SKW Schwarz

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Erst Anfang 2015 u. damit deutlich später als vergleichbare Kanzleien wie Graf von Westphalen oder Beiten Burkhardt hat sich SKW ein zentrales Management verordnet. Führungsaufgaben u. Organisation laufen heute beim Managementduo Markus von Fuchs u. Stefan Schicker sowie 5 Fachbereichsleitern zusammen. Und obwohl SKW erst recht spät umgestellt hat, ist sie bereits weitergekommen als manch andere Kanzlei ihres Zuschnitts. Nach elementaren Themen wie IT, Controlling u. dem Formulieren von strategischen Zielen hat die neue Struktur durch mehr büro- u. fachübergreifende Zusammenarbeit bereits Auswirkungen auf die Mandatsarbeit u. die personelle Aufstellung.
Ihr langjähriger Vorzeigebereich, die Beratung im Medien- u. Technologiesektor, bildet weiterhin die Basis. Bsp. aus der Arbeit sind etwa die lfd. Beratung von Expedia, die Tätigkeit für den Streamingdienst Netflix, aber auch die Mandatierung durch die Commerzbank bei IT-Outsourcings. Die Gesellschaftsrechts- u. Transaktionspraxis legt ihren Fokus ebenfalls auf Medien- u. IT-Unternehmen, berät aber auch Unternehmen aus der Industrie, wie zuletzt einen schwed. Bremsenhersteller bei einem Zukauf in Deutschland. Auch die Arbeitsrechtler haben traditionell eine starke Stellung bei Verlagen, Agenturen u. IT-Unternehmen. Die gemeinsame Beratung von GMC-I Messtechnik mit der anerkannten IT-Praxis zeigt, welches Potenzial im Zusammenrücken der Fachbereiche steckt. Personell verstärkten sich die Arbeitsrechtler in Berlin mit einem ehem. Inhousejuristen von Springer, der das Thema Digitalisierung der Arbeitswelt vorantreiben soll.
Die medienrechtliche Kernpraxis hat sich aus der traditionellen Beratung von Filmfirmen u. Verlagen zu einer außerordentlich breit aufgestellten Einheit entwickelt. Das verdankt sie dem konsequenten Auf- u. Ausbau des Bereichs mit Quereinsteigern ebenso wie internen Partnerernennungen – im vergangenen Jahr waren es 3. Aber auch jenseits des starken Branchenfokus ist SKW durchaus in der Lage, ihr Geschäft strategisch weiterzuentwickeln. Das gilt etwa in der Nachfolgeberatung, die im Wesentlichen in München – dem Vorzeigebüro der Kanzlei – angesiedelt ist. Der Zugang eines Quereinsteigers von CMS vor 2 Jahren hat der Praxis einen enormen Schub verliehen.
Siehe auch: Frankfurt; München.
Anwälte in Deutschland: 117
Internat. Einbindung: Mitglied in diversen Kanzleivereinigungen, darunter Terralex und PLG International Lawyers. Zudem kooperiert sie mit ausgewählten Partnerkanzleien, u.a. in Frankreich.
Entwicklung: Wie ernst SKW das Thema Digitalisierung nimmt, demonstriert sie nach innen u. außen. 5 Fokusbereiche – Virtual and Augmented Reality, Industrie 4.0, Fintech, Arbeit 4.0 u. Smart City – stehen für die Spezialisierung, mit der SKW sich hier aufstellt. Dass dies mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist, zeigt sich daran, dass jeder Anwalt mindestens ein Fokusthema auswählen soll, anhand dessen er seine Spezialisierung vorantreibt u. Geschäft entwickelt. Und der überwiegende Teil der (jüngeren) Anwälte hat sich bereits an die Arbeit gemacht.
Der Schwung, den das neue Management in die Kanzlei gebracht hat, ist wichtig für die Weiterentwicklung u. setzt die richtigen Impulse. Trotzdem ist Augenmaß gefragt, damit zu viele neu angestoßene Projekte u. Prozesse die SKW-Anwälte nicht überfordern. Die Neuaufstellung geht in die richtige Richtung, die Implementierung der Prozesse muss allerdings ebenso behutsam wie konsequent erfolgen. Die Unterstützung von Mandanten bei der Implementierung der DSGVO könnte sie zum Beispiel nutzen, um die Kontakte auch nach der Implementierungsphase weiter auszubauen, v.a. weil SKW bislang für komplexere Datenprojekte noch nicht die Marktpräsenz erreicht hat, für die sie dank ihrer Aufstellung u. fachlichen Breite eigentlich prädestiniert wäre.
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