JUVE Kanzlei des Jahres

Medien

Der Schutz der Inhalte rückt wieder in den Vordergrund

Nach jahrelangen und zahlreichen Prozessen in ganz Deutschland ist der Streit um die Kabeleinspeiseentgelte zu großen Teilen beendet: Die Kabelnetzbetreiber haben eine außergerichtliche Lösung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gefunden – wohl auch ein Ergebnis der vielen unterschiedlichen Gerichtsentscheidungen. Lediglich einige wenige Parteien lassen noch mit einer Einigung auf sich warten, doch der große Schritt ist gemacht. Er ist zentral dafür, die Weichen für künftige Distributionsmodelle zu stellen. Denn neue Verbreitungsformen und -formate stehen im Zentrum der Medienbranche.

So rückten auch die Inhalte zuletzt wieder stärker in den Mittelpunkt, auch deswegen, weil rührige Plattformbetreiber wie Netflix und Amazon mit erfolgreichen Eigenproduktionen in den Markt drücken. Daneben stellt sich Frage, wie Onlinekanäle, etwa von YouTubern, in die alte Fernsehwelt einzuordnen sind: Die Diskussion darüber, ob sie eine eigene Rundfunklizenz brauchen oder ob neue Rundfunkmodelle nötig sind, beschäftigt die Medienanstalten umfassend.

Auch die neue EU-Portabilitätsverordnung, die ein Streamen von Inhalten nun auf europäischen Reisen erlaubt, ist ein wichtiger Schritt für die weitere Digitalisierung der Branche. Die Schattenseite der Entwicklung hin zu einem Onlinemarkt ist und bleibt der Missbrauch, gegen den die Urheber unermüdlich zu Felde ziehen. Dafür sorgte zuletzt die von Constantin errungene Sperrverfügung der Website Kinox.to gegen Vodafone als Provider für Aufmerksamkeit. Sie gilt als wegweisend für den gesamten Markt.

Spezialisten versus Full-Service-Medienkanzleien

Die rasante Veränderung der Medienlandschaft zeigt sich längst auch in einer Segmentierung des Beratermarktes. So sind es vor allem die Urheberrechtsspezialisten, die mit neuen Ansätzen gegen die Provider vorgehen, um die urheberrechtlich geschützten Werke zu verteidigen. Dazu zählt traditionell Boehmert & Boehmert, aber auch die dynamische Münchner Kanzlei Lausen, die ebenso wie KNPZ Rechtsanwälte oder JBB Rechtsanwälte zu den kleineren Full-Service-Medienkanzleien zählt.

Die Großkanzleien mit starken Medienteams wie Noerr und Hengeler Mueller konzentrieren sich hingegen stärker auf größere Verfahren und hochpreisige Transaktionen der Branche – oft auch an der Schnittstelle zum Kartellrecht. Daneben ist Raum für die klassischen Berater der Filmbranche, die sich auf die Finanzierung und Produktion von Filmen konzentrieren, wie beispielsweise Unverzagt von Have oder Brehm & v. Moers.

Noch vor wenigen Jahren gehörte auch das Medienteam von SKW Schwarz zu dieser Gruppe. Inzwischen hat sich das wachsende Team, das zuletzt eine weitere Partnerin von Noerr gewann, zu einer Rundumberaterin für die digitalisierte Filmbranche gemausert. Ähnlich beweglich, mit einem besonderen Blick für die Digitalisierung und den damit einhergehenden Datenschutz, zeigen sich die Teams von DLA Piper, Osborne Clarke und Taylor Wessing. Letztere baute im Zuge der Datenschutzwelle ihr Team enorm aus und setzt damit erneut ein klares Zeichen für ihren Fokus auf die Technologieberatung.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die die Film-, TV-, Entertainment- u. Verlagsbranche in verschiedenen Rechtsgebieten beraten. Die zentralen Themen sind Vertragsgestaltung, Medienregulierung und Transaktionsbegleitung, die jeweils in separaten tabellarischen Übersichten dargestellt sind.


PfeilJUVE Kanzlei des Jahres

  • Teilen