Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten

Hohe Ansprüche an Unternehmensverantwortliche

Die Fälle, in denen Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern Versagen vorgeworfen wird, werden immer vielschichtiger. Ob es sich um Betrugsvorwürfe handelt wie bei der VW-Dieselaffäre oder um etwaige Korruptionsvergehen wie beim Industriekonzern Bilfinger – die Aufsichtsräte schauen den Vorständen im Zuge weiter steigender Anforderungen immer genauer über die Schulter und wittern bei einem Vergehen in börsennotierten Unternehmen heute viel schneller Organisationsversagen.

In den vergangenen Jahren haben sich diese Fälle immer weiter potenziert: Zur Organhaftung gegenüber einem etwaigen Insolvenzverwalter, wegen aufgedeckter Kartellabsprachen und teuren Fake-CEO-Fällen kommen jetzt auch anstehende Verfahren aus der Aufarbeitung der Cum-Ex-Geschäfte von Banken hinzu. Auch das Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 birgt neue Haftungsrisiken für Organmitglieder.

Bei den aktienrechtlichen Streitigkeiten bleiben die Spruchverfahren ein wesentliches Thema, wohingegen die Bedeutung von Anfechtungsklagen oder neuerdings Statusverfahren, in denen die korrekte Zusammensetzung des Aufsichtsrats überprüft wird, weiter zurückgeht.

Wegweiser im Irrgarten der Regelwerke

Aufsichtsrats- und Vorstandszugang bleibt für Kanzleien die Eintrittskarte in hochkarätige Prozessmandate. Besonders die großen Organhaftungsfälle bedeuten für die Kanzleien eine Goldgrube, insbesondere wenn sie mit einer internen Untersuchung einhergehen, doch bleibt für Kanzleien wie Hengeler Mueller, Gleiss Lutz, Freshfields Bruckhaus Deringer oder Linklaters die Hauptversammlungsberatung ein wichtiger Baustein ihrer Praxis, die auch den Zugang zu relevanten Anfechtungs- u. Spruchverfahren sichert. Dabei können sie v.a. in kritischen Aktionärstreffen ihren Wert unter Beweis stellen.

Auf der Gegenseite bekommen es die Berater der Unternehmen mit immer besser organisierten und ausgestatteten Klägern zu tun – sei es, weil Kanzleien wie Tilp in Massenklagen auch auf die Hilfe von Prozessfinanzierern zurückgreifen, oder weil aktive Aktionäre immer stärker auch ihre Minderheitsaktionärsrechte wahrnehmen und sich dafür spezialisierte Kanzleien wie P+P Pöllath + Partners oder Sernetz Schäfer suchen.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die bei Streitigkeiten zwischen Unternehmen und ihren Investoren, Gesellschaften und Aktionären beraten. Zudem geht es um Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern sowie Fälle, in denen Organe einer Gesellschaft in Anspruch genommen werden. Im Kapitel ?Gesellschaftsrecht finden sich ebenfalls Kanzleien mit Prozesserfahrung.

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