Köln: Niemals geht man so ganz

Im Vergleich zur Nachbarstadt Düsseldorf blieb es im Kölner Anwaltsmarkt eher ruhig. Für Bewegung sorgte allenfalls Andersen Tax & Legal, die Mitte vergangenen Jahres wieder in Deutschland – und zwar in Köln – eröffnete. Dass sie dafür ein Luther-Team gewann, war keine Überraschung, hatten mehrere Anwälte des Startteams doch schon früher für Andersen gearbeitet. Im lokalen Kanzleimarkt schlug diese Eröffnung allerdings keine besonders hohen Wellen. Aber das kann sich künftig ändern, denn dass Andersen wieder angreifen will, demonstrierte sie mit fünf weiteren Büroeröffnungen in Deutschland innerhalb eines Jahres. Auch McDermott Will & Emery setzt – zumindest ein wenig – auf die Domstadt. Ihr kleiner Ableger des großen Düsseldorfer Büros verfolgt aber eher den Zweck, die Work-Life-Balance der Köln-stämmigen Anwälte zu verbessern und potenzielle Bewerber mit der Möglichkeit eines zusätzlichen Büros zu locken. Und auch Freshfields Bruckhaus Deringer, die bereits vor zwei Jahren die Pforten im Kranhaus offiziell schloss, kann noch nicht ganz von Köln lassen. Im ehemaligen Büro arbeiten noch immer Projektanwälte, was aber keine Dauerlösung sein wird. Ein ganz anderes Geschäft verfolgen die lange etablierten Kölner Kanzleien, die sich auf eine treue Mandantschaft – oft mittelständisch und in der Region verwurzelt – verlassen können. Das gilt vor allem für Einheiten wie Ebner Stolz Mönning Bachem, Rödl & Partner und auch CBH. Sie setzen immer stärker auf einen Full-Service-Ansatz.

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