Durchgecheckt

Solch eine systematische Herangehensweise, um die rechtlichen Risiken des Unternehmens zu identifizieren, zu gewichten und adäquat mit ihnen umzugehen, ist bislang alles andere als die Regel. Allzu oft werden die Firmen erst dann tätig, wenn sie – wie aktuell bei Volkswagen – mit einem handfesten Skandal konfrontiert sind. Nur rund 60 Prozent der für die JUVE-Inhouse-Umfrage 2017/18 befragten Unternehmensjuristen analysieren ihre Rechtsrisiken regelmäßig – und das, obwohl der überwältigenden Mehrheit der Befragten durchaus bewusst ist, dass die Risiken immer vielfältiger und komplexer werden. Gleichzeitig sagt mehr als die Hälfte von ihnen auch, dass sie vom Management noch immer zu spät in strategische Entscheidungen eingebunden werden. Die Hoffnung mancher, dass die berufsrechtliche Anerkennung als Anwalt ihnen intern hilft, hat sich bislang für viele nicht erfüllt.

Derweil werden andernorts längst Fakten geschaffen. Die Datenschutz-Grundverordnung ist seit einem knappen halben Jahr in Kraft, und die ersten Bußgeldverfahren werden irgendwann kommen. Irgendwann wird auch die neue Financial Intelligence Unit ihre Defizite im Griff haben und den großen Berg Geldwäscheverdachtsanzeigen abgearbeitet haben – das mit der Neuregelung potenziell erweiterte Risiko, wegen Geldwäsche ins Visier der Ermittlungsbehörden zu geraten, wird bislang in vielen Unternehmen allerdings kaum beachtet, wie die JUVE-Inhouse-Umfrage verdeutlicht.

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