JUVE Kanzlei des Jahres

Energiewirtschaftsrecht

Gesetzgebung im schnellen Takt

Im vergangenen Jahr hat der Gesetzgeber die Energierechtler kontinuierlich mit Arbeit versorgt: Das Strommarktgesetz setzt den Rahmen. Es soll bei anhaltendem Zuwachs der erneuerbaren Energien die Versorgungssicherheit im Markt gewährleisten helfen. Die EEG-Novelle brachte die neuen Ausschreibungsmodelle für erneuerbare Energien mit sich. Gleich die erste Ausschreibung für Offshorewindparks sorgte für Furore, weil EnBW mit einem Null-Cent-Angebot gewinnen konnte. Die KWKG-Novelle etablierte ebenfalls Ausschreibungsmodelle sowie eine Entlastung stromkostenintensiver Unternehmen. Sie stehen zudem wegen Neuerungen bei der Eigenerzeugung vor Unsicherheiten, die die eingeräumte Amnestieregelung nur bedingt ausräumt.

Vertragliche Lösung für Atomaltlasten gefunden

Das umstrittene Thema der Verantwortung für die Atomaltlasten klärte die Bundesregierung mit den Energiekonzernen vertraglich: 24,7 Milliarden Euro flossen in einen Staatsfonds.

Im M&A-Markt dominieren derzeit Joint Ventures, die kennzeichnend sind für die Konsolidierung der Branche, und die Suche nach neuen Geschäftsmodellen, die auch von der Digitalisierung angetrieben wird.

Ungebrochen intensiv sind die Streitigkeiten um Konzessionsverfahren für Gas und Stromnetze. Ohnehin nimmt in vielen Kanzleien das Litigation-Geschäft weiter zu.

Harter Konkurrenzkampf unter den Kanzleien

Der Wettbewerb unter den Kanzleien bleibt ungebrochen: Zu beobachten ist eine fortschreitende Zersplitterung der Beraterwelt. Junge Energierechtler trennen sich von ihren Einheiten. So wechselte ein marktbekanntes Regulierungsteam von Freshfields Bruckhaus Deringer zu Flick Gocke Schaumburg, die damit in den Markt eintreten. Gleichzeitig versuchen Boutiquen und Neustarter ihren Einfluss zu erweitern: So gewann FBD-Spin-off Chatham Partners an Gewicht u. die Boutique Boos Hummel & Wegerich eröffnete ein Büro in Köln. Pinsent Masons kämpft mit ihrem neuen Team von Düsseldorf aus um Marktanteile, und eine Kanzlei wie Noerr schraubt ohnehin seit Jahren daran, ihre Präsenz zu erweitern.

Etablierte Einheiten wie FBD oder White & Case stehen weiterhin unter hohem Druck, weil die Erwartungen an hohe Margen kaum umzusetzen sind. Clifford Chance hat in dieser Hinsicht mit ihren Umstrukturierungen einen guten Schritt gemacht – um den Preis, einen Teil des Geschäfts u. den Ruf als Regulierungseinheit verloren zu haben.

 


Besprochen werden Kanzleien, die Beratungsleistungen für die Branche in mehr als einem relevanten Rechtsgebiet ( ?Gesellschaftsrecht, ?M&A, ?Bank- u. Finanzrecht, ?Kartellrecht, ?Öffentl. Sektor, ?Projektentwicklung/Anlagenbau) in signifikantem Umfang anbieten.


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