BIRD & BIRD

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Immer deutlicher profitiert B&B von ihrer seit einigen Jahren etablierten neuen Struktur, in der die praxisgruppen- u. standortübergreifende Kooperation sowie der Fokus auf einzelne Branchen im Mittelpunkt stehen. So ist es der Kanzlei gelungen, namhafte Mandanten aus den Branchen Automobil, Energie, Gesundheitswesen sowie v.a. Technologie u. Telekommunikation an sich zu binden, darunter Audi, Tennet u. Motorola.
Stärkste Kraft ist u. bleibt die marktführende Patentpraxis, wobei B&B als eine der wenigen internat. Großkanzleien über ein gemischtes Team aus Rechts- u. Patentanwälten verfügt u. zudem mit eigenen Patentprozessspezialisten in den wichtigen UPC-Mitgliedsstaaten präsent ist. Das Team ist traditionell stark in der Gesundheitsbranche vernetzt, machte aber auch mit wichtigen Mobilfunkklagen sowie einer Klage gegen das deutsche Pfandsystem für Envipco auf sich aufmerksam.
Der frühe u. konsequente Fokus auf die Technologiebranche macht sich v.a. für die IT-Praxis bezahlt, die einen großen Schritt nach vorne tat. Dazu trug nicht nur die Arbeit für illustre Mandanten wie das Bundeswirtschaftsministerium u. den VDI bei, die das Team zum Projekt ,Reallabore‘ beriet. V.a. die Eröffnung eines Büros an der US-Westküste mit dem IT-Rechtler Dr. Kai Westerwelle (von Taylor Wessing) stellt Weichen für die Zukunft u. passt strategisch zum Technologiefokus der Kanzlei.
Die neue, teamorientierte Struktur hat B&B aber auch in Deutschland für Quereinsteiger wieder attraktiv gemacht. So verstärkte sie die erst seit 2015 eigenständige Konfliktlösungspraxis in Frankfurt. Während Dr. Benedikt Burger (von Allen & Overy) B&Bs Beratungsangebot um internat. Schiedsverfahren erweitert, hat ein Counsel von Freshfields Erfahrung mit der Automobilbranche, wo er u.a. bei Zuliefererkonflikten mit z.T. hohen Streitwerten tätig wird. Mit Thomas Hey, der mit einem Teil seines Teams von Clifford Chance kam, bekam auch die Arbeitsrechtspraxis in Düsseldorf einen prominenten Zugang, der branchenübergreifend zu arbeitsrechtlichen Themen berät u. gut zu B&B mit ihren vielen Facetten des internat. Arbeitsrechts passt.
JUVE Kanzlei des Jahres in: IT und Datenschutz; Technologie und Medien.
Besondere Stärken: Patent; Vergabe, Datenschutz.
Siehe auch: Düsseldorf; Frankfurt; München; Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 152
Internat. Einbindung: Internat. integrierte Kanzlei mit 25 Büros in Europa u. Asien. Zuletzt startete sie in San Francisco. Die stärksten Ländergruppen sind weiterhin GB u. Deutschland.
Entwicklung: B&B hat sich von den schweren Zeiten erholt u. konnte zuletzt in einigen Bereichen wieder wachsen. Insbesondere die kleine Corporate-Praxis schafft es, über den konsequenten Branchenfokus zunehmend namhafte Mandanten anzusprechen. Die Gesellschaftsrechtler berieten etwa die DBAG beim Kauf mehrerer Telekommunikationsunternehmen u. gemeinsam mit der Bank- und Finanzrechtspraxis die HSH Nordbank zur Projektfinanzierung eines Glasfasernetzwerks. Den viel beachteten Verkauf des Kreditinstituts jedoch brachten andere über die Bühne – obwohl B&B mit Cerberus eine der Käuferinnen im Vorfeld zu der Übernahme eines HSH-Darlehensportfolios beriet. Das zeigt, dass auch namhafte Finanzinvestoren die Kanzlei wahrnehmen, die Teamstärke für große M&A-Mandate aber noch nicht ausreicht. Zwar holte B&B mehrere Associates hinzu, auf Partnerebene gab es jedoch keine Bewegung, was entsprechendes Wachstum erschwert. Im Vergleich der deutschen Büros hinkt Hamburg weiter hinterher. Hier wäre noch Luft in der marken- u. wettbewerbsrechtl. Beratung, wozu B&B etablierte Quereinsteiger für sich gewinnen müsste.
Parallel dazu richtet B&B ihren Blick auf das internat. Wachstum, orientiert an ihrem starken Branchenfokus. So nimmt die Kanzlei über San Francisco v.a. den Technologiesektor im nahe gelegenen Silicon Valley ins Visier. Gleichzeitig treibt sie auch das Asiengeschäft weiter voran. In China hat B&B 3 eigene Büros u. kooperiert für IP-Prozesse mit einer Boutique in Peking. Um auch für chinesische Investoren interessant zu sein, schloss sie nun eine weitere Kooperation mit der örtlichen Kanzlei AllBright. Erste Inboundtransaktionsmandate zeigen, wie viel Potenzial hier schlummert.
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