JUVE Kanzlei des Jahres

Private Equity und Venture Capital

Kein Ende des Booms in Sicht

Die Boomjahre im Private-Equity-Markt finden kein Ende. Neue PE-Fonds sammeln Rekordsummen ein, und die Fremdfinanzierung wird, wenn nicht noch billiger, so doch immer einfacher. Entsprechend erzielen geeignete Anlageobjekte Preise, die man noch vor wenigen Jahren für Fantasterei gehalten hätte. Deutschland ist dabei ein bevorzugtes Ziel der Investoren im zunehmend von politischen Störfaktoren geplagten Europa. Immer neue PE-Häuser nicht nur aus den USA und Resteuropa, sondern zunehmend auch aus Asien drängen auf den deutschen Markt.

Dort tummeln sich neben den klassischen Akteuren auch mehr und mehr Family Offices. In vielen Auktionen kommen statt Finanzinvestoren ohnehin strategische Käufer zum Zug, die dank voller Kassen großzügig mitbieten können. Aber auch innerhalb der PE-Branche selbst haben sich die Grenzen verschoben. Frühere Mid-Cap-Häuser legen neue Fonds auf, mit denen sie auch Large-Cap-Transaktionen in Angriff nehmen können. Einst auf Milliardendeals fokussierte Adressen interessieren sich inzwischen für kleine bis mittelgroße Unternehmen, Infrastruktur-Assets oder insolvenznahe Szenarien. All das schafft neue Gelegenheiten für Kanzleien, sich als Alternative zu den üblichen Stammberatern dieser Häuser in Position zu bringen.

Politische Eingriffe wie das neue Außenwirtschaftsgesetz wirken bislang nur in Einzelfällen als Bremse. In diesen Fällen wird die Arbeit der Anwälte allerdings deutlich anspruchsvoller, und neben den PE-Experten sind zunehmend Spezialisten auf anderen Gebieten gefragt. Dasselbe gilt für stark regulierte Branchen, die in Zeiten der Asset-Knappheit bei den Investoren immer beliebter werden, wie etwa der Gesundheitssektor. Dass viele Large-Cap-Deals börsennotierte Unternehmen betreffen und bei größeren Exits heute Double- oder Triple-Track-Verfahren gang und gäbe sind, hat zugleich die Nachfrage nach aktien- und konzernrechtlicher Kompetenz verstärkt.

Neue Normalität im Beratermarkt

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich die PE-Beraterlandschaft stark verändert. Latham & Watkins stieg in den Kreis der Spitzenpraxen auf, Milbank Tweed Hadley & McCloy tat es ihr nun nach, und Kirkland & Ellis schickt sich an, in Europa insgesamt an die Marktspitze vorzudringen. Die zwischenzeitlich geschwächten britischen Top-Kanzleien Allen & Overy, Clifford Chance und Linklaters füllten die durch Partnerwechsel entstandenen Lücken, so zuletzt Allen & Overy mit Dr. Nils Koffka von Freshfields Bruckhaus Deringer, und machten sich an den Wiederaufstieg. Ambitionen zeigte auch Skadden Arps Slate Meagher & Flom, die mit dem Wechsel Dr. Jan Bauers von Gleiss Lutz für eine echte Sensation sorgte. Die meisten übrigen Wechsel betrafen die mittleren Marktregionen, in denen sich eine ganze Reihe von Praxen neu sortierten, am massivsten DLA Piper.

Auch im VC-Markt haben die vergangenen Jahre grundlegende Veränderungen gebracht, insbesondere eine Welle von Spin-offs wie Schnittker Möllmann Partners, Lacore, Lambsdorff und Hyazinth, die die sehr aktive Gründerszene in der Bundeshauptstadt aufgerollt haben. Die einstige VC-Metropole München hat dagegen an Bedeutung verloren. Insgesamt aber boomt auch dieser Markt, was sich an einer Reihe großer Exits ablesen lässt. Dass das obere Ende des VC-Markts zunehmend das Interesse der führenden PE-Praxen weckt, ist nur folgerichtig. Besonders Hengeler Mueller ist hier derzeit recht aktiv.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die bei Transaktionen von und mit Private-Equity (PE)-Investoren und anderen Kapitalbeteiligungsgesellschaften beraten. Kanzleien mit Fokus auf große (Large-Cap-) und mittelgroße (Mid-Cap-) Transaktionen sind in jeweils eigenen Übersichten aufgeführt. Die Beratung zur Fondsgestaltung ist im Kapitel Investmentfonds und Asset-Management erfasst, die Beratung zur Fremdfinanzierung von PE-Deals im Kapitel Kredite und Akquisitionsfinanzierung. Eine weitere Übersicht erfasst Kanzleien, die bei Venture-Capital (VC)-Finanzierungen beraten. Dazu zählen Investitionen zu Beginn einer Unternehmensentwicklung (Start-up oder Seed Capital) ebenso wie weitere Finanzierungsrunden und das Ende des Investments.


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