HENGELER MUELLER

M&A★★★★★

Bewertung: Legte man die Gesetze einer simplen Marktlogik an, müsste HM seit mehreren Jahren eine Kanzlei in der Krise sein. Zielstrebig hat sich Linklaters als Hauptkonkurrentin um die Gunst der Dax-Vorstände etabliert, während sich Freshfields auf die lukrativsten grenzüberschr. Deals konzentriert u. eine Reihe von US-Kanzleien, allen voran Latham & Watkins, offensiv Jagd auf herausrag. Partnerpersönlichkeiten macht. In allen Punkten also, die HM trad. als Alleinstellungsmerkmale betrachtet, ist die Konkurrenz stärker u. aggressiver denn je. Und dennoch steht HM scheinbar unbeeindruckt mit an der Marktspitze. Die Kontakte zu dt. Großkonzernen sind über die Jahre nicht schwächer geworden, wie sich bei Transaktionen wie Innogy/RWE/E.on oder Linde/Praxair zeigte. Bei grenzüberschr. Deals profitiert HM wie eh u. je von ihrem hervorrag. Best-Friend-Netzwerk: dass bei Transaktionen vom Kaliber Tata Steel/Thyssenkrupp, PSA/Opel oder Fortum/Uniper auf der Gegenseite der Dax-Konzerne mit schöner Regelmäßigkeit keine internat. Kanzlei auftaucht, sondern HM, nehmen Wettbewerber nach wie vor als gegeben hin – ein besserer Beleg für die Satisfaktionsfähigkeit der Kanzlei auf dem internat. Parkett dürfte schwer zu finden sein. Auch die Londoner HM-Präsenz steuert regelm. Mandate bei, wenngleich hier der Wechsel eines für Finanz- u. strateg. Investoren gleichermaßen tätigen, jungen Partners im Vorjahr weiterhin schmerzt. Relativ ruhig blieb es dagegen um das vor wenigen Jahren eröffnete Büro in Schanghai, das zwar beständigen Dealflow generiert, den Markt für dt.-chin. M&A-Transaktionen aber noch nicht nachhaltig verändert hat. Während die Dealbilanz keinen wunden Punkt erkennen lässt, sehen manche Beobachter für HM strukturelle Probleme in der Zusammenstellung der Partnerschaft heraufziehen. In der Tat hat die Kanzlei, anders als die dt. Büros der Londoner Spitzenkanzleien, die Riege ihrer über 50-jährigen Partner nie systemat. ausgedünnt, um Platz für jüngere Leistungsträger zu schaffen – auch wenn in jüngster Zeit eine Reihe von Partnern dieser Altersklasse die Kanzlei verließen u. ihre Karriere als Wirtschaftsanwälte beendeten. Die regelm. Kritik mancher Wettbewerber, dass Superstars vom Schlage eines Ziegenhain oder Schiessl eines Tages klaffende Lücken hinterlassen müssten, ist allerdings unplausibel. Nicht nur bei mittelgr. Deals, auch bei großvol. Transaktionen wie bspw. Stahlgruber schickt HM ihre Nachwuchspartner routinemäßig an die Front. Die Folge ist, dass heute mit Wiegand, Meurer, Schwandtner u.a. die nächste Dealmaker-Generation schon bereitsteht. Wenn die gelegentl. Partnerwechsel zu anderen Kanzleien, die HM in den vergangenen Jahren erstmalig geschehen lassen musste, im Zukunft nicht häufiger vorkommen, wird sich an der führenden Position der Kanzlei in den nächsten Jahren schwerlich etwas ändern.
Stärken: Hoch renommierte Partner, die eine Vielfalt an Spitzenmandaten, Asset-Klassen u. Transaktionsgrößen betreuen. Niedrige Leverage u. hoher Partnereinsatz.
Oft empfohlen: Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain, Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Christof Jäckle, Dr. Reinhold Ernst, Dr. Matthias Hentzen, Thomas Müller, Dr. Peter Weyland, Dr. Christian Möller, Prof. Dr. Jochen Vetter, Dr. Daniela Favoccia, Dr. Emanuel Strehle, Dr. Albrecht Conrad, Dr. Joachim Rosengarten, Thomas Meurer, Dr. Bernd Wirbel, Dr. Daniel Wiegand, Dr. Johannes Adolff, Dr. Georg Frowein, Dr. Nicolas Böhm, Dr. Christian Schwandtner, Dr. Alexander Nolte, Dr. Simon Link, Dr. Georg Seyfarth
Team: 31 Partner, 2 Counsel, 89 Associates
Schwerpunkte: Hochkarätige M&A-Arbeit, Konzentration auf dt. Bluechip-Firmen, aber auch starke internat. Verbindungen, teils über befreundete Kanzleien. Auch führend im Gesellschaftsrecht.
Mandate: Innogy zu Übernahme der Anteilsmehrheit von RWE durch E.on; Fortum bei gepl. Übernahme von Uniper; Tata Steel zu Fusion mit Thyssenkrupp; Linde bei Fusion mit Praxair u. Verkauf des US-Geschäfts; Stahlgruber bei Verkauf des Autoteilegeschäfts; Bosch bei Verkauf der Anlasser- u. Generatorensparte sowie bei Beteiligung an Here; IKB bei Verkauf von IKB Leasing; Siemens bei Verkauf von Convergence Creators; Dt. Lufthansa bei Kauf von LGW aus Air-Berlin-Insolvenz; PSA weiter zu Kauf von Opel/Vauxhall; Generali bei Verkauf der Mehrheit an Generali Leben; CRH bei Kauf von Fels-Werke; VTG zu Übernahmeangebot durch Warwick; Naspers bei Zukauf von Anteilen an Delivery Hero; Management 50Hertz bei Verkauf; Fazit-Stiftung bei Verkauf Frankfurter Rundschau u. Frankfurter Neue Presse; Aurora Cannabis bei Kauf von Pedanios.
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