Unternehmensbezogene Beratung von Versicherern

Stop-and-go bei Portfolioübertragungen

Wirtschaftlicher Druck befeuert weiter das Beratungsgeschehen in der Versicherungsbranche. Run-off-Transaktionen in der Lebensversicherungssparte bestimmten die Schlagzeilen. Als Ergo Ende 2017 verkündete, von einem Verkauf ihres Portfolios abzusehen und stattdessen gemeinsam mit IBM eine IT-Plattform für die Verwaltung von Bestandsverträgen aufzubauen, hielt der Markt den Atem an. Doch bewies Generali dann im Sommer 2018 bei der erfolgreichen Abgabe ihres Bestands, dass solche Transaktionen weiter möglich sind – auch wenn das Inhaberkontrollverfahren der BaFin noch ausstand.

Nach der Erfahrung mit mehreren Großtransaktionen stellt sich die Frage, ob die Versicherer solche Transaktionen in Zukunft nicht viel stärker in Eigenregie erledigen. Einige Berater setzen deshalb schon jetzt auf Alternativen zu Run-off-Transaktionen und entwickelten etwa Lösungen über eine Rückversicherung, die aufsichtsrechtlich einfacher zu bewerkstelligen sind.

Dabei unterstreicht das Beispiel von Ergo, mit Blick auf ihren Lebensversicherungsbestand ein Gemeinschaftsunternehmen mit IBM zu etablieren, wie insbesondere Datenschutz und Digitalisierung zu zentralen Faktoren auch in der Versicherungswirtschaft werden. Beide Themen rühren an den Geschäftsmodellen der Versicherungsbranche: Verknüpft ermöglichen vorhandene Informationen und Daten aus digitalen Anwendungen eventuell neue Produkte. Gleichzeitig wird sich der Vertrieb grundlegend wandeln, im Geschäfts- wie im Privatkundensegment. Und das bedeutet auch: Die internen Datensysteme der Unternehmen müssen auf einen solchen Wandel ausgelegt sein.

Komplexe Transaktionen fordern Top-Praxen

Unter den spezialisierten Beratern hat sich zwei Jahre nach dem Start in Deutschland Clyde & Co erfolgreich auch in der unternehmensbezogenen Beratung etabliert, in einem gewissen Gegensatz zur ihrer Wahrnehmung als Spezialistin für Schadensfälle. An der Marktspitze tummeln sich allerdings unverändert die Teams, denen es gelingt, versicherungsaufsichts- und gesellschaftsrechtlich herausragende Transaktionsteams zusammenzustellen. Das schafften zuletzt vor allem Allen & Overy, Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und Noerr. Um das hohe Pensum zu bewältigen, zogen die Kanzleien teilweise stärker Anwälte anderer Praxisgruppen in der Versichererberatung hinzu als zuvor.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die Versicherer bei Umstrukturierungen, Geschäftsaufbau oder Transaktionen beraten und über entsprechende Beratung mit dem Aufsichtsrecht der Branche verfügen.

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