München

Vor Kraft strotzende Wirtschaft

Die bayrische Landeshauptstadt bleibt ein Wachstumsmarkt. Keine andere deutsche Stadt beherbergt so viele Dax-Unternehmen wie München, daneben floriert die Investorenszene. Nicht nur zahlreiche Private-Equity-Fonds haben hier ihren Sitz, auch die Dichte an Family Offices ist besonders hoch. Das positive Wirtschaftsumfeld nutzen auch zahlreiche Start-ups für sich, die Venture-Capital-Szene wächst.

Gleichzeitig gewinnt München als IP-Standort weiterhin an Bedeutung: Wenn der Unified Patent Court kommt, sollen hier künftig eine Lokalkammer sowie Teile des Zentralgerichts angesiedelt sein. Die IP-Kanzleien bringen sich bereits in Stellung.

Einfallstor für US-Kanzleien

Dieses prosperierende Umfeld zeigt auch Wirkung im Kanzleimarkt: Immer mehr Einheiten drängen an die Isar. Sie jagen den eingesessenen Kanzleien Teams ab und bringen damit etablierte Mandatsbeziehungen durcheinander. Sie vergrößern das ohnehin schon vielfältige Münchner Beratungsangebot weiter und verschärfen damit auch den harten Kampf um den besten Nachwuchs.

Nachdem Dentons im Vorjahr mit einem Team von Norton Rose Fulbright in München eröffnet hatte, schlugen zuletzt gleich drei US-Kanzleien ihre Zelte hier auf. Der spektakulärste Neustart gelang Sidley Austin: Zwei Jahre nach ihrem Rückzug aus Deutschland kehrte sie zurück und gewann dafür mehrere Anwälte von Kirkland & Ellis. K&L Gates ging unterdessen mit einem Team von King & Wood Mallesons an den Start, während Smith Gambrell & Russell mit einem Partner von SSP Schiessl eröffnete.

Dass München ein attraktives Einfallstor für ausländische Kanzleien in Deutschland ist, stellten bereits andere Einheiten unter Beweis. So waren etwa Gibson Dunn & Crutcher und Pinsent Masons zunächst ausschließlich in München präsent, bevor sie zuletzt in Frankfurt bzw. Düsseldorf eröffneten.

Attraktiv für Kanzleien unterschiedlichster Couleur

Doch auch deutsche Kanzleien drängten nach München. Mit der Arbeitsrechtskanzlei Kliemt, der IP-Boutique Lubberger Lehment und der mittelständischen Full-Service-Kanzlei CBH Rechtsanwälte wagten gleich drei Sozietäten den Sprung nach Bayern, um sich ein Stück des Kuchens zu sichern.

Die wachsende Bedeutung der Private-Equity-Beratung weckt vor allem bei den internationalen Kanzleien Begehrlichkeiten. So überrascht es nicht, dass erneut etliche Private-Equity-Experten ihre Arbeitsstätte wechselten: Zu Kirkland & Ellis kamen Dr. Volkmar Bruckner von Weil Gotshal & Manges und Attila Oldag von Gütt Olk Feldhaus, während sich Orrick Herrington & Sutcliffe mit Dr. Christoph Brenner von King & Wood Mallesons und Gibson Dunn & Crutcher mit Dr. Ferdinand Fromholzer von Freshfields Bruckhaus Deringer verstärkten.

Gefragt waren zuletzt auch Finanzierungsexperten: Sebastian Schoon wechselte von Ashurst zu Gibson Dunn & Crutcher und Julian Zaich aus dem Frankfurter Büro von Linklaters zu Gütt Olk Feldhaus.

Kanzleien suchen nach Zukunftsstrategien

Die zahlreichen Neuankömmlinge stoßen in München auf alteingesessene Kanzleien, die ihr Beratungsangebot über die Jahre hervorragend an die Münchner Klientel angepasst haben, sich aber im sich stetig wandelnden Markt neu orientieren müssen. Dies gilt weniger für Kanzleien wie Kantenwein Zimmermann Fox Kröck & Partner und Bub Gauweiler & Partner, die dank ihrer Prozesskompetenz längst nicht mehr auf den Münchner Markt beschränkt sind.

Aber es gilt für die klassischen Münchner Einheiten: Lutz Abel z.B. reagierte mit Expansion. Sie ist eine von wenigen Münchner Kanzleien, denen es gelungen ist, ihr Beratungsangebot mit dem Zugang zahlreicher Quereinsteiger kontinuierlich zu verbreitern und ihre Schlagkraft deutlich zu erhöhen. Das nachhaltige Wachstum sichert ihr eine gute Position im immer härteren Wettbewerb.

Neuer Fokus: Mehr Internationalität und Digitalisierung

Einen anderen Weg wählte die mittelständische MDP-Kanzlei Peters Schönberger & Partner: Mit ihrer konsequenten Fokussierung auf die Themen der Digitalisierung stellt sie sich rechtzeitig auf die Bedürfnisse ihrer Mandantschaft ein und ist damit vielen Wettbewerbern einen guten Schritt voraus.

Gewandelt hat sich auch Eversheds Sutherland: Die Kanzlei ist nach zwei Fusionen heute wesentlich internationaler aufgestellt als vor gerade einmal drei Jahren, als sie noch Heisse Kursawe Eversheds hieß. Die daraus entstandenen Wachstumschancen haben die Anwälte bereits ausgiebig genutzt.

 Mu?nchen ist Deutschlands  Investitionsstandort Nummer 1


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