Börseneinführungen und Kapitalerhöhungen

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Wären die Börsengänge von Innogy und Uniper nicht gewesen, hätte das Emissionsjahr 2016 ein tristes Bild abgegeben. Der dritte große Deal des Jahres, der geplante IPO der IVG-Tochter Office First, scheiterte in letzter Minute und mündete in den Verkauf des Unternehmens. Schwach startete auch das erste Halbjahr 2017. Mit Aumann schaffte es lediglich ein Unternehmen an den regulären Markt. Das neue Segment Scale verzeichnete mit Ibu-tec ebenfalls nur einen einzigen erfolgreichen IPO.

Erst im Juni erwachte die Börse aus ihrem Dornröschenschlaf. Als Erster legte vor der Sommerpause Vapiano einen turbulenten Börsenstart mit starken Kursschwankungen zu Beginn hin. Wenige Tage später folgte mit Delivery Hero der bis dato IPO des Jahres sowie die Börsennotierung von Metro Wholesale & Food Specialist. Darüber hinaus sind zahlreiche Erstnotizen in Vorbereitung, die prominenteste darunter ist der IPO der Siemens-Medizintechniksparte Siemens Healthineers.

Marktspitze wieder vereint, Hogan Lovells schließt auf

Seit dem Wechsel Dr. Oliver Seilers von Allen & Overy zu Latham & Watkins Ende 2016 gab es keine nennenswerten personellen Bewegungen mehr im Markt. Allerdings rückte die Marktspitze wieder näher zusammen. Eine Ausnahmestellung wie im Vorjahr Sullivan & Cromwell konnte zuletzt keine der drei Topkanzleien für sich beanspruchen. In die Riege der Verfolger reihte sich Hogan Lovells ein, die mit einem beachtlichen Anteil an erfolgreichen Transaktionen, wie bei den Börsengängen von Vapiano oder Shop Apotheke den Markt beeindrucken konnte. Neben ihren hervorragenden Bankenbeziehungen hat sie sich inzwischen auch bei Unternehmen als Beraterin etabliert.

Linklaters und White & Case profitierten indes von ihrer Stärke im europäischen Ausland und begleiteten beispielsweise einige Deals in der lukrativen Schweiz. In Österreich kamen dagegen vor allem Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Clifford Chance zum Zug. Ein solcher Ausweg blieb Shearman & Sterling versperrt. Ein immer weiter abschmelzendes Team belegt, dass die Kanzlei das Equity-Kapitalmarktrecht strategisch nicht mehr im Fokus hat.


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die bei Aktienplatzierungen an deutschen und ausländischen Börsen beraten. Im Fokus der Anwaltstätigkeit steht die Begleitung von Emittenten während der verschiedenen Phasen dieses Prozesses ebenso wie der konsortialführenden Banken. Zu den Beratungsthemen zählen die Dokumentation, Prospekterstellung, Begleitung bei Anzeigepflichten u. andere das Wertpapierhandelsgesetz betreffende Aspekte. Häufig betreuen Kanzleien Unternehmen beim Börsengang und bei Kapitalerhöhungen, die sie bereits zuvor gesellschaftsrechtlich betreut haben.