Oppenhoff & Partner

Bewertung: Die Kanzlei setzt weiterhin auf ihre etablierten Kontakte zu Industriellenfamilien, Family Offices und zu Konzernen aus der Rüstungs- u. Versicherungsbranche. Eine zentrale Aufgabe, die Oppenhoff seit Jahren begleitet, ist die Stabsübergabe ihrer überaus anerkannten Größen im Gesellschaftsrecht wie Dr. Dr. Georg Maier-Reimer oder Rolf Koerfer zu meistern. Dass Dr. Harald Gesell inzw. die Beratung für Benckiser oder JAB weitestgehend übernommen hat, war daher ein wichtiges Signal. Mit Myriam Schilling, die das Deutsche-Post-Mandat steuert u. Alf Baars, der einige Südamerikakontakte ausbauen konnte, hat die Kanzlei vielversprechende junge Partner herangebildet. Ende 2015 holte die Kanzlei mit Christof Gaudig von Mayer Brown noch einen internat. erfahrenen Partner hinzu. IT-Rechtler Dr. Marc Hilber, der zudem als ein jüngerer Partner dem geschäftsführenden Ausschuss der Kanzlei angehört, gelang es zudem, von der Zurich Versicherung für ein komplexes Softwareprojekt mandatiert zu werden. Beim einst ambitionierten Projekt Frankfurt hingegen sieht es derzeit eher schwierig aus. Personell hatte das Büro schon länger stagniert. Zuletzt verabschiedete sich der Standortleiter Dr. Oliver Kessler, der sich aus der Kanzleiwelt zurückzieht. Auf Partnerebene ist es noch mit dem Kartellrechtler Dr. Andrés Martin-Ehlers u. dem Corporate-Partner Ronald Meißner besetzt.
Siehe auch: ?Köln.
Anwälte in Deutschland: 63
Internat. Einbindung: Starke internat. Kontakte zu befreundeten Kanzleien, die in ihren jew. Ländern als führende, unabhängige Player agieren. Weiter bewusste Entscheidung gegen ein Best-Friend-Prinzip oder Einbindung in ein festes Netzwerk.
Entwicklung: Es sind die Namen von Partnern wie Schilling, Baars oder Hilber, die künftig das Gesicht von Oppenhoff sein werden. Je breiter sich diese jüngere Riege formiert, desto mehr kann auch deren zeitgemäßere, vernetztere Arbeitsweise innerhalb der Kanzlei zur Normalität werden. Das setzt voraus, dass sich die übernommene Verantwortung der jüngeren Partner in der Mandatsarbeit auch nach innen spiegelt: Noch prägen die Seniorpartner die Kultur der Kanzlei. Mit den zum Jahreswechsel anstehenden Neuwahlen im Führungsgremium ergibt sich für Oppenhoff eine Chance, ihren begonnen Weg weiter zu gehen.
In Bezug auf Frankfurt stehen ebenfalls strategische Entscheidungen darüber an, wie Oppenhoff weitermachen will. SZA Schilling Zutt & Anschütz, die ähnlich lange in Frankfurt aktiv ist u. an deren Herangehensweise sich Oppenhoff lange orientierte, glänzt dort mittlerweile mit hochkarätigen Mandaten u. hat eine ganze Reihe von Quereinsteigern für sich gewinnen können. Oppenhoff ihrerseits braucht v.a. akquisestarke Corporate-Anwälte aus den eigenen Reihen oder von außen, die Lust haben, den Standort aufzubauen u. sich dem kompetitiven Markt zu stellen.