Rödl & Partner

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Kaum eine andere Kanzlei hat sich in den vergangenen Jahren so konsequent der Digitalisierung angenommen wie die MDP-Einheit mit Stammsitz in Nürnberg. Das gilt für die Organisation der internen Prozesse – die Steuerberatung ist hier der Rechtsberatung allerdings einen Schritt voraus –, aber das gilt auch für die Beratung der Mandantschaft, zu der v.a. inhabergeführte Unternehmen des gehobenen Mittelstands, aber auch die öffentl. Hand gehören. So hat Rödl etwa unter dem Eindruck der zahlreichen Mandatsanfragen zum Datenschutz ein eigenes Tool entwickelt, das in einem ersten Schritt das Datenschutzlevel des zu beratenden Unternehmens erfasst. Daneben berät sie etwa das Bundesverkehrsministerium zum digitalisierten, automatisierten u. vernetzten elektrischen Fahren im ÖPNV – ein Mandat, das auch IT-Boutiquen sehr gut zu Gesicht stehen würde.
Die verbesserten Prozesse heben auch die Zusammenarbeit der zahlreichen internat. Rödl-Büros auf ein neues Niveau. Damit legte die ohnehin stark internat. geprägte Arbeit, bei der Anwälte, StB u. WP regelmäßig Hand in Hand arbeiten, noch einmal zu. Ein Beispiel ist die Beratung von HBC radiomatic: In die Überarbeitung der internat. Verträge mit Vertriebs- u. Servicepartnern waren neben den Vertriebsrechtlern die Gesellschafts-, Zoll- u. Markenrechtler sowie die Büros in der Türkei, China u. den USA eingebunden. Auch bei Transaktionen u. in der Nachfolgeberatung wurden zuletzt mehr grenzüberschreitende Projekte gestemmt. Zudem setzten gleich mehrere chinesische Investoren bei ihren Aktivitäten in Deutschland auf Rödl, während das noch junge Büro in Teheran zwar einer etwas ungewissen Zukunft entgegensieht, aber für vertriebsrechtliche Mandate sorgte.
Siehe auch: Bayern; Köln; Stuttgart; München.
Anwälte in Deutschland: 164
Internat. Einbindung: Vom Nürnberger Stammsitz aus hat Rödl ein weltweites Netz eigener Büros aufgebaut (v.a. Europa, Asien, Nord- u. Südamerika).
Entwicklung: Bei der Digitalisierung hat Rödl gegenüber anderen Kanzleien einen Vorsprung, den sie noch besser für sich u. ihre Mandanten nutzen könnte. Sinnvoll wäre in diesem Zusammenhang etwa ein weiterer beherzter Ausbau der IT-Praxis – u. zwar mit Quereinsteigern, wie es in der Vergangenheit bereits geschehen ist. So ließe sich die Beratung zu Digitalisierungsthemen auf noch breitere Füße stellen, am Bedarf dürfte es gerade bei Rödls Kernklientel nicht mangeln. Traditionell tut sich Rödl allerdings schwer mit Quereinsteigern u. setzt lieber auf Wachstum aus den eigenen Reihen. In Situationen, in denen schnelle Verstärkung gefragt ist, kann dies aber nicht das einzige Mittel der Wahl sein. Das gilt auch für Corporate/M&A, wo im Vorjahr 7 Leistungsträger die Kanzlei verließen. Rödl nutzte die Abgänge zwar als Chance u. ernannte zuletzt 6 neue Salary-Partner, von denen aber nur 2 einen gesellschaftsrechtlichen Schwerpunkt haben. Dennoch ist die Reaktion ein gutes Signal an den eigenen Nachwuchs u. kann für zusätzliche Dynamik sorgen. Bis die jungen Partner das Renommee der Abgänger erreicht haben, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Ein erfahrener M&A-Quereinsteiger könnte diese Phase deutlich verkürzen.
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