Bank- und Bankaufsichtsrecht

Brexit und technologischer Wandel bestimmen die Agenda

Kein anderes Thema prägte die Arbeit der Regulierungsexperten in den letzten Monaten mehr als der Brexit. Nicht-EU-Banken mit bedeutender Londoner Präsenz schmieden schon seit Längerem Alternativpläne für ihr europäisches Geschäft. Allerdings ist noch keineswegs klar, wie genau die Veränderungen in den einzelnen Instituten aussehen und welche Standorte davon profitieren werden – Frankfurt ist für viele Banken und andere Finanzdienstleister nur eine von mehreren Optionen.

Auch an einer anderen Front verändert sich das Geschäft der Branche: Eine Vielzahl von Start-up-Unternehmen versucht, Finanzdienstleistungen auf technischer Basis zu revolutionieren und wildert damit auf dem angestammten Terrain der etablierten Marktteilnehmer. Am intensivsten wird die neuartige Blockchain-Technologie diskutiert, die in nicht allzu ferner Zukunft eine komplett neue technische Basis für den Finanzsektor abgeben könnte.

Ungewollter Boom erwischt manche Praxen auf dem falschen Fuß

Angesichts der neuen regulatorischen Themen konnte es sich kein Akteur der Finanzindustrie in den vergangenen Monaten leisten, einfach abzuwarten. Der Brexit spielte einigen Kanzleien mit hochkarätigen Teams auf beiden Seiten des Kanals durchaus in die Karten, etwa Freshfields Bruckhaus Deringer oder Linklaters. Andere erwischte der ungewollte Boom noch auf dem falschen Fuß, so etwa Allen & Overy, die mitten in einem größeren Umbau ihrer Banking-Praxis steckt.

In diese Lücke stießen teilweise Einheiten wie GSK Stockmann, die mit ihrem in den letzten Jahren erweiterten Team punkten konnte, ebenso wie Noerr, die mit der Eröffnung in Hamburg auch einen Ex-White-&-Case-Aufsichtsrechtler an Bord nahm. Einen Schwerpunkt bildeten dort schon bisher digitale Geschäftsmodelle, die auch in Berlin und München eine immer größere Rolle spielen. In Berlin profitieren gerade örtliche Einheiten wie Lindenpartners oder Lindemann Schwennicke & Partner von der reichhaltigen, lokalen Gründerszene, während das Münchner Büro von Aderhold aufseiten der Technologieanbieter an Profil gewann.


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die aufsichtsrechtliche Beratung von Banken ebenso abdecken wie die Beratung zu Finanzprodukten oder Transaktionen im Finanzsektor. Relevante Sachverhalte sind auch Gründungen von Niederlassungen, Richtlinien für Eigenkapital, Fragen der Liquidität, Anzeigepflichten sowie Erlaubniserteilungsverfahren bzw. deren Rücknahme.

 Im Zuge der stärkeren Regulierung seit der Finanzkrise spielen mittlerweile Kontakte zu nationalen wie EU-Institutionen eine tragende Rolle, sodass viele Bankenpraxen eng mit den öffentlich-rechtlichen Fachbereichen zusammenarbeiten. Außerdem wird bei einigen Kanzleien auf spezielle Prozesspraxen hingewiesen, soweit sich ein Branchenschwerpunkt bei Finanzinstituten ausgebildet hat. Insofern bestehen teilweise Überschneidungen zu Themen wie ?Beihilfe, ?Insolvenz und Restrukturierung sowie ?Konfliktlösung.