Bremen: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch

Auch eine andere Hansestadt sorgte im Norden für Schlagzeilen: Der Skandal um Asylbescheide des Bundesamts für Migration schlug nicht nur in Bremen hohe Wellen. Mit der Übernahme der Bremer Landesbank durch die NordLB konsolidiert sich die dortige Bankenlandschaft. Die verbliebene Schifffahrt stabilisiert sich dagegen allmählich. Dass Airbus sich vor Ort voraussichtlich verkleinert, dämpfte die Stimmung jedoch etwas.

Lokale Kanzleien wiederum bleiben gelassen, da sich das Unternehmen kaum vor Ort beraten lässt. Ärgerlich ist schon eher, dass der Verkauf der Deutschen See an bremischen Anwälten vorbei an Hamburger Einheiten ging. Das sind die Bremer Kanzleien jedoch gewohnt und lässt sie entspannt nach vorn blicken. Doch zeichnet sich eine Veränderung des Beratermarktes ab: Abseits der breit aufgestellten marktführenden Einheiten scheinen sich etliche Kanzleien auf rechtliche und geschäftliche Schwerpunkte zu konzentrieren. Damit folgt Bremen dem Vorbild anderer Großstädte. Bis es soweit ist, gibt es andere Sorgen: Hochqualifizierter Nachwuchs ist schwer zu finden. Ein Grund: Justiz und Verwaltung stellen überdurchschnittlich stark ein, da eine Welle von Pensionierungen ansteht. Zudem gilt es weiter als hanseatisch unfein, sich Berater offensiv abspenstig zu machen. Für gewisse Aufmerksamkeit sorgten daher die Wechsel eines Immobilienrechtlers von Göhmann zu Castringius und der Wechsel 2er v. Einem-Partner zu Göhmann. Das Ausscheiden eines Partners bei PwC Legal, die im Markt nie reüssierte, sahen viele fast schon als Bestätigung, dass bundesweite Player in der Hansestadt eher schwer Fuß fassen.

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