OSBORNE CLARKE

Bewertung: Osborne Clarkes Konzept, sich konsequent auf technologienahe Branchen zu fokussieren, geht auf. Ablesbar ist das auch am Transaktionsfluss der M&A-Praxis, der u.a. mit dem britischen Unternehmen John Laing ein Mandatsgewinn in der Energiebranche gelang. Dass auch die Venture-Capital-, die Medien-, IT- u. Vertriebsrechtspraxen ihr Geschäft kontinuierlich erweitern, ist v.a. das Ergebnis ihrer konsequenten fachübergreifenden Zusammenarbeit. Bestes Bsp. ist die Beratung des E-Sports-Anbieters Turtle Entertainment beim Verkauf an die Modern Times Group. Hier arbeitete die M&A-Praxis eng mit dem anerkannten u. in der Gamesbranche hervorragend vernetzten Medienteam zusammen. OC setzt trotz interner Erfolge aber auch weiterhin auf Quereinsteiger. Jüngste Zugänge waren für den Kölner Standort Finanzexpertin Antje Günther, die von Norton Rose Fulbright kam, u. für das Hamburger Büro IP-Rechtler Dr. Matthias Kloth von White & Case. Günther kommt mit ihrer Erfahrung an der Schnittstelle Finanzierung u. Energie zur richtigen Zeit, da OC gerade bei erneuerbaren Energien zulegen konnte. Kloth dagegen wird das IP-Recht in Hamburg erst aufbauen müssen.
Den eigenen Associates trotz der Aufnahme von Quereinsteigern reale Aufstiegschancen zu bieten – zuletzt ernannte sie immerhin 3 Partner –, ist jedoch für eine Kanzlei wie OC, die lange auch für ihre gute Atmosphäre bekannt war, zentral: Nachdem Stimmen laut wurden, die aufgrund des beständigen personellen Wachstums einen Verlust der Kanzleikultur beklagten u. sich einen geordneten Ausbildungs- u. Karrierefahrplan wünschten, reagierte das Management entsprechend prompt mit neuen Karrierestufen u. einem neuen Ausbildungskonzept.
Besondere Stärken: ?Private Equ. u. Vent. Capital.
Siehe auch: ?Köln; ?München.
Anwälte in Deutschland: 128
Internat. Einbindung: Internat. integriert mit GB, Spanien, Italien, Niederlande u. nun Frankreich u. Brüssel (als Schweizer Verein), mit insgesamt 20 Standorten. Zusätzlich US-Büros in Silicon Valley, San Francisco und New York. Kontakte nach Indien, Skandinavien u. in den Asien-Pazifik-Raum bestehen v.a. von Köln und Hamburg aus. Zuletzt etablierte sie in Hongkong eine feste Verbindung mit Koh Vass und in Singapur mit OC Queen Street.
Entwicklung: Dass das Management auf die Stimmung innerhalb der Kanzlei reagiert hat, war nötig. Denn in den vergangenen Jahren wurde immer deutlicher, dass Wachstum alleine nicht reichte, vielmehr auch eine Konsolidierung nach innen nötig war. Das personelle Wachstum u. der steigende Umsatz täuschen zudem darüber hinweg, dass die Kanzlei in Sachen Produktivität eher zu den Schlusslichtern zählt. Dies ist auch ein Grund, warum der anvisierte Ausbau des Hamburger Büros mit hochkarätigen Quereinsteigern – v.a. in der Corporate- u. M&A-Praxis – nach wie vor nur langsam vorankommt. Allerdings hat OC durchaus Möglichkeiten, um ihre Kennzahlen zu optimieren. Mit ihren ausgeprägten Verbindungen zur US-Westküste gehört sie neben Taylor Wessing zu den visibelsten Marktteilnehmern im Technologiemarkt. Diese Position gilt es, ebenso wie die wachsende Zahl an Kooperationspartnern in Asien, zu nutzen. Gleiches gilt für den guten Ruf beim Thema Datenschutz u. Safe Harbor: Hier berät OC eine Reihe namhafter Unternehmen, u. der Bedarf steigt. Dieser Zugang über eine heikle Materie kann der beste Türöffner für andere Praxisgruppen sein. Da bei OC die praxis- u. standortübergreifende Zusammenarbeit gut funktioniert, sollte es also möglich sein, höherwertiges Geschäft zu generieren.