JUVE Kanzlei des Jahres

Informationstechnologie

Der Endspurt läuft, Datenschützer gefragt wie nie

IT-Rechtler haben alle Hände voll zu tun. Der Grund: Der Countdown zur Umsetzung der DSGVO im Mai 2018 läuft. Spätestens mit Ablauf der Jahresfrist 2016 begann der Großteil der Unternehmen mit der Umsetzung – zumindest in der Theorie. Nicht wenige von ihnen holen sich dafür Hilfe von Kanzleien. Dabei befinden sich die Anwälte in einer spannenden Zeit, denn selten war der Gesetzgeber rund um das Thema Daten auf Bundes- wie auf EU-Ebene so aktiv. DSGVO, E-Privacy sowie die steigende Zahl von Hackerangriffen rücken das Thema Cybersecurity in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bei Unternehmen.

Dabei wird die Aufstellung der deutschen Datenschutzbehörden mit großem Interesse verfolgt. Wie aktiv werden sie die Unternehmen auf DSGVO-Compliance unter die Lupe nehmen? In Anbetracht der hohen Bußgelder und auch aus Haftungsgründen hängt das Thema in Unternehmen nicht selten auf Vorstandsebene. Kombiniert mit dem Zeitdruck zur Umsetzung der DSGVO, ist das ein Paradies für jeden Datenschutzrechtler.

Industrie 4.0 allgegenwärtig

Der Wirbel um die DSGVO rückt das übergeordnete Thema Digitalisierung ein Stück weit in den Hintergrund. Doch weiterhin gilt: Alles wird digitalisiert – vom Auto bis zum Kühlschrank. Und gerade bei den zahlreichen neuartigen Projekten in nahezu allen Branchen – vom Versicherer über die Banken bis zur klassischen Industrie – sind IT-Anwälte gefragt. Das führt zu der logischen Konsequenz, dass nahezu keine Transaktion mehr ohne IT-Anwalt laufen kann. Nicht selten kann ein Deal durchaus an der Daten-Due-Diligence scheitern.

IT-Praxen rücken ins Zentrum

Und so werden die IT-Praxen auch in den großen Einheiten strategisch wichtiger und agieren – anders als noch vor wenigen Jahren – als eigenständige und vor allem anerkannte Praxen. Im Vorteil sind nach wie vor diejenigen, die sich das Thema Technologie schon frühzeitig auf die Fahnen geschrieben haben, wie etwa Baker & McKenzie und Noerr, genauso wie Osborne Clarke, Taylor Wessing, Bird & Bird und DLA Piper. Aber auch im deutschen Markt noch junge Kanzleien wie Pinsent Masons sind gut in der Branche vernetzt. Sie haben in der Datenschutzberatung den Vorteil eines internationalen Netzwerkes. Etablierte Boutiquen wie Vogel & Partner oder SSW Schneider Schiffer Weihermüller haben zwar visible Partner für Datenschutz, um nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen sie aber das internationale Netzwerk ausbauen, worauf SSW etwa reagierte und die Beziehungen ins Ausland zuletzt stärkte.

Vorbereitet für DSGVO-Streitigkeiten

Mit Blick in die Zukunft und damit auf Tag eins nach der DSGVO stellen sich einige Kanzleien bereits jetzt auf zahlreiche Streitigkeiten ein. Somit sind Einheiten wie Reed Smith mit ihrer anerkannten Prozesspraxis gut aufgestellt. Auch White & Case oder WilmerHale, die an der Seite von Facebook zahlreiche Verfahren führen, blicken auf ein anziehendes Beratungsfeld. Personell lassen Zufriedenheit mit dem Geschäft oder Überarbeitung keine Zeit für Wechselgedanken aufkommen. Zur Sommerpause wechselte neben Dr. Thomas Jansen von DLA Piper zum Münchner Büro von Heuking Kühn Lüer Wojtek erneut Sven Schlotzhauer von Büsing Müffelmann & Theye zu von Boetticher.

 


Die folgenden Bewertungen behandeln einerseits Kanzleien, die im klassischen EDV-Recht, bestehend aus Verträgen und Prozessen (Systemimplementierungen, Softwarelizenz- u. -entwicklungsverträge sowie Vertriebs-, Kartell- u. Wettbewerbsrecht), beraten, bei denen aber auch die Themen Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance und IT-Vergabe eine Rolle spielen. Andererseits bildet das transaktionsgetriebene Geschäft, wozu Outsourcing Deals, die Auslagerung von einzelnen Geschäftsprozessen (sog. Business Process Outsourcing) sowie die Begleitung von Transaktionen zählen, einen zentralen Bereich des Kapitels. Die in klassisches (Verträge und Prozesse) und transaktionsgetriebenes Geschäft (inklusive Outsourcing) unterteilten Rankings verdeutlichen die Positionierung der jeweiligen Kanzleien. Da im Zusammenhang mit den hier behandelten Themen regelmäßig Fragen des ?Marken- und Wettbewerbsrechts und ?Vertriebsrechts auftauchen, sollten auch diese Kapitel konsultiert werden. In Büros mit Schwerpunkt in der ?Medienbranche gehört die Beratung an der Schnittstelle zu Medien u. Telekommunikation, v.a. im Zusammenhang mit dem Internet u. dem Zusammenwachsen von Inhalten u. Technologie, zum Tagesgeschäft. Eine Übersicht zu Kanzleien, die mit fachbereichsübergreifenden Teams bei aktuellen Untersuchungen/internen Ermittlungen beraten und Unternehmen beim strukturellen Aufbau von Compliance begleiten, findet sich unter ?Compliance.


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