K&L Gates

Bewertung: Die Anwälte der aus den USA stammenden Kanzlei setzt darauf, ihr unabhängiges Inlandsgeschäft sicherzustellen u. behutsam die Chancen, die sich durch das Netzwerk bieten, zu erkunden. Das Mandantenportfolio der Immobilienpraxis bspw. besteht heute etwa zur Hälfte aus Netzwerkmandanten. Mid-Cap-Deals – eine traditionelle Spielwiese des Corporate-Teams – kommen hingegen überwiegend aus dem deutschen, internat. tätigen Mittelstand u. von Konzernen. Da der immense Mandantenstamm in den USA nicht unbedingt international ausgerichtet ist, stößt die Kanzlei im internat. Geschäft rasch an strategische Grenzen, zumal nur ein sehr kleiner Teil der globalen Praxis – darunter auch Deutschland – bei größeren Konzernen dauerhaft Fuß gefasst hat. Seit dem Aufstocken des Frankfurter Büros um einen Anwalt von Cleary Gottlieb, der Erfahrung mit Transaktionen von Großkonzernen mitbringt, entwickelt sich jedoch die Beziehung zum Pariser Büro positiv. Weniger erfreulich war im Berliner Büro der Verlust des Telekommunikationsrechtlers Dr. Tobias Bosch, v.a. weil die Verbindungen zu den Technologiepraxen an der US-Westküste ein guter Grund hätten sein sollen, zu bleiben. Hieran zeigt sich erneut die relativ willkürliche Vernetzung der Praxisgruppen. Genau aus diesem Grund weckt die Eröffnung eines 3. Büros in München Hoffnung: Hier verstärkte K&L u.a. mit dem Einstieg von Dr. Hilger von Livonius von King & Wood Mallesons erneut ihre Fondspraxis, eine der Stärken auch der US-Büros.
Siehe auch: ?Berlin; ?Frankfurt.
Anwälte in Deutschland: 71
Internat. Einbindung: In Europa neben Deutschland auch in Brüssel, London, Paris, Moskau u. Warschau präsent, breite Aufstellung in den USA (24 Büros), dazu in Asien (v.a. China, auch Japan u. Taiwan) u. Australien.
Entwicklung: Bei der notwendigen Gratwanderung zwischen dem deutschen u. dem Netzwerkgeschäft fällt auf, dass K&L an weniger grenzüberschreitenden Mandaten arbeitet als einige ihrer globalen Wettbewerber. Angesichts der immensen Größe des K&L-Netzwerks ist dieser Umstand enttäuschend. DLA bspw. hat die Netzwerkarbeit schon immer stärker forciert. Doch die zunehmend aktive und erneut erweiterte Fondspraxis verschiebt die Priorisierung nun langsam in Richtung grenzüberschreitender Arbeit. Auch andere Praxisgruppen müssen die Vernetzung in Zukunft entschlossener umsetzen, allerdings fehlt dafür auch in einigen Teams die kritische Masse. Das fällt v.a. in der Corporate-Praxis ins Auge. Insofern bietet das zusätzliche Büro auch Gelegenheit, das Personalwachstum zu beschleunigen.
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K&L Gates LLP10117 Berlin
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