Anleihen und Strukturierte Finanzierung

Unternehmen nutzen Vielfalt der Finanzprodukte

Der Anleihenmarkt zeigte sich zuletzt etwas schwächer als noch 2017. Das anhaltend starke Wachstum der deutschen Wirtschaft, das negative Zinsumfeld und die zunehmende Tendenz der Anleger, diversifiziert zu investieren, waren die Gründe. Andere Finanzierungsarten wie Schuldscheine oder Kredite schienen angesichts dieser Ausgangslage oft günstiger. Im Infrastrukturbereich beobachteten einige Berater einen Trend hin zu besicherten Finanzierungen unter Einsatz von strukturierten Kapitalmarktinstrumenten, insbesondere Projektanleihen.

Dynamischer als im Vorjahr zeigte sich der Verbriefungsmarkt, der nun auch wieder vermehrt synthetische Verbriefungen hervorbrachte, wenngleich die regulatorischen Bedingungen sich bisher nicht verbessert haben. Mit einem komplizierten regulatorischen Umfeld kämpfte nach wie vor auch der Derivatemarkt. EMIR, MIFIR und MIFID II hielten die Institute in Atem.

Mittelfeld sortiert sich neu

Auf dem Kanzleimarkt sorgten Personalbewegungen für Aufsehen. Der bekannte Anleihen- und Derivatespezialist Dr. Jochen Seitz wechselte mit einem Team von Mayer Brown zu Hogan Lovells. Des Weiteren machten sich zwei Partnerwechsel des Vorjahres bemerkbar. So entwickelten sich Dentons und Ashurst dank der Zugänge zu gefragten Praxen für Verbriefungen. Weniger stark vertreten bei der Beratung zu Strukturierten Finanzierungen war dagegen Freshfields Bruckhaus Deringer. Vor allem aufgrund des sich vollziehenden Generationswechsels konnte die Praxis zuletzt nicht mehr mit der absoluten Marktspitze mithalten.

Konstanter stellte sich das Bild der Anleihenpraxen dar. Hier verteidigten die Platzhirsche und das obere Mittelfeld ihre Positionen. Im unteren Mittelfeld am aktivsten zeigten sich Gleiss Lutz und CMS Hasche Sigle. Beide konnten an ihren Aufwärtstrend des Vorjahres anknüpfen. Gleiss Lutz machte etwa mit der deutschrechtlichen Beratung zu High-Yield-Anleihen von sich reden. CMS Hasche Sigle hinterlässt dagegen bei klassischen Anleihen und der Programmarbeit zunehmend Spuren. Zudem fängt Sullivan & Cromwell an, immer öfter mit großvolumigen Anleihen in Erscheinung zu treten.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die bei Anleihenemissionen oder Strukturierten Finanzierungen wie Verbriefungen, Derivaten oder notleidenden Krediten beraten. Beide Segmente überschneiden sich, doch betreuen Kanzleien sie vielfach mit unterschiedlichen Beraterteams und unterschiedlich intensiv. Zwei separate tabellarische Übersichten tragen dieser Struktur Rechnung.

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