REDEKER SELLNER DAHS

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Die partnerzentrierte Beratung ihrer Mandanten, die die individuelle Stärke der Anwälte in den Fokus rückt, gehört bei RSD zum Selbstverständnis. Obwohl die Kanzlei eine Verstärkung durch Quereinsteiger nicht kategorisch ablehnt, lassen sich externe Zugänge – aber auch Abgänge – auf Partnerebene in den vergangenen 5 Jahren an einer Hand abzählen. Kontinuierlich ernennt sie dagegen neue Partner aus den eigenen Reihen, zuletzt im Bau- u. Immobilienrecht. Ein gutes Signal an den Nachwuchs, u. auch mit Blick auf die Kanzleistruktur in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen.
Auf dieser Grundlage probiert das frisch gewählte, 3-köpfige Management neue Wege aus, indem es bspw. die Einrichtung von Sektorgruppen vorbereitet. Andreas Okonek, Dr. Thomas Stickler u. Dr. Andreas Rosenfeld planen dabei nicht den Bruch mit der Tradition, sondern eine zeitgemäße Interpretation des fachlichen Exzellenzanspruchs u. die Weiterentwicklung der Mandatsarbeit durch eine engere Verzahnung der Praxisgruppen. Ein Grund dürfte sein, dass das neue Führungsteam in Praxisgruppen wie IP u. Kartellrecht tätig ist, die von einer stärkeren Vernetzung bereits profitieren u. das Potenzial des internen Verweisgeschäfts erkannt haben. Dies belegt nicht zuletzt das neu gewonnene Mandat eines Onlinehandelsunternehmens, das RSD nun laufend an der Schnittstelle Kartell- u. IP-Recht berät.
Ausgerechnet im Umwelt- u. Planungsrecht, neben dem Baurecht die Paradedisziplin der Kanzlei, ist das Geschäft aber bisher noch sehr auf die individuelle Spezialberatung fokussiert. Dies liegt im Planungsrecht sicherlich auch an der Natur der Projekte, die oft lange laufen, insbes. wenn sie vor Gericht landen. Ein Beispiel bildet die Vertretung von RWE im Zshg. mit dem Braunkohlekomplex rund um den Hambacher Forst.
Für eine stärkere Vernetzung eignet sich aber das sektorspezifische Umweltrecht. RSD verfügt hier über eine enorm hohe Dichte an Regulierungsexperten, die die zunehmende Bedeutung regulatorischer Fragen im Kontext von Transaktions- u. Compliance-Beratung noch stärker einbringen könnten. In der Chemieindustrie funktioniert die standort- u. praxisübergreifende Zusammenarbeit bereits wie das Mandat zeigt, das der junge Gesellschaftsrechtler Dr. Markus Dierksmeier für Bayer steuerte u. dabei die Bau-, Energie- u. Umweltrechtler miteinbezog.
Empfohlen für: Compliance; Datenschutz; Energie; Gesellsch.recht; Immo/Bau; Kartellrecht; M&A; Medien; Presse; Vergabe (auch ÖPP); Wirtschafts- u. Steuerstrafrecht.
Siehe auch: Berlin; Brüssel; NRW; Sachsen.
Anwälte in Deutschland: 85
Internat. Einbindung: Strategische Allianz mit der britischen Kanzlei Bond Dickinson (seit 2014). Ende 2017 fusionierte Bond Dickinson mit einer US-Kanzlei zu Womble Bond Dickinson, mit der die strategische Allianz fortgeführt wird.
Entwicklung: Auch wenn das neue Management keinen Bruch mit Traditionen plant, wird doch deutlich, dass es seine Führungsaufgabe anders interpretiert als seine Vorgänger. Während die Partner bisher mehr oder weniger freie Hand hatten, will das neue Trio zumindest Leitlinien u. Ziele festlegen, um in der Kanzlei, die bald an der magischen Grenze von 100 Anwälten kratzen könnte, zumindest ein gewisses Maß an Standards zu etablieren.
Die Sektorgruppen sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, um die Stärken der Kanzlei in den jüngeren Fachgruppen wie Kartell- u. Datenschutzrecht weiterzuentwickeln, aber auch um Traditionspraxen wie Straf- oder Öffentliches Recht besser anzubinden.
Auch vor diesem Hintergrund ist das regelmäßige organische Wachstum durch junge Partner wichtig, denn vereinzelt hat sich bereits gezeigt, dass sich die jüngere Anwaltsgeneration mit dem vernetzten Arbeiten leichter tut als mancher Senior. Das Transaktionsmandat für Bayer lässt erkennen, wo RSD die Reise hinführen könnte. Aber auch im Umwelt- u. Planungsrecht tickt die Uhr, denn aktuell ist das Öffentliche Recht in vielen Großkanzleien im Umbruch, was bei Freshfields zur Folge hatte, dass sich 3 renommierte Partner in eigener Boutique selbstständig gemacht haben. Damit könnte RSD ausgerechnet in einer ihrer zentralen Disziplinen künftig sogar wieder mehr Konkurrenz bekommen.
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