JUVE Kanzlei des Jahres

Immobilienwirtschaftsrecht

Investoren suchen Anlagemöglichkeiten

Der Markt dreht sich: Erstmals seit 2008 wurde 2016 wieder weniger in den deutschen Immobilienmarkt investiert als im Vorjahr. Grund dafür ist vor allem das knappe Angebot. Eigentümer halten ihre Immobilien fest, weil sie in der anhaltenden Niedrigzinsphase keine anderen attraktiven Anlagemöglichkeiten sehen. Da der Durst der Käufer mit Transaktionen allein nicht gestillt werden kann, ist es nicht verwunderlich, dass Projektentwicklungen immer beliebter werden.

Ein weiterer Nebeneffekt: Sowohl bei Einzeltransaktionen als auch bei Portfolioverkäufen erklimmen die Preise neue Rekordhöhen. So wechselte der Taunusturm Medienberichten zufolge für rund €650 Millionen den Eigentümer, während Blackstone ein Portfolio im Wert von rund €1,28 Milliarden von Hansteen kaufte. Bei den großvolumigen Deals fiel es v.a. den Großkanzleien leicht, sich zu positionieren, weil hier häufig grenzüberschreitende Kompetenz gefragt ist. Immer beliebter werden auch die Asset-Klassen Studentenwohnheime und Hotels. Wer hier über Spezialkenntnisse verfügt, profitiert davon zurzeit kräftig. Wer diese noch nicht hat, versucht, sie zügig aufzubauen.

Immobilienpraxen müssen umdenken

Den Immobilienrechtlern geht es prächtig. Ablesbar ist dies unter anderem daran, dass zahlreiche Kanzleien zuletzt Partner aus den eigenen Reihen ernannten, darunter McDermott Will & Emery, CMS Hasche Sigle und Dentons. Die Teams sind auf Wachstumskurs, doch es fällt ihnen immer schwerer, die gewünschte Verstärkung durch Quereinsteiger auch zu bekommen. Der Boom bei Projektentwicklungen rückt zudem das Öffentliche Recht stärker in den Fokus des Transaktionsgeschäfts und erfordert eine enge Verzahnung der Bereiche.

Besonders gut aufgestellt sind hier bereits Kanzleien wie Greenberg Traurig und GSK Stockmann. Doch es gibt kaum eine Einheit, die an diesem Trend nicht partizipieren will und sich entsprechend orientiert. Andere Einheiten stärken hingegen zunächst ihre Kernimmobilienpraxen. Für viel Aufsehen sorgte der Wechsel von Dr. Carsten Loll, dem Leiter der weltweiten Immobilienpraxis von DLA Piper, zu Linklaters. Dr. Fabian Hartwich ging unterdessen von Berwin Leighton Paisner zu Mayer Brown.

Vorreiter bei Legal Tech für Immobilien-Due-Diligences

Wie wichtig die Associate-Ebene künftig noch sein wird, wird zurzeit heiß diskutiert, denn das Angebot an Legal Tech-Tools wird immer größer. Die Immobilien-Due-Diligences sind für diese technischen Hilfsmittel geradezu prädestiniert. Kanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer, Clifford Chance und Greenberg Traurig haben dies erkannt und sind ihren Wettbewerbern hier bereits einen Schritt voraus.


Besprochen werden Kanzleien, die bei folgenden Themen beraten: Kauf, Verkauf und Finanzierung von Immobilien u. Portfolios; Strukturierung von Immobilienfonds (siehe auch ?Investmentfonds und Asset-Management); Entwicklung von komplexen Immobilienprojekten sowie Industriearealen (siehe auch ?Umwelt- u. Planungsrecht, ?Projekte/Anlagenbau); Projekt- sowie Privatfinanzierung von öffentl. Immobilienprojekten u. Privatisierung; Großvermietungen u. -verpachtungen gewerbl. Immobilien. Mandanten sind Fonds, institutionelle Anleger, Finanzierer, Investoren oder institutionelle Entwickler. Empfohlene immobilienrechtl. orientierte Notare finden sich im Kapitel ?Notariat.


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