MENOLD BEZLER

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Die Mittelstandskanzlei aus dem Südwesten hat unruhige Zeiten durchlebt. Auf einen Schlag verlor sie im Sommer ein 9-köpfiges Team, das überwiegend in der gesellschaftsrechtlichen Praxis tätig war, an die Wettbewerberin Ebner Stolz, darunter auch bekannte Köpfe wie Gründungspartner Dr. Oliver Schmidt u. Dr. Christoph Winkler, der bis zum Jahreswechsel noch Co-Managing-Partner der Kanzlei war. Zuvor verließ der renommierte Markenrechtsexperte Dr. Andreas Schabenberger mit 2 Associates die Kanzlei. Die Verluste bedeuten den wohl größten personellen Einschnitt seit der Gründung 2004. Als Gründe für die Trennung, insbes. vom Corporate-Team, werden strategische Differenzen gehandelt. Menold hat immer wieder Angebote von größeren, auch internat. Einheiten für einen möglichen Zusammenschluss erhalten, den Avancen bisher aber nicht nachgegeben. Denn die verbliebenen 25 Equity-Partner wollen den Kurs halten u. setzen weiter auf Unabhängigkeit u. eine Ein-Standort-Politik.
Bislang hat Menold so geschickt eine lukrative Nische im Stuttgarter Markt besetzt – u. sich entsprechend bei Konzernen wie Daimler u. Robert Bosch positioniert.Die Vergabepraxis, die eng verzahnt mit anderen Disziplinen innerhalb der Kanzlei arbeitet, hat sich als strategische Beraterin des Bundes bei der Neuausschreibung der Rahmenverträge zur Beschaffung ziviler Fahrzeuge bei den Streitkräften durchgesetzt. Bemerkenswert ist auch ihre prozessuale Arbeit: MB vertritt nicht nur den Regionalverband Stuttgart im Streit um die Finanzierung des Großprojekts Stuttgart 21, sondern steht auch an der Seite der Gemeinde Neckarwestheim, die sich gg. den ersten Transport von Atommüll auf dem Neckar wendet. Menolds Prozessrechtler vertreten aber auch einige Konzerne in der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen – zu Bauvorhaben, Lieferverträgen oder in Post-M&A-Streitigkeiten. Das Litigation-Team wurde konsequenterweise mit 2 Counsel-Ernennungen ausgebaut. Diese Anfang 2018 neu geschaffene Karrierestufe dient nun als alternativer Karriereweg. Damit könnte es der Kanzlei langfristig gelingen, auch Anwälte zu binden, die sich etwa gegen die unternehmerisch geprägte Partnerlaufbahn entscheiden u. bislang teils mitsamt ihren Erfahrungen in Unternehmen wechselten.
Siehe auch: Stuttgart.
Anwälte in Deutschland: 82
Internat. Einbindung: Unabhängige deutsche Kanzlei mit exklusiver Kooperationsbeziehung zu Valoris in Frankreich.
Entwicklung: Menolds Mid-Cap-Geschäft gerät zunehmend unter Druck: Multidisziplinäre Einheiten wie Ebner Stolz oder PwC Legal bauen nicht nur ihre Mandatsbeziehungen systematischer im Mittelstand aus, sie werben auch massiv Juristen in Stuttgart an. Daher muss sich Menold, ebenso wie bspw. das kleinere Team von Luther vor Ort, überlegen, welches Geschäft sie künftig betreiben u. welche Mandanten sie erreichen will. Erste Schritte hat sie immerhin gemacht: Menolds Sanierer, die nun auch häufiger in operative Funktionen gehen, gewannen etwa mit dem Industrietechniker Emde ein Eigenverwaltungsverfahren in Rheinland-Pfalz. Der sukzessive Ausbau u. die Aufwertung des Geschäfts gehören zu den zentralen Aufgaben, die die Kanzlei in den kommenden Jahren beschäftigen müssen. Kurzfristiger wird die Kanzlei die personellen Verluste kompensieren müssen. Menold hat eine Reihe junger, vielversprechender Partner. Ob diese allerdings schnell genug die Lücke schließen können, die die anerkannten Partner hinterlassen, ist eher fraglich. Die Kanzlei wird um eine Verstärkung mit Quereinsteigern kaum herumkommen, um die alte Schlagkraft zurückzugewinnen. Deren Integration in das etablierte Kanzleiteam würde die nächste Herausforderung bedeuten.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
Menold Bezler Rechtsanwälte Partnerschaft mbB70469 Stuttgart
Zum Porträt
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