ELEKTROMOBILITäT: VOLVO üBERNIMMT ANTEILE AN SCHWEIZER CMS-MANDANTIN DESIGNWERK

Die schwedische Volvo Group übernimmt 60 Prozent der Anteile am Schweizer Unternehmen Designwerk Technologies. Der Entwickler von modularen Hochleistungsbatterien und mobiler Ladetechnik für Elektrofahrzeuge bleibt weiterhin eigenständig. Der Vollzug der Transaktion wird für die nächsten Wochen erwartet. Über den Kaufpreis haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.

Die Investition ist Teil der Volvo-Unternehmensstrategie, klimaneutrale Transportlösungen in allen Produktsegmenten anzubieten. Denn mit der Übernahme der Anteile plant Volvo, ihr Portfolio von Zukunftstechnologien für die Elektromobilität weiter zu ergänzen und auszubauen.  

Klaus Jäger

Klaus Jäger

Die Designwerk Technologies AG hat ihren Sitz in Winterthur in der Schweiz. Das Unternehmen hat sich auf innovative Projekte und Produkte im Bereich der Elektromobilität spezialisiert. Als selbsternannte Denkfabrik der Elektromobilität verbindet Designwerk Technologies Ingenieursleistungen mit Industriedesign. Zu den Produkten zählen unter anderem vollelektrische Lastkraftwagen der Marke Futuricum, mobile Schnellladegeräte, modulare Batteriesysteme und mehr als 100 Elektromobilität-Projekte.

Berater Volvo
Vinge (Göteborg): Magnus Pauli – aus dem Markt bekannt
Pestalozzi (Zürich): Christoph Lang (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Göteborg): Rikard Bentelius (Leiter M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Designwerk Technologies
CMS Hasche Sigle (Köln): Klaus Jäger (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Dirk Smielick (IP), Dr. Dirk Baukholt (Frankfurt), Dr. Martin Friedberg (Steuerrecht; Düsseldorf); Associates: Matthias Engelen, Philipp Kunick, Laura Christin Stein, Roman Weistroffer (alle Corporate/M&A)
CMS Schweiz (Zürich): Dr. Stephan Werlen (Corporate/M&A), Dr. Simone Brauchbar Birkhäuser (IP/IT); Associates: Alexandra Stocker (Corporate/M&A); Paralegal Elena Gazke (IP)

Hintergrund: Designwerk setzte bei diesem Deal auf ein internationales CMS-Team um Lead-Partner Jäger. An Komplexität gewann die Transaktion wegen zusätzlicher Verhandlungen rund um den Ausstieg eines Investors, der Anteile an der Zielgesellschaft hielt. Der Kontakt zwischen CMS und Designwerk geht auf Adrian Melliger, CEO von Designwerk, zurück. Melliger war über ein Jahrzehnt Europachef von Swissport, die sich von CMS mehrfach beraten ließ.

Volvo vertraute bei der internationalen Transaktion der schwedischen Kanzlei Vinge. Für das Schweizer Recht zog sie die Züricher Kanzlei Pestalozzi hinzu.

Dem Vernehmen nach übernahm PwC für Volvo den steuerlichen Part, auf Verkäuferseite war BDO involviert. (Melanie Müller)

Im Prozess zur Pleite des Versandhändlers Neckermann vor fast neun Jahren hat das Landgericht Frankfurt die damaligen Manager und Aufsichtsräte von weiterer Haftung freigestellt. Die Richter wiesen Ansprüche der Insolvenzverwalter Dr. Michael Frege und Joachim Kühne zurück, die rund 19,8 Millionen Euro verlangten (Az. 2-21 O 182/17). Das Urteil ist nicht nur ein erster Befreiungsschlag für die damaligen Manager und Aufsichtsräte – sondern auch für deren frühere Beraterinnen, darunter Wellensiek und Luther.

Peter Burckhardt

Peter Burckhardt

Nach Auffassung des Gerichts haben die Manager im Mai 2012 zu Recht angenommen, dass es noch eine Möglichkeit zur Rettung des Traditionsunternehmens gab. Die umstrittenen Ausgaben bis zum Insolvenzantrag am 18. Juli 2012 seien daher nicht im Nachhinein zu beanstanden.

Die Kammer hat damit auch die ehemaligen Beraterinnen von Geschäftsführung und Aufsichtsrat von Haftungsansprüchen freigestellt: Wellensiek, Shearman & Sterling und Luther. Sie waren als Streitverkündete Teil des Verfahrens. „Die Geschäftsführer haben unter Inanspruchnahme sach- und fachkundiger Expertenhilfe auf die richtige Art und Weise ein plausibles Sanierungskonzept erarbeitet, welches mit sach- und fachkundiger Unterstützung laufend überprüft und angepasst wurde”, so das Gericht. Beigeladen war der D&O-Versicherer AIG.

Ehemalige Neckermann-Berater entlastet

Wellensiek, damals Beraterin der Geschäftsführung in Sanierungsfragen, reagierte entsprechend selbstbewusst: “Mit dem Urteil sind den Insolvenzverwaltern Grenzen aufgezeigt worden. Unbegründete und mit hohem Kostenaufwand verbundene Klagen gehen letztlich zu Lasten der Gläubiger“, sagte Wellensiek-Partner Alfred Hagebusch, damals federführender Partner für Sanierungsfragen. Shearman war für gesellschaftsrechtliche Themen und Luther für das Arbeitsrecht mandatiert.

Außerdem haben die Richter die Klage auch deswegen abgewiesen, weil die Ansprüche gegen die ehemalige Neckermann-Führungsetage verjährt seien. Offenbar waren dem Gericht die einzelnen Forderungen in der Klage zunächst nicht detailliert genug aufgeschlüsselt gewesen.

Rupert Bellinghausen

Rupert Bellinghausen

Die Insolvenzverwalter von CMS Hasche Sigle gehen in ihrer Klage davon aus, dass spätestens am 23. Mai 2012 die Insolvenz hätte angemeldet werden müssen. Damals hatte Neckermann-Eigentümerin Sun Capital ein Konzept der Gewerkschaft Verdi zur Fortführung abgelehnt und ihrerseits Bedingungen für eine weitere Finanzspritze gestellt.

Ganz unerwartet kam die Niederlage für die Klägerseite nicht: Das Gericht hatte schon zu Prozessbeginn 2019 anklingen lassen, dass es die Klage für wenig erfolgsversprechend hält. Die Insolvenzverwalter wollen nun die schriftlichen Urteilsgründe abwarten und dann mit den Gläubigergremien über mögliche weitere Schritte beraten.

Insolvenzverwaltung Neckermann
CMS Hasche Sigle: Dr. Michael Frege (Leipzig), Joachim Kühne, Christian Holzmann (beide Frankfurt)

Vertreter Insolvenzverwalter
Linklaters (Frankfurt): Dr. Rupert Bellinghausen (Konfliktlösung)
Baker & McKenzie (Frankfurt): Prof. Dr. Jörg Risse (Konfliktlösung)

Jörg Risse

Jörg Risse

Vertreter Geschäftsführer
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Peter Burckhardt (Konfliktlösung), Dr. Stefan Sax (Restrukturierung/Insolvenz)
KPMG Law (Köln): Jan Kehbel, Gunars Urdze (beide Insolvenzrecht)

Vertreter Aufsichtsrat
Kirkland & Ellis: Dr. Bernd Meyer-Löwy (Insolvenzrecht)
EurAA: Tjark Menssen (Insolvenzrecht)

Vertreter AIG als Nebenintervenientin
Fiedler Cryns-Moll (Köln): Björn Fiedler (Versicherungsrecht)

Vertreter Wellensiek und Hagebusch (damalige Sanierungsberatung)
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Stefan Rützel (Konfliktlösung)

Bernd Meyer-Löwy

Bernd Meyer-Löwy

Vertreter Shearman & Sterling und früherer Partner (damalige Corporate-Beratung)
Schmitz & Partner (Frankfurt): Dr. Bernd-Wilhelm Schmitz, Stefanie Burkhardt (beide Konfliktlösung)

Vertreter Luther
Greenfort (Frankfurt): Dr. Daniel Röder; Associate: Viktoria Hermann (beide Konfliktlösung)

Landgericht Frankfurt, 21. Zivilkammer
Dr. Lars Iffländer (Vorsitzender Richter)

Björn Fiedler

Björn Fiedler

Hintergrund: Das Verwalterteam um Frege, Kühne und Neupartner Holzmann hatte über weite Strecken des Verfahrens Linklaters mandatiert. Soweit bekannt kam zu einem späteren Zeitpunkt dann Baker-Partner Risse hinzu. Mit ihm ficht Frege auch einen anderen Klagekomplex aus: In Sachen Maple Bank vertritt Risse den Insolvenzverwalter bei dessen Klagen gegen EY. Bellinghausen hatte für Frege den Vergleich mit der ehemaligen Maple-Beraterin Freshfields Bruckhaus Deringer ausgehandelt.

Die Geschäftsführung hatte sich gemeinsam mit Clifford gewappnet, die aufgrund ihres guten Rufes für Restrukturierungsberatung auf Empfehlung mandatiert wurde. Das Verfahren führt Litigation-Counsel Burckhardt.

Kirkland und Arbeitnehmeranwalt Menssen teilen sich die Vertretung der 16 ehemaligen Aufsichtsräte. Meyer-Löwy vertritt im Wesentlichen die Seite der ehemaligen Anteilseigner, Menssen arbeitet für die Arbeitnehmerseite.

Wie üblich bei Managerhaftungsfragen hat auch in diesem Verfahren die D&O-Versicherung eine tragende Rolle gespielt. Sie wird vertreten von Namenspartner Fiedler, einem der führenden Berater in diesem Segment. Die Einheit firmiert nun unter Fiedler Cryns-Moll, nachdem Namenspartner Dr. Marc Jüngel kürzlich die Kanzlei verlassen und eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen hat. (Christiane Schiffer; mit Material von dpa)

Der japanische Autobauer Nissan hat seine milliardenschwere Daimler-Beteiligung verkauft. In einem beschleunigten Platzierungsverfahren gingen 16,4 Millionen Daimler-Aktien in den Handel. Nissan hielt 1,5 Prozent an Daimler und nahm über den Aktienverkauf rund 1,15 Milliarden Euro ein. Begleitet wurde die Transaktion von der Société General und der Bank of America.

Barbara Keil

Barbara Keil

Erst im März hatte sich der französische Autobauer Renault von einem gleich großen Daimler-Aktienpaket auf dieselbe Weise getrennt. 2012 waren Nissan und Renault bei Daimler eingestiegen – im Zuge eine Überkreuzbeteiligung zwischen den drei Autobauern. Damals sollte mithilfe der gesellschaftsrechtlichen Verschränkung eine strategische Kooperation zur Entwicklung von neuen Modellen untermauert werden. Die operative Zusammenarbeit zwischen der Renault-Nissan-Allianz und Daimler wurde 2016 gar nochmals verstärkt und soll dem Vernehmen nach auch zukünftig fortgesetzt werden.

Während Daimler seine Beteiligung in Höhe von jeweils 3,1 Prozent an den Wettbewerbern weiterhin hält und diese Aktienpakete schon 2016 in seine Pensionsvermögen parkiert hat, entschieden sich Renault und Nissan, ihre Daimler-Investments zu veräußern.

Daimler hingegen richtet seinen Blick weiter nach China. Schon Anfang 2020 hatte der Stuttgarter Autobauer mit der Geely Holding ein globales Joint Venture an den Start gebracht, um die Marke smart weiter auszubauen. Mit dem chinesischen Autobauer, dessen Gründer Li Shufu seit 2018 fast zehn Prozent der Anteile von Daimler hält, soll auch die Entwicklung von Hybrid- und E-Antrieben sowie Wasserstoffantrieb forciert werden.

Obendrein steht der Sparte Daimler Truck im zweiten Halbjahr eine Ausgliederung und Börsennotierung bevor, sofern die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Herbst 2021 dafür grünes Licht erteilen.

Berater Nissan
Freshfields Bruckhaus Deringer: Barbara Keil (München), Nicholas Günther (Düsseldorf; beide Corporate/M&A), Julian Makin, David Ludwick (beide Kapitalmarktrecht; beide London), Lucas Schweitzer (Düsseldorf), Christina Zapf (Frankfurt), Richard Ho (London; alle Corporate/Kapitalmarktrecht); Associates: Timo Piller (Kapitalmarktrecht; Düsseldorf), Katie Bentel (Corporate; London)

Berater Banken
Inhouse Recht (Bank of America, London): Mark Bicknell (General Counsel for the EMEA Region)
Inhouse Recht (Société General; Paris): Thierry Allain (Legal Adviser/ECM)

Hintergrund: Die Banken setzten bei dieser Blitztransaktion von Nissan dem Vernehmen nach auf ihre Inhouse-Abteilungen.

Die Mandatsbeziehung zwischen Nissan und Freshfields-Partnerin Keil besteht bereits seit sechs Jahren. Sie entstand bei der rechtlichen Beratung zu ‘Connected Cars’ beziehungsweise zum autonomen Fahren und erstreckt sich inzwischen auch auf andere Aktivitäten des japanischen Automobilherstellers in Europa.

Freshfields, die derzeit vor allem für ihre Beratung der Volkswagen-Gruppe bekannt ist, sah man früher auch gelegentlich an der Seite von Daimler: Gesellschaftsrechtler Gleske stielte beispielsweise 2012 die Dreieckskonstellation zwischen Daimler, Nissan und Renault ein. Ein Jahr später sicherten sich die Stuttgarter mithilfe von Finanzierungspartner Yorck Jetter eine neue Kreditlinie in Höhe von neun Milliarden Euro.

Die Freshfields-Partner Dr. Heiner Braun und Dr. Robin Helmke wiederum unterstützten die Geely Group, als sie sich hierzulande an dem Flugtaxihersteller Volocopter beteiligte. Im Übrigen gilt der chinesische Autobauer auch als etablierter Mandant der internationalen Kanzlei King Wood & Malleson. (Sonja Behrens)

Die Beschaffung der Kontaktnachverfolgungs-App Luca durch das Land Mecklenburg-Vorpommern verlief korrekt. Das stellte die Landesvergabekammer fest und wies zugleich eine Beschwerde der Wiener Firma Cube gegen den Vergabeprozess zurück. Das norddeutsche Bundesland hatte als erstes Anfang März eine Lizenz für die Nutzung der Luca-App zur Kontaktnachverfolgung gekauft. Nach JUVE-Informationen sind aktuell 13 Ländern damit ausgestattet und fünf vergaberechtliche Verfahren in diesem Komplex anhängig.

Martin Schellenberg

Martin Schellenberg

Nach Angaben von Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) hat die Landesvergabekammer in Schwerin die Beschwerde eines Mitbewerbers gegen die Vergabe in allen relevanten Punkten zurückgewiesen. Die Kammer habe festgestellt, dass die Markterkundung rechtmäßig gewesen sei. Die von der Landesregierung formulierten Mindestanforderungen seien sachgerecht und nicht diskriminierend gewesen, zusätzlich seien die Dringlichkeitsanforderungen erfüllt worden. Wie Pegel weiter sagte, war die Vergabekammer zudem der Auffassung, dass die Mitbewerber-Software für die Zwecke des Landes nicht geeignet sei. 

Der Mitbewerber, die Wiener Cube Software- und Hotelprojektierungs GmbH, kündigte an, beim Oberlandesgericht in Rostock Beschwerde gegen den knapp 30-seitigen Beschluss einzulegen. Nach Marktinformationen sind allein in Mecklenburg-Vorpommern noch zwei weitere Nachprüfungsverfahren anhängig, die von anderen Unternehmen angestoßen wurden.

Über die Luca-App können Kontaktpersonen bestätigter Corona-Fälle digital per Smartphone nachverfolgt werden – und zwar im direkten Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt. Mecklenburg-Voprpommern hatte die Nutzung der Luca-App über den Informations- und Kommunikations-Dienstleister Dataport eingeleitet und eine Lizenz von 440.000 Euro für eine zehnmonatige Laufzeit gezahlt. Auch das Land Berlin unterschrieb kurz darauf laut Presseberichten für eine Million Euro. Bayern schloss für 5,5 Millionen einen Vertrag mit der Luca-Entwicklerin Culture4Life.

Dataport firmiert als Anstalt des öffentlichen Rechts. Der IT-Dienstleister für die öffentliche Verwaltung war vor rund 15 Jahren gegründet worden, zunächst für die vier Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen-Anhalt. Er unterstützt zudem laufend die Steuerverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen und damit weite Teile der sogenannten kritischen Infrastruktur.

Berater Land Mecklenburg-Vorpommern
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Hamburg): Dr. Martin Schellenberg (Federführung), Marc Greitens (beide Vergaberecht)

Holger Zuck

Holger Zuck

Berater Cube
Prof. Dr. Holger Zuck (Stuttgart)

Landesvergabekammer
Dr. Edith Nolte (Vorsitzende)

Berater Culture4Life
Patt Feuring Heide (Düsseldorf): Dr. Jochen Heide (Vergaberecht)

Hintergrund: Die Berater sind teilweise aus dem Markt bekannt.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern setzt auf den Hamburger Heuking-Partner Schellenberg, der regelmäßig mit IT-Vergabeprozessen befasst ist.

Schellenberg war beispielsweise 2009 schon an der Seite des Dienstleisters Dataport zu sehen, als Hamburg sein Online-Portal für das Sozialhilfesystem aufzog. 2020 bestritt er für das Unternehmen mit Sitz in Altenholz ein Musterverfahren zur öffentlich-öffentlichen Zusammenarbeit im IT-Bereich. Und auch die Hansestadt Hamburg greift regelmäßig auf das Heuking-Team zurück, zuletzt, als das Einsatzleitsystem für Polizei und Feuerwehr neu ausgeschrieben wurde.

Jochen Heide

Jochen Heide

Luca-Konkurrentin Cube, die die Auftragsvergabe gerügt und Berücksichtigung im Verfahren gefordert hatte, wurde nach JUVE-Recherchen von dem Stuttgarter Verfassungsrechtler Zuck beraten. Er begleitet den Software-Entwickler beziehungsweise den dahinterstehenden Investor schon seit 2016, als das Gäste-Booking-Tool aus einer Insolvenz heraus neue Eigentümer fand. Weitere Unternehmen, die sich an die Vergabekammer in Schwerin gewandt hatten, lassen sich nach JUVE-Recherchen von Sammler Usinger beziehungsweise einem Einzelanwalt aus Osnabrück vertreten.

Die Luca-App-Betreiber als Beigeladene hatten laut Marktinformationen den Vergaberechtler Heide für das Nachprüfungsverfahren mandatiert. Dieser kam über eine Empfehlung ins Spiel, um die Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb in der Rückschau zu beleuchten. Die IT- und Datenschutzpraxis der Berliner Sozietät Lambsdorff hingegen gewährleistet regelmäßig die IT-, lizenz- und datenschutzrechtliche Beratung zur Luca-App. (Sonja Behrens; mit Material von dpa)

Wir haben den Artikel nachträglich ergänzt

Der ehemalige General Counsel und Chief Compliance Officer des Energiekonzerns Uniper, Dr. Patrick Wolff, hat sich zum Mai dem Münchner Büro von Shearman & Sterling angeschlossen. Der 50-Jährige stieg als of Counsel ein. Bei Uniper war Wolff erst vor Kurzem von Sirpa-Helena Sormunen abgelöst worden. 

Patrick Wolff

Patrick Wolff

„Herr Wolff wird uns mit seiner langjährigen Erfahrung als führender Inhouse-Jurist und seiner herausragenden juristischen Expertise dabei helfen, unsere Marktstellung im Bereich Energie und Infrastruktur weiter auszubauen”, sagte Dr. Florian Harder, Managing-Partner der deutschen Büros von Shearman & Sterling.

Harder war erst im März gemeinsam mit dem Steuerberater Dr. Jann Jetter von Linklaters zu Shearman gewechselt. Die US-Kanzlei ist seitdem neben Frankfurt auch in München mit einem vollwertigen Standort vertreten. Von Linklaters wechselten seitdem auch die Corporate-Anwältin Dr. Chloé Lignier als Counsel sowie vier Associates. Einschließlich Wolff sind am Münchner Shearman-Standort aktuell zehn Rechtsanwälte tätig, davon zwei Partner.

Berührungspunkte mit Shearman hatte Wolff zuletzt im Zuge der Uniper-Übernahme durch Fortum, zu der sich der Uniper-Aufsichtsrat durch den einstigen Übervater der deutschen Shearman-Praxis, of Counsel Georg Thoma, beraten ließ. Thoma hatte bereits die Fusion der Energiekonzerne Veba und Viag zu E.on um die Jahrtausendwende begleitet. Verbindungen zum Energie- und Infrastruktursektor gibt es bei Shearman daneben vor allem über die internationalen Büros, etwa in Nahost.

Wolff war seit 1999 Inhouse-Jurist. Nach etlichen Jahren im E.on-Konzern, wo er unter anderem als Vorstandsmitglied sowie als leitender Syndikus für Gesellschafts-, Konzernfinanzierungs- und Kapitalmarktrecht im Einsatz war, wurde er 2016 Rechts- und Compliance-Chef bei Uniper. Zuvor hatte er bereits die Abspaltung des Unternehmens von E.on und den Uniper-IPO begleitet. Ab 2017 war er in die – am Ende erfolglose – Abwehr der Übernahme von Uniper durch den finnischen Energieversorger Fortum eingebunden. Kürzlich teilte Fortum mit, dass die langjährige finnische Inhouse-Juristin Sormunen, bisher Uniper-Aufsichtsrätin, an Wolffs Stelle rücken werde. (Norbert Parzinger)

Corestone Legal heißt die neue Kanzlei zweier ehemaliger Görg-Anwälte in Frankfurt. Zusammen mit Rouven Baumann (44) als drittem Partner gründeten Dr. Said Ashrafnia (38) und Dr. Martin Kienzler (38) eine Rechtsanwalts-GmbH, die seit Mai offiziell am Start ist. Corestone Legal fokussiert sich nach Auskunft der Gründer auf Gesellschafts- und Immobilienwirtschaftsrecht und ist sowohl in Frankfurt als auch in Stuttgart mit einem Büro vertreten.

Said Ashrafnia

Said Ashrafnia

Ashrafnia war zuletzt bei Görg Assoziierter Partner für Corporate/M&A, wo er sowohl für strategische Investoren als auch für Private-Equity-Kunden arbeitete. 2018 gehörte er dort zu dem Team, das den chinesischen Investor BMC beim Kauf von Cordenka beriet. Vor seiner Zeit bei Görg war Ashrafnia mehr als vier Jahre lang bei Clifford Chance, wo er vor allem im Kapitalmarktrecht beriet. Kienzler war vor Görg schon bei den Kanzleien HauckSchuchardt sowie Goodwin Procter beschäftigt. Er berät vorrangig im Immobilienwirtschaftsrecht.

Rouven Baumann

Rouven Baumann

Mit Rouven Baumann, dem dritten Gründungspartner, arbeiten Ashrafnia und Kienzler schon seit längerem zusammen. Als Geschäftsführer einer Beteiligungsgesellschaft war Baumann bereits ihr Mandant. Als Anwalt hat er seinen Schwerpunkt bei arbeitsrechtlichen Umstrukturierungen und berät Unternehmen zum strategischen Fremdpersonaleinsatz. Er wird insbesondere den Stuttgarter Standort leiten.

Martin Kienzler

Martin Kienzler

Neben Gesellschafts- und Immobilienwirtschaftsrecht soll als dritte Säule noch das Steuerrecht hinzukommen, um speziell im Transaktionsbereich auch die steuerliche Strukturierung und Gestaltung anbieten zu können. Außerdem planen die Gründer in naher Zukunft mit eigenen Legal-Tech-Lösungen an den Markt zu gehen, etwa für Fragestellungen im Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Mit Beteilung von nicht-juristischen Experten will Corestone zu diesem Zweck kurzfristig eine eigene Legal-Tech-Gesellschaft gründen. Mittelfristig will Corestone als Kanzlei auf Associate-Ebene wachsen und zudem auch einen Restrukturierer an Bord nehmen. Im Laufe des Jahres ist die Eröffnung eines Büros in München geplant.

Für Görg in Frankfurt sind nach mehrjährigem gezielten Ausbau rund 50 Anwälte tätig, darunter 17 Equity-Partner. Im Herbst war als Neuzugang der Arbeitsrechtler Dr. Dirk Freihube gekommen, der von Pusch Wahlig wechselte. (Markus Lembeck)

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