Friedliche Koexistenz in Baden-Württemberg

Wirtschaftsstruktur 2017

Während sich in Stuttgart das Personalkarussell häufiger und vor allem schneller als früher dreht, hat der Rest von Baden-Württemberg kaum an Fahrt aufgenommen. Umso stärker fallen Expansionsbewegungen auf, wie sie zuletzt Bender Harrer Krevet gen Norden zeigte. Sie verstärkte ihren Karlsruher Standort u. eröffnete in Pforzheim ihr viertes Büro – beides mit Partnerzugängen aus der Region. Dass die Kanzlei den Fokus auf Baden-Württemberg hält, ist naheliegend. Schließlich wächst die Wirtschaft hier signifikant stärker als im bundesweiten Schnitt.

Die meisten baden-württembergischen Sozietäten wissen die Gunst der Stunde zu nutzen u. bauen bestehende Mandatskontakte aus. Prädestiniert dafür ist derzeit die Beratung im Kontext der allseits präsenten Datenschutz-Grundverordnung. Daneben streben die Kanzleien in lukrative Sektoren wie Gesundheit. Nonnenmacher etwa verbreitert aktuell ihre Arbeit für Arztpraxen u. ihre Betreiber. Kuentzle bearbeitet zahlreiche Anfragen aufgrund der Änderung des Heimbaurechts und Friedrich Graf von Westphalen & Partner baut ihr Renomée für die Beratung von Medizinprodukteherstellern aus.

Ein Beratungsfeld, von dem sich die Kanzleien in Baden-Württemberg allmählich verabschieden werden müssen, ist das Notariat, denn seit Jahresbeginn 2018 ist das Nur-Notariat der Regelfall. Bestehende Anwaltsnotariate dürfen zwar fortgeführt werden, bis die Amtsträger die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht haben. Mittelfristig wird dieses Geschäft, das geprägt ist von langjährigen und vertrauensvollen Beziehungen, für Kanzleien aber wegfallen.

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