina Tower‘ gemeinsam mit IES, die auf SCWP Schindhelm setzte.

Vorstoß an die absolute Marktspitze gelungen

Weiterhin souverän an der Marktspitze hält sich Doralt Seist Csoklich, die etwa mit der Beratung der Wiener Städtischen Versicherung beim Kauf der Projektentwicklung ,The Brick‘ von Soravia Group in Erscheinung trat. Letztere vertraute beim Verkauf auf Wolf Theiss. Und auch Dorda konnte sich inzwischen an die absolute Marktspitze vorarbeiten, was sie einer tiefen Durchdringung des Marktes und dem regelmäßigen Gewinn neuer Mandanten zu verdanken hat.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2019 erwarten die Experten von CBRE, dass das Investitionsvolumen in Österreich und Europa nicht mehr stark steigen wird. Allerdings würden alternative Sektoren – etwa Studenten- oder Seniorenheime – weiter an Bedeutung gewinnen. Das zeigte sich bereits an Transaktionen wie dem Verkauf des Projekts ,Milestone‘, bei dem VHM der Käuferin Union Investment zur Seite stand. Und auch der Trend zum Co-Working dürfte anhalten.

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