ASHURST

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: Der teamorientierte Beratungsansatz, den das deutsche Management vorangetrieben hat, u. die vor 2 Jahren neu geregelte Vergütungsstruktur mit der Einführung eines Bonussystems u. Lockerung des strengen Locksteps zahlen sich aus. Der Kanzlei gelingt es immer besser, für die Beratung in den für sie typischen Branchen – dazu zählen v.a. der Automobil- u. der Immobiliensektor – verschiedene Fachbereiche u. Büros zusammenzuziehen. Die erneute Corporate-Arbeit für Grammer bei der Übernahme durch den chinesischen Zulieferer Ningbo Jifeng steht stellvertretend für diese Entwicklung u. wirft zugleich ein Schlaglicht auf die intensivierten Beziehungen in den asiat. Markt. Mandate mit Verbindungen in den Fernen Osten sind ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Zu China gesellten sich zuletzt häufiger Mandate mit Japan- u. Südkoreabezug, sodass sich der noch junge China-Desk nicht nur bewährt, sondern immer mehr zu einem Asien-Desk entwickelt. Auch die deutsche Immobilien-Praxis konnte die Verbindungen nutzen: Über das australische Büro intensivierten sich die Beziehungen zu asiat. Investoren, die bei Akquisitionen im deutschen Markt beraten wurden. Derweil gelang es dem Frankfurter Private-Equity-Partner Dr. Benedikt Frhr. von Schorlemer mit seinem Beratungsfokus auf Infrastruktur u. erneubare Energien Verweismandate aus dem Londoner Büro anzuziehen, etwa von dem Investor Equistone Partners.
Doch zuletzt gelang es auch, deutlich mehr deutsche Schlüsselmandanten, v.a. Industrieunternehmen, davon zu überzeugen, das internat. Ashurst-Netzwerk zu nutzen. Auf Finanzierungsseite kam zu Jahresbeginn mit Filip Kurkowski ein Partner, der viel Erfahrung an der Schnittstelle zu Immobilien- u. Asset-Finanzierungen mitbrachte. Mit dem Wechsel gelang es dem Finance-Team einen Kontrapunkt zu den Abgängen der jüngeren Vergangenheit auf Partner- u. Counsel-Ebene zu setzen.
Siehe auch: Frankfurt; München.
Anwälte in Deutschland: 70
Internat. Einbindung: Standorte in ganz Westeuropa, Asien, Australien, Nahost sowie kleinere Büros in New York u. Washington D.C.
Entwicklung: Die Kanzlei hat in den vergangenen 3 Jahren ihre Kapazitäten in Frankfurt u. München Schritt für Schritt ausgebaut. Allerdings gab es erneut personelle Unruhe. So verlor das Münchner Büro einen aufstrebenden Private-Equity-Partner der jüngeren Generation an Noerr, 2 Immobilienrechtler verabschiedeten sich in Richtung Norton Rose. Auch wenn das Renommee u. Geschäft der Kanzlei stark bleiben, wird deutlich, dass vom Management weitere Anstrengungen nötig sind, um die Beraterriege zu stabilisieren.
Dies gilt umso mehr, als es gerade jetzt wichtige Weichen für die Zukunft stellte. Mit dem Einstieg von Dr. Nicolas Nohlen (von Hengeler) ins Frankfurter Büro beendete Ashurst eine Phase von fast 10 Jahren, in der die Litigation-Praxis nicht auf Partnerebene besetzt war. Für den Aufbau einer Frankfurter Kartellrechtspraxis kam Dr. Michael Holzhäuser von DLA. Um auf der Basis solcher Zugänge eine strategische Weiterentwicklung nachhaltig zu fördern, braucht es aber weitere Verstärkung, auch auf Associateebene. Die Verbreiterung der Partnerriege u. die langfristige Integration der jüngeren Anwälte in die neue Teamkultur gehören dabei zu den wichtigsten Managementaufgaben. Denn die Kanzlei agierte u.a. bei einem wichtigen Thema wie der Bankenberatung zum Thema Brexit unauffällig. Mit dem bei Finanzfragen starken Londoner Büro u. dessen intensiven Kontakten nach Asien, auch zu japanischen Banken, wäre sie für diese Arbeit am Finanzplatz Frankfurt eigentlich prädestiniert.
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