JUVE Kanzlei des Jahres

Medien

Digitalisierung stellt immer neue Fragen

Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Medien in der Digitalisierung weiter fortgeschritten. Alle klassischen Medien – Buch, Zeitung, Musik, Film – sind mittlerweile den Weg in die digitale Welt gegangen. Somit verläuft das Geschäft für Rechtsberater im Vergleich zur Beratung im IT- und Datenschutz weniger dynamisch. Grundsatzverfahren wie etwa um Werbeblocker Eyeo gegen Zeitungsverleger, die hier ihr Geschäftsmodell bedroht sehen, beschäftigen die Branche. Neue Fragen müssen sich Anbieter von Live-Content stellen, etwa ob sie nicht unter die Kriterien für Rundfunk fallen. Bestes Beispiel ist der bekannte Fall von Videospieler Piet Smiet, der seinen YouTube-Kanal infolgedessen offline stellte.

Urheberrecht: Wo steckt die Revolution?

Im März 2017 trat das neue Urhebervertragsrecht in Kraft. Insgesamt zeigt sich die Medienbranche enttäuscht von den neuen Regelungen. Mehr Rechtsstreitigkeiten und Bürokratie werden erwartet, denn der neue Auskunftsanspruch fordert umfassende Reporting-Systeme. Auch die neue Verlegerbeteiligung führt zu großen Umstrukturierungen von seit Jahrzehnten etablierten Verteilungssystemen. Das Ziel der Politik ist, das Urheberrecht an das digitale Zeitalter anzupassen, vieles davon steht noch unter dem Vorbehalt der europäischen Urheberrechtsreform, die in Zukunft einen digitalen Binnenmarkt schaffen soll.

Medienrecht zunehmend Schnittstellenberatung

Nach wie vor macht die Entwicklung der Branche deutlich, wie wichtig in der anwaltlichen Beratung die Schnittstelle zum IT- und damit einhergehend dem Datenschutzrecht neben der medienrechtlichen Expertise ist. So können sich die Kanzleien besonders gut positionieren, die über starke Medien- und IT-Praxen verfügen und sich zudem den Entwicklungen des Marktes frühzeitig durch gezieltes Zusammenarbeiten der TMT-Praxen stellen. Dazu zählen etwa CMS Hasche Sigle, DLA Piper, Taylor Wessing oder auch Osborne Clarke.

Branchenfremde Unternehmen fragen urheberrechtliche Beratung stark nach

Aber auch die Beratung zum Urheberrecht läuft im Kontext der Digitalisierung von branchenfremden Unternehmen keineswegs unter ‚ferner liefen‘. Bestes Beispiel ist Lausen, die sich weiter als Spezialistin auf diesem Feld beweisen kann und mit einer Büroeröffnung in Hamburg belegt, wie sich Boutiquen im Markt durchsetzen können. Ähnlich positiv entwickelte sich Straßer Ventroni Deubzer Freytag & Jäger, die erneut die Verbindung zu branchenfremden Unternehmen ausbaut.

Das Nischengeschäft belegen weiterhin Einzelkämpfer oder kleine Einheiten. So steht Hertin & Partner wie kaum jemand für die Nachvergütungsverfahren. Unter neuer Flagge bearbeitet Scales Weichs Renner – das ehemalige Medienteam von Wirsing Hass Zoller – in München ihr Geschäft zu den Geräteabgaben der ZPÜ.

 


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die einen Schwerpunkt in der Beratung der Film-, TV-, Entertainment- u. Verlagsbranche haben. Um die Beratungsschwerpunkte zu verdeutlichen, gibt es separate Rankingtabellen für die Vertragsgestaltung, die Medienregulierung u. die Transaktionsbegleitung.


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