Düsseldorf

Auf Internationalisierungskurs

Die Schließung des Kölner Büros von Freshfields Bruckhaus Deringer und der damit verbundene Umzug der meisten Kölner Anwälte nach Düsseldorf ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Standort längst zentral für international ausgerichtete Kanzleien ist. Freshfields hat er an einem ihrer Gründungsstandorte in personeller Hinsicht wieder zu altem Glanz verholfen (>Schrumpfkurs versus Wachstum).

Erstaunlicherweise blieben Wettbewerber recht entspannt angesichts der Tatsache, dass das zweitgrößte dt. Büro der Kanzlei nun in Düsseldorf liegt und das größte Büro im Markt bildet. Aus Corporate-Sicht ist die Gelassenheit sogar nachvollziehbar, da nur ein Corporate-Partner wechselte.

Vielmehr Aufmerksamkeit haben dagegen kleinere Wettbewerber erregt: Allen voran Latham & Watkins, deren Eröffnung 2013 aufgrund der ohnehin im Markt etablierten Partner damals keine allzu hohen Wellen schlug. Doch der Zugang eines sehr anerkannten Freshfields-Kartellechtlers im Vorjahr u. die Verstärkung mit einem der führenden Corporate-Anwälte von Linklaters hat Wettbewerber hellhörig werden lassen.

Attraktiver Markt für chinesische Investoren

Das Interesse der internationalen Kanzleien an Düsseldorf ist aber nicht alleine darauf beschränkt, sich auf der deutschen Drehscheibe des Konzernrechts zu tummeln, sondern hat zunehmend internationale Aspekte.

Lange stand Düsseldorf diesbezüglich im Schatten anderer Städte: Hamburg hatte immer schon internationale Handelsbeziehungen, Frankfurt zog international versierte M&A-Spezialisten an u. Private-Equity-Fonds richteten ihr Augenmerk auf München. Für seine Japan-Beziehungen war Düsseldorf zwar bekannt, zuletzt hat sich die Stadt aber auch im China-Geschäft als interessanter Marktplatz erwiesen. So hat etwa Hoffmann Liebs Fritsch & Partner eine florierende Inboundpraxis für den chinesischen Mittelstand aufgebaut. Auch die Eröffnung kleinerer internationaler Kanzleien wie Pinsent Masons, Fieldfisher oder jüngst Eversheds Sutherland hat die Art der Mandate verändert.

Die stärkere Fokussierung auf grenzüberschreitendes Geschäft wie bei Orrick Herrington & Sutcliffe und Jones Day ist ein weiterer Baustein in der Internationalisierung von Düsseldorf. Die wichtige Rolle, die der Stadt im neuen System des europäischen Patentgerichts zufällt, erhöht die Standortattraktivität zusätzlich.

Kreative Modelle zur Nachwuchsgewinnung

Wie aber gehen Kanzleien mit dem steigenden Bedarf an Nachwuchsanwälten um? McDermott Will & Emerys Vorstoß, ein zunächst noch kleines Büro in Köln zu eröffnen, hat viel Interesse im Markt hervorgerufen. Auch wenn sich mit dem Büro der Arbeitsalltag für einige aus Köln kommende Partner flexibler gestalten lässt, war der Hauptbeweggrund, sich den Kölner u. Bonner Nachwuchsmarkt offenzuhalten.

Zwar wird die Ausbildung der jungen Associates in Düsseldorf stattfinden müssen, doch gerade für erfahrenere Anwälte aus anderen Großkanzleien ergibt sich mit dem Kölner Büro eine interessante Alternative.

Schrumpfkurs versus Wachstum-  Die Top 6 in Du?sseldorf


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