Orth Kluth

Bewertung: Mandanten werden nicht müde, das „hohe Beratungsniveau zu moderaten Preisen“ von Orth Kluth lobend hervorzuheben. Diese bislang von den Partnern bewusst gelebte Kanzleiphilosophie hat der Kanzlei ein Alleinstellungsmerkmal in ihrem Heimatmarkt verschafft u. ihr zu kontinuierl. steigenden Marktanteilen verholfen. Kaum ein Marktbeobachter erwartet, dass sich dieser Weg nach dem Ausstieg des Gründungspartners Dr. Peter Kluth grundlegend ändern wird. Zu beobachten war vielmehr, dass die Kanzlei die Vernetzung ihrer Praxisgruppen stärker vorantreibt als in der Vergangenheit u. dadurch Zugang zu höherwertigem Geschäft findet. Bestes Bsp. ist die Bau- u. Immobilienrechtspraxis, die nun auch formal als eine Einheit agiert u. sich darüber gut bei bundesweiten, z.T. grenzüberschr. Projektentwicklungen platzieren konnte. Mit dem Prozess, eine Vielzahl bundesweit anerkannter Spezialisierungen auszubilden, steht Orth Kluth allerdings nicht am Anfang: Die Arbeitsrechtspraxis hat sich über die Zeit auf ein beeindruckendes Niveau vorgearbeitet. Die Einbindung in komplexe Restrukturierungsprojekte, eines der jüngsten Bsp. ist etwa Gea, wird immer selbstverständlicher. Doch auch die Gesellschaftsrechtler legen zu: Die neben dem weiter als Berater aktiven Namenspartner Kluth entstandene Corporate-Riege verlässt immer öfter die vertraute Rolle als Haus- u. Hofkanzlei u. ist regelm. in Projektgeschäfte strategischer Natur eingebunden, etwa bei Terex. Bemerkenswert ist zudem, wie Dr. Christian Meyer an der Schnittstelle zu Compliance zunehmend für D&O-Versicherer tätig ist.
In beiden Praxen zeigt sich, wie das im Vorjahr neu eingeführte Salary-Partner-System, das mehr Verantwortung u. Transparenz für die jüngeren Partner bedeutet, die Kanzleientwicklung beeinflusst. Im Arbeitsrecht wurde ein Salary-Partner zum Vollpartner ernannt, der inzwischen federführend zentrale Mandate der Praxis, z.B. für Outokumpu betreut.
Siehe auch: ?Düsseldorf.
Anwälte in Deutschland: 66
Internat. Einbindung: Netzwerk mit befreundeten Kanzleien, regelm. grenzüberschreitend, häufig Niederlande, Schweiz.
Entwicklung: Nach den strukturellen Veränderungen in der Kanzlei wird es nun für die Partnergeneration nach Dr. Robert Orth u. Dr. Peter Kluth, die deren Preispolitik bislang aus Überzeugung mitgetragen hat, darauf ankommen, den Kurs zu halten. Das bedeutet, dass Orth Kluth im kompetitiven Markt Associates finden muss, die geringere Verdienstmöglichkeiten zugunsten der Kanzleikultur akzeptieren u. sich so ihr über die Jahre erarbeitetes Alleinstellungsmerkmal – im Düsseldorfer Markt jedenfalls gibt es kein wirklich vergleichbares Pendant – erhalten kann. Für ihre weitere Entwicklung nötige Schritte hat Orth Kluth schon unternommen: Sie hat die Karrierewege neu geordnet u. ein Kanzleimanagement etabliert, in dem nicht mehr die Anwälte alles selbst machen. Immer besser gelingt es so, brach liegendes Potenzial zu identifizieren u. nutzbar für die Gesamtkanzlei zu machen: Viel zu lange isoliert waren z.B. die hochkarätigen Kontakte des bundesweit sehr anerkannten Verkehrsspezialisten Dr. Anselm Grün im Berliner Büro. Seine Verbindungen im Schienensektor auch abseits des Regulierungsrechts zu nutzen, ist beispielsweise eines der kurzfristig definierten Ziele.