JUVE Kanzlei des Jahres

Vertriebssysteme

Digitalisierung: Das Rad dreht sich schneller

Die Schockwellen des Abgasskandals sind noch nicht abgeklungen, da steht mit dem Kartellvorwurf gegen deutsche Autobauer bereits der nächste Skandal ins Haus. Dabei hatte die Automobilindustrie zuletzt wieder in die Zukunft geblickt und mit Feuereifer digitale Projekte wie ,Connected Cars‘ und ,Autonomes Fahren‘ vorangetrieben. Damit einher geht die Entwicklung neuer Vertriebskonzepte, die v.a. unter dem Stern des immer zentraleren Onlinehandels steht.

Doch nicht nur die Autohersteller, insbesondere die Händler sehen durch die digitale Konkurrenz ihre bisherigen Geschäftsmodelle in Gefahr. Im Zahlungs- und Dienstleistungsverkehr machen es Fintechlösungen möglich, Versicherungen, Bausparverträge oder Kredite per App abzuschließen. Wirft der Trend zum Handel von Konsumgütern im Internet rechtliche Fragen zu Transport und Logistik auf, stellen sich bei Online-angebotenen Finanzprodukten zusätzlich regulatorische Fragen.

Dabei betreten Unternehmen häufig rechtliches Neuland. Wo noch keine Präzedenzfälle den Weg vorgeben, erhofft sich der Markt Klarheit von Pilotverfahren, wie zuletzt im kartellrechtlichen Streit um selektive Vertriebssysteme. Das OLG Düsseldorf wies die Klage des Sportartikelherstellers Asics gegen eine Entscheidung des Bundeskartellamts ab: Markenhersteller können es Händlern nicht verbieten, Preissuchmaschinen und Onlineverkaufsportale zu nutzen.

Vor diesen Entwicklungen stellt sich in vielen Unternehmen die Frage: Wie compliant ist mein Vertriebssystem? Ein Treiber für diese Frage ist insbesondere die bis Mai 2018 umzusetzende neue EU-Datenschutzgrundverdordnung.

Datenschutzthemen fordern IT-Expertise

Aufgrund der Datenflut, die innerhalb der Vertriebs- und Franchisesysteme generiert wird, steigt der Beratungsbedarf zu Datensicherheit rasant. Hier können sich Kanzleien mit starken IT-Praxen wie Noerr oder Hogan Lovells positionieren. Doch auch in Boutiquen wie Schindler oder Schlarmann von Geyso haben sich zuletzt junge Partner auf IT-Recht und Datenschutz spezialisiert.

Kanzleien eröffnen um Markteintritte im Iran zu begleiten

Grenzüberschreitende Mandate nehmen weiter an Bedeutung zu, getrieben nicht zuletzt durch das Interesse am Markteintritt im Iran. Hier konnte sich nach CMS Hasche Sigle auch Rödl & Partner mit der Eröffnung eines eigenen Büros eine Poleposition sichern. Doch auch Kanzleien mit starker Ausrichtung auf das Außenhandelsrecht wie Graf von Westphalen sind in Bezug auf sanktions- und embargorechtliche Fragen in Vertriebssystemen gut aufgestellt.

Während einige Sozietäten wie Schindler und Friedrich Graf von Westphalen & Partner sichtbar am Generationswechsel arbeiten, plagen sich andere noch mit Nachwuchssorgen. Kein Generationsproblem hat hingegen Osborne Clarke, sie erweitert mit einem Zugang von CMS Hasche Sigle die Praxis nun auf ihren Münchner Standort.


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