MCDERMOTT WILL & EMERY

Nationaler Überblick Top 50
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Bewertung: Das Wachstum durch Quereinsteiger verlangsamte sich und stattdessen richtete McDermott ihr Augenmerk stärker ins Innere der Kanzlei. Der Perspektivwechsel kommt zum richtigen Zeitpunkt: Auch wenn die Wachstumspläne noch nicht alle umgesetzt sind – Kartell- u. Öffentliches Recht sind Beispiele – ist die Integration der Zugänge eine wichtige Aufgabe. Besonders viel Energie floss in die Vernetzung der einzelnen Fachbereiche. So ebnen die exzellenten Kontakte in die Gesundheitsbranche des Münchner Partners Dr. Stephan Rau McDermott den Zugang zu hochkarätigen Mandaten, zuletzt für die Restrukturierungsspezialisten der Kanzlei im krisengeschüttelten Krankenhaussektor. Bei Private-Equity-Transaktionen dominiert McDermott (zusammen mit Hengeler) inzwischen sogar den Healthcare-Markt. Hier brachte die engere Vernetzung mit der Corporate-Praxis eine wichtige Transaktion für MTS Health Investors. Schon länger kooperieren die Corporate- u. die Immobilienpraxen gut u. gewinnen attraktive Mandate, etwa den Käufer eines Retail-Portfolios.
Auf internat. Ebene bleibt die Zusammenarbeit mit dem Pariser Büro besonders eng, das ähnlich branchenerfahrene Teams hat wie die deutsche Praxis, nicht zuletzt im Gesundheitsbereich. Aber auch in einem Mandat des Insolvenzverwalters des dän. Unternehmens OW Bunker punktete die Kanzlei mit der internationalen Karte. Ausbaufähig bleibt hingegen die Kooperation mit dem US-Netzwerk, auch wenn im Investitionsschutz eine enge Zusammenarbeit mit dem Washingtoner Büro etabliert wurde.
Im Kartellrecht war McDermott hingegen glücklos und hat den Weggang beider Partner noch nicht wieder kompensieren können. Auch der im Vorjahr endlich gefallene Startschuss für eine Praxis im Öffentlichen Recht ist schnell verhallt: Ein von Gleiss gewechselter Anwalt ging nach nur einem Jahr zu Hoffmann Liebs Fritsch & Partner.
Siehe auch: ?Düsseldorf; ?Frankfurt; ?München.
Anwälte in Deutschland: 77
Internat. Einbindung: Urspr. aus Chicago stammende Kanzlei, die mittlerweile Standorte in den gesamten USA unterhält. Gute Zusammenarbeit mit dem Pariser Büro. In Europa zudem Büros in London, Rom, Mailand u. Brüssel. Auch in Asien präsent: strategische Allianz in Schanghai u. Büro in Seoul.
Entwicklung: McDermott hat ihr jahrelang dezentrales Managementmodell umgestellt. Seit Jahresanfang 2016 ist  Dr. Norbert Schulte alleiniger deutschlandweiter Managing-Partner. Er hat es nun in der Hand, den in den letzten Jahren erfolgreich begonnenen Ausbau weiter fortzuführen. Bisher hat die Kanzlei eine überwiegend glückliche Hand bei der personellen Zusammenstellung bewiesen. Counseln oder Salary-Partnern, die aus anderen Kanzleien kamen, hat sie eine enorme Chance geboten: den Aufbau einer eigenen Praxis. Im Immobilienbereich etwa ist diese Strategie hervorragend aufgegangen. Doch um ihr Geschäft auch nachhaltig u. noch profitabler entwickeln zu können, wird die US-Kanzlei ihre personelle Struktur hierzulande überdenken müssen, denn die Zahl der Partner (inklusive der angestellten Partner) ist eklatant höher als die der Associates. Dies birgt für eine Kanzlei, die wachsen u. sich weiter etablieren will, strategische Risiken, denn so können die Partner schlicht weniger Zeit u. Energie in die Akquise stecken – sei es nun innerhalb des eigenen Büronetzwerks, v.a. mit Blick auf die USA, sei es unmittelbar bei Unternehmen. Und gerade jetzt sind andere Kanzleien aus ihrem Heimatmarkt besonders aktiv.