Medien, Technologie und Kommunikation

Medien und Technologie – die Digitalisierung führt alles zusammen

Digitalisierung: ein Wort, das jedes Unternehmen in Deutschland auf der Agenda hat. Als eine der ersten Branchen haben sich die Presseverlage damit beschäftigt. Für sie erweist es sich allerdings seit Jahren als die große Hürde, ihren Content nicht nur zu digitalisieren, sondern damit auch Geld zu verdienen. Das bringt nicht nur rechtliche Hürden mit sich. Wurde das Urheberrecht an den verschiedenen Stellen (Buch, Print, Musik, Film) bereits frühzeitig in die digitale Welt übertragen, folgen nun auch andere Branchen. Vom Auto bis zum Kühlschrank, von der Heizung bis zur Bohrmaschine, das wachsende Feld ‚Internet of Things‘ (IoT) stellt Unternehmen vor Fragestellungen im Urheber-, TK-, IT- und vor allem Datenschutzrecht.

Content immer und überall

Der Beratungsbedarf rund um die Herstellung, Verbreitung und Abwicklung von Content wächst. Auch wenn die Medienunternehmen Vorreiter waren, sind sie dennoch von der technischen Entwicklung getrieben. So kooperieren große Player der Branche, wie beispielsweise ProSiebenSat.1 mit Vodafone, für eine neue TV-Plattform. Auch die Telekom geht mit dem Angebot von ‚Stream on‘ einen neuen Weg der Bündelung und Verbreitung von Inhalten, wobei sich gleich wieder Fragen der Netzneutralität stellen.

Verbreitungswege der Zukunft bringen aber nicht nur die Fragen der passenden Plattform mit sich. Insbesondere bei Live-Inhalten müssen sich Anbieter die Frage stellen, ob sie nicht unter die Kriterien für Rundfunk und somit unter die Pflicht einer Rundfunklizenz fallen. Bestes Beispiel ist der bekannte Fall von Videospielvorspieler Piet Smiet, der seinen Youtube-Kanal infolgedessen offline stellte. Das Thema Bewegtbild spielt ebenfalls eine zunehmend große Rolle.

Hier drängte zuletzt Internetriese Facebook in den Markt und tritt dafür mit Hollywood-Studios in Verhandlung. Aber auch die klassische Filmindustrie entwickelt sich weiter. Die Filmförderung stieg von früher 50 Millionen Euro auf jetzt 125 Millionen Euro vom Deutschen Filmförderfonds. Somit bleibt Deutschland auch für ausländische Produktionen ein attraktiver Standort. Insbesondere die großen Plattformen Netflix und Amazon buhlten zuletzt um Marktanteile, welche sie zunehmend mit Eigenproduktionen füllen.

Wem gehören die Daten?

Ausfluss der Digitalisierung ist natürlich auch die enorme Datenproduktion. Bereits heute produziert ein modernes Auto rund 25 Gigabyte Daten pro Fahrstunde – und das wird mit der Weiterentwicklung im Kontext von Connected Car und autonomem Fahren noch steigen. Die Politik reagierte und ergänzte im Sommer 2017 das Straßenverkehrsgesetz um das Gesetz zum hoch- und vollautomatisierten Fahren. Hier werden die Grundlagen zum Einsatz von diesen Fahrzeugen geschaffen. Es enthält auch Regelungen zur Aufzeichnung von Daten während der Fahrt.

Wem aber gehören diese Daten? Und wer hat in welchem Umfang Zugriff darauf? Mittlerweile erkennen nicht mehr nur Google & Co., um welch wertvolles Wirtschaftsgut es sich bei diesen Daten handelt. Jedes Industrieunternehmen sieht sich mit dem Thema konfrontiert. Insbesondere die Datensicherheit steht dabei ganz oben auf der Agenda, vor allem auch in der Politik. Ein erster großer Schritt ist die im Mai 2018 in Kraft tretende europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Die Verarbeitung von Daten wird auf den Prüfstand gestellt und mag so manche Leiche im Keller von Unternehmen zum Vorschein bringen. „Heute reicht es nicht mehr in der 30-Zone nur 30 zu fahren, man braucht auch einen Fahrtenschreiber, um dies zu belegen“, bringt ein Inhouseanwalt die neue DSGVO auf den Punkt. Eine wesentliche Änderung vom alten Bundesdatenschutzgesetz zur DSGVO ist ebendiese Dokumentationspflicht von Datenströmen.

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