Bank- und Bankaufsichtsrecht

Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand

Die Finanzinstitute setzen ihre Brexit-Vorbereitungen unbeirrt fort und die Anfragen an die Aufsichtsrechtler werden immer konkreter. Einige Finanzinstitute richten ihre Strukturen im Hinblick auf das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU komplett neu aus, andere benötigen Beratung beim Erlaubnisverfahren für eine Drittstaaten-Zweigstelle. Deutlich zugenommen hat daneben die Beschäftigung mit Fintech: Neue Geschäftsmodelle müssen dabei auf die Notwendigkeit einer Banklizenz abgeklopft werden. Obendrein war ein Großteil der Unternehmen intensiv mit der MIFID-II-Umsetzung beschäftigt. Zu der EU-Finanzmarktrichtlinie, die Anfang 2018 in Kraft trat, stehen noch konkretisierende Vorgaben aus, sodass der Beratungsbedarf anhalten dürfte, wenn auch in abgeschwächter Form.

Tradierte und moderne Bankenwelt verschmelzen

In der klassischen Aufsichtsrechtsberatung verschmelzen tradierte und moderne Bankenwelt immer stärker. Hier können Kanzleien wie Aderhold, Lindemann Schwennicke & Partner oder Lindenpartners punkten, die sich frühzeitig auf technologiebasierte Start-ups spezialisierten. Über diese Themen etablierten sich aber auch zwei andere Kanzleien stärker im Markt als zuvor: Taylor Wessing und Waldeck. Auch die Beratung zu Kryptowährungen und ICOs schlug sich zuletzt vermehrt in konkreten Mandaten nieder. Unter den größeren Einheiten positionierten sich hier Linklaters und Hengeler Mueller.

In den konkreten Brexit-Anpassungen zeigt sich, dass Kanzleien mit Standorten auf beiden Seiten des Kanals im Vorteil sind. Deren Teams können umfassend zu den internationalen Aspekten beraten – hierzu zählen etwa Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer oder – stärker als zuvor – Allen & Overy. Die wichtigste personelle Bewegung im Markt war der Wechsel von zwei Partnern von Mayer Brown zu Hogan Lovells zum Jahresende 2017. Andere Kanzleien wie Görg, Deloitte Legal oder Curtis Mallet-Prevost Colt & Mosle stockten ihre Bankaufsichtsrechtsteams auf oder zogen, wie im Fall von Noerr oder Mayer Brown, intern Kapazitäten zusammen, um vor allem dem Beratungsbedarf zu MIFID II und PSD 2 gerecht zu werden.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die aufsichtsrechtlich ebenso beraten wie zu Finanzprodukten oder Transaktionen im Finanzsektor. Aufgrund der Regulierung durch nationale und EU-Institutionen arbeiten die Teams oft eng mit den öffentlich-rechtlichen Fachbereichen zusammen. Teilweise bestehen Überschneidungen mit Beihilfe, Insolvenz und Restrukturierung sowie Konfliktlösung.

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