JUVE Kanzlei des Jahres

Versicherungsvertragsrecht: Prozessvertretung und Beratung

Neue Risiken und mehr Wettbewerb

Die spektakulären Cyberangriffe im Sommer 2017 haben auch dem Letzten klar gemacht, dass beim Vormarsch der Digitalisierung ein reelles Schadensrisiko entstanden ist, auf das sich Versicherer nicht umsonst schon seit ein paar Jahren mit speziellen Angeboten vorbereiten. Datenverluste beziehungsweise die Kosten von Wiederherstellungsbemühungen können gerade für Unternehmen existenzbedrohend werden, die viel in die eigene Digitalisierung investieren.

Zunehmende Internetkriminalität und sog. Fake-President-Fälle sind weitere Risiken, die Unternehmen zunehmend beschäftigen. Auch die Kanzlei BLD Bach Langheid Dallmayr hat zuletzt gezielt eine Gruppe für die Beratung zu Themen wie Autonomes Fahren, Industrie 4.0, Cyber, Smart Home und zu digitalen Themen aufgesetzt.

BGH-Urteil: Direktes Vorgehen gegen D&O-Versicherer ist möglich

Doch stehen derzeit noch zahlreiche heikle Haftungsszenarien um echte oder vermeintliche Fehler von Vorständen und Managern im Fokus aktueller Streitigkeiten. Ein BGH-Urteil wurde daher viel beachtet, das ein direktes Vorgehen von Unternehmen gegen den D&O-Versicherer eines Managers ermöglicht. Der Fall wurde von einem Insolvenzverwalter angestrengt und steht so noch für einen weiteren Trend: Viele Versicherungsspezialisten berichten davon, dass die Klagen von Insolvenzverwaltern immens zugenommen haben, da diese in einem insgesamt streitfreudigeren Marktklima noch stärker als früher im Sinne der Insolvenzmasse jedes Mittel ausschöpfen.

Diese Entwicklung ruft bei den Kanzleien ebenso wie bei den Anbietern von Versicherungslösungen neue Akteure auf den Plan. Neben vielen kleineren Risikozeichnungseinheiten wurde auch der Eintritt von Berkshire Hathaway Specialty Insurance im Sommer 2016 in den deutschen Markt aufmerksam registriert. „Die Preise für Industrieversicherungen und D&O-Programme sinken, der Kampf wird härter“, ist eine Beobachtung vieler Versicherungsspezialisten.

Konkurrenz für Bach Langheid

Auch auf dem Anwaltsmarkt gerät die Szene in Bewegung. An die führende Marktstellung von BLD Bach Langheid Dallmayr im Versicherungsbereich hatte sich der Markt lange gewöhnt. Ihre exzellente Positionierung erarbeitete sie sich durch eine konsequente Ausrichtung auf die Branche, neue Entwicklungen hat sie stets frühzeitig erkannt und aufgegriffen – und mit einem relativ straffen Managementkurs umgesetzt. Einige Partner zählen heute zu den angesehensten D&O-Spezialisten. Doch inzwischen gibt es neuen Wettbewerb, den die Versicherer bei der Mandatsvergabe aufmerksam wahrnehmen dürften.

So legte das im Vorjahr eröffnete Büro der internationalen Wettbewerberin Clyde & Co ein starkes erstes Jahr hin. Ebenso wie Ince & Co in Köln bringt sie ein gewachsenes und spezialisiertes Netzwerk mit, das der zunehmenden Internationalisierung von Verträgen und Schadensfällen entspricht. BLD reagierte und formalisierte ihr eigenes internationales Netzwerk mit je einer führenden US-, britischen u. australischen Versicherungsspezialkanzlei nur wenige Monate später. „Die Versicherer wird es freuen, sie haben nun mehr Auswahl“, kommentiert ein in Haftungsfällen versierter Anwalt einer Großkanzlei.

Immer mehr Bedeutung bekommen im Rahmen der verschärften Diskussion um Risiken, Haftung und Compliance aber auch Berater von Industrieunternehmen, die Risiken abzudecken haben. Hier hat sich die Kanzlei Wilhelm eine Position erarbeitet. Inzwischen entdecken auch andere Kanzleien wie z.B. Noerr oder CMS Hasche Sigle zunehmend diesen Bedarf.

 


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die über Expertise im Versicherungsvertragsrecht verfügen. Einige Großkanzleien haben Litigation-Praxen eingerichtet, die in Haftungs- u. Regressfällen bzw. Schiedsverfahren auch für Versicherer tätig werden. Besprechungen solcher Kanzleien finden Sie teils auch im Kapitel ?Handel und Haftung.


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