Technologie und Medien

Datenschutz für alle

DSGVO: Das Mammutprojekt

Selten hat eine Verordnung der Europäischen Union für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie die Datenschutzgrundverordnung. Ob auf den Titelseiten von Tageszeitungen, oder in den Abendnachrichten, in der Fachpresse, das Kürzel DSGVO elektrisierte im Mai 2018 im In- und Ausland. Betroffen ist jedes Unternehmen und vor allem diejenigen, die viele personenbezogene Daten verarbeiten. Doch selbst wenn die DSGVO lange angekündigt war, wurden viele erst ein Jahr vorher wach – oder sogar erst zum Jahreswechsel 2017/2018. So waren viele Unternehmen nicht nur spät dran, sondern vor allem über den Umfang der Implementierung überrascht. Das ließ sie bei den Anwälten Sturm klingeln. Kaum ein Jurist, der sich zuvor auch nur im Dunstkreis vom Datenschutz bewegt hat, wurde nicht überrannt von Mandatsanfragen. Mandanten sollen – das wissen einige zu berichten – sogar das Honorar gleich um mehrere zehntausend Euro erhöht haben, um den Anwalt ihrer Wahl doch noch zur Mandatsübernahme zu bewegen. Die Nachfrage ließ die Kassen der IT-Praxen klingeln. Dass das ihrem Stellenwert vor allem innerhalb der Großkanzleien gut tat, erklärt sich von selbst.

Datenstrategien müssen her

Ganz besonders beeinflusst durch den neuen Datenschutz sahen sich die immer mehr auf datengetriebenen Geschäftsmodellen basierende Branchen der Medien- und Technologieunternehmen. So ist es kaum überraschend, dass sich die großen Medienhäuser frühzeitig damit befassten, wie ihre Datenstrategie künftig aussieht. So waren die einen noch mit der Implementierung der DSGVO-Anforderungen beschäftigt. Andere hingegen, darunter private Sender wie ProSiebenSat.1 oder RTL, aber auch der Verlagsriese Axel Springer, der sich mit Wirtschaftsgrößen wie der Allianz verbunden hat, blickten bereits auf die nächste Verordnung: Die E-Privacy-VO. Für Medienunternehmen wird diese umso wichtiger werden, insbesondere in Bereichen wie dem Nutzertracking im Netz. So setzten die Verbündeten um ProSiebenSat.1 u. um Axel Springer zuletzt jeweils eine Login-Allianz auf. Die legt bereits jetzt den Grundstein für den Markt mit der E-Privacy-VO.

Alles, was im Netz ist, boomt

Weiterhin ringen die großen Verlags- und Medienhäuser seit Jahren um ein Geschäftsmodell, das auch in der digitalen Welt Bestand hat. Die Vernetzung steht im Zentrum. Und die Frage, ob Küchengeräte, Autos oder ganze Häuser mit ihrem Besitzer oder gar untereinander kommunizieren müssen, ist nur noch die Frage nach dem wie. Und so rüsteten Unternehmen ihre Inhouse-Abteilungen speziell für den IoT-Bereich auf. Doch immer noch nicht beantwortet ist die Frage: Wem gehören eigentlich die Daten, wenn sie von einer Maschine generiert werden? Ein Thema, mit dem sich insbesondere die Automobilindustrie beschäftigt. Nicht zuletzt auch deswegen krempelt sie derzeit ihre europaweiten Vertriebsstrukturen um. Der Weg in den Online-Vertrieb oder zu digitalen Reparaturleistungen für Fahrzeuge, die ohnehin zum Großteil nur noch aus programmierter Technik bestehen, soll frei gemacht werden. Mehr Technik und Kommunikation bedeutet nicht nur mehr Daten, sondern auch ein höheres Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Als absolute Schnittstellenthematik zwischen IT, Compliance, Datenschutz aber auch Arbeitsrecht oder Gesellschaftsrecht wächst die rechtliche Beratung zur IT-Sicherheit.

 

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