DLA PIPER

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: Der Kulturwandel in der deutschen Praxis von DLA ist weiterhin in vollem Gange. Die Kanzlei hat sich zum Ziel gesetzt, das unternehmerische Denken u. Handeln ihrer Partner zu stärken u. gleichzeitig die fachübergreifende Zusammenarbeit zu intensivieren. Dementsprechend propagiert das Managementduo Dr. Benjamin Parameswaran u. Dr. Konrad Rohde sehr deutlich seine Erwartung, dass die Partner miteinander kooperieren u. Mandate teilen. Der Weg, den die Kanzlei beschritten hat, ist nicht leicht, aber es hilft, dass Partner an Entscheidungen partizipieren dürfen u. dass die Zusammenarbeit stärker als früher über das Vergütungssystem belohnt wird. Im Zuge des Umbaus hat sich DLA zudem von einigen Partnern getrennt. Die Erfolge, die sich aus der Nutzung des ww. Netzwerks u. individueller Akquisestärke ergeben, wurden schon kurz nach dem personellen Umbau in einigen Fachbereichen sehr deutlich, zum Beispiel im Arbeitsrecht. Die Praxis hat sich nach mehreren Weggängen neu aufgestellt, was v.a. in Frankfurt Platz machte für jüngere Partner, die eigene Kontakte aufbauen u. Mandate zunehmend internat. steuern.
Ihrer fachlich breiten Aufstellung bleibt DLA bei alledem treu u. machte in mehreren Praxen gute Fortschritte. Der starken IT-Praxis gelang es, sich bei dem Trendthema des vergangenen Jahres, dem Datenschutz, zu profilieren. Bei ihrer Arbeit für Mandanten wie Audi oder Lanxess konnte sie ihre grenzüberschreitende Aufstellung gut ins Spiel bringen. Auch die Immobilienpraxis kam nach dem Verlust des Praxisgruppenleiters im Vorjahr wieder auf die Beine, auf sie entfiel eine der beiden deutschen Partnerernennungen. Im Bereich Projektentwicklungen ist DLA ohnehin durch einen jungen Münchner Partner sehr präsent. Doch v.a. die Fortschritte in der rührigen Corporate-Praxis werden immer deutlicher sichtbar u. zeigen sich u.a. in der regelmäßigen Transaktionsarbeit für Syngenta, BASF u. Rolls-Royce Power Systems. In München musste sich die Gruppe allerdings neu orientieren: Die gesamte Corporate-Partnerriege vor Ort verließ die Kanzlei. Zwar legte DLA schnell nach u. verpflichtete 2 jüngere Quereinsteiger von Baker u. Dentons – diese müssen jedoch erst in ihre neue Position hineinwachsen.
Licht u. Schatten gab es auch im Bank- u. Finanzrecht: Auf der Negativseite stand der Verlust des Finanzierungspraxischefs Dr. Wolfram Distler, der zu Weil Gotshal ging. Zwar ist DLA bei Projekt- u. Immobilienfinanzierungen durchaus weiter aktiv, doch für ihre Unternehmensfinanzierungspraxis war dies ein herber Rückschlag. Auf der anderen Seite gelang es ihr, mit Dr. Roland Maaß erstmals einen erfahrenen Equity-Kapitalmarktrechtler zu verpflichten. Er kam im Herbst 2018 von Latham.
JUVE Kanzlei des Jahres in: Arbeitsrecht.
Besondere Stärken: Datenschutz; Presse; Verkehr; Versicherungsvertragsrecht.
Siehe auch: Frankfurt; Hamburg; Köln; München; Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 209
Internat. Einbindung: Eine der ww. größten Kanzleien mit insges.mehr als 80 Standorten in über 40 Ländern (inkl. USA, Kanada, Asien, Südamerika, Australien). Ende 2017 schlüpften 20 afrikanische Standorte, die zuvor als Kooperationspartner mit der Kanzlei verbunden waren, als DLA Piper Africa unter das internat. Dach von DLA. Im Januar 2019 soll ein Büro in Dublin eröffnet werden. Daneben exklusive Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in Brasilien. Aufsehen erregte Ende 2017 der Wechsel des ww. Co-Chairs Juan Picón (Spanien) zu Latham & Watkins. Wenig später verließ der Co-Managing-Partner der US-Praxis die Kanzlei in Richtung McDermott Will & Emery, die auch ein 50-köpfiges DLA-Team in Kalifornien aufnahm.
Entwicklung: So richtig zur Ruhe ist DLA seit ihrem selbst verordneten Wandel noch nicht gekommen. Dass auch Partner die Kanzlei verlassen haben, die sie halten wollte u. die den neuen Kurs eigentlich mittrugen u. unterstützten, zeigt, dass sie sich etwas zu lange Zeit gelassen hat. Hätte sie sich früher um ihr Miteinander gekümmert, hätte das die Geduld u. Loyalität der Partner erhöhen können.
Umso wichtiger ist es nun, dass sich DLA, der lange das Image einer Quereinsteigerkanzlei anhing, künftig noch stärker um die Förderung des eigenen Nachwuchses kümmert. So kann sie Anwälte aufbauen, die den neuen Teamgeist von vorneherein verinnerlichen. Letztlich hängt aber auch der Erfolg des Aufbaus von unten davon ab, wie gut DLA ihre Partner davon überzeugen kann, Mandate zu teilen.
Insbes. für das weitere Fortkommen der Corporate-Praxis wird es nötig sein, die bisherige Riege starker, marktbekannter Partner zu erweitern. Weiterhin gelten die beiden Hamburger Partner Parameswaran u. Dr. Nils Krause als die Zugpferde v.a. des M&A-Geschäfts, auch wenn in Köln anerkannte Gesellschaftsrechtler – bislang jedoch relativ eigenständig – tätig sind, u. sich in Frankfurt die personelle Verbreiterung im Vorjahr durchaus positiv bemerkbar gemacht hat. Die personelle Unruhe in München hat die Praxis jedoch geschwächt, u. ein Wiederaufbau wird noch einige Zeit dauern.
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