DLA PIPER

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, was DLA mit ihrem vor zwei Jahren in Deutschland angestoßenen Kulturwandel erreichen will – und dass es der richtige Weg für die Kanzlei und auch ihre Mandanten ist. Weniger Silodenken einzelner Partner, eine engere fachübergreifende Zusammenarbeit u. mehr unternehmerisches Handeln für die Gesamtkanzlei zu etablieren, war wg. ihrer breiten Aufstellung und bei über 60 Partnern ein Mammutprojekt. Doch heute wirkt die Partnerschaft homogener und zieht stärker an einem Strang. Der Lohn der Mühe ließ nicht lange auf sich warten: Große Mandanten wie BASF, Rolls-Royce Power Systems oder VW werden inzwischen umfassender beraten. Die stärkere Integration von Fachbereichen wie Arbeits-, Straf- und Datenschutzrecht sowie bspw. auch der Corporate- u. Restrukturierungspraxis macht die Beratung stringenter. „Nach den guten Erfahrungen lassen wir inzwischen fast alles von DLA bearbeiten“, lobt ein Mandant. „Wir schätzen insbes. die wirtschaftl. und juristische Kompetenz sowie den Fokus auf das Wesentliche – ohne dabei die Details zu vergessen.“
Je klarer sich Teamarbeit auch wirtschaftlich auszahlt, desto stärker ist die Motivation, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Dabei kommt v.a. den Partnern eine wichtige Rolle zu, die mit gutem Bsp. vorangehen u. ihre Mandate teilen. Dass das nicht immer die langj. DLA-erfahrenen Anwälte sein müssen, bewies zuletzt der Münchner Corporate-Partner Simon Vogel, der im August 2018 von Dentons kam. Mit ihm baute DLA zugleich die Private-Equity-Praxis wieder aus. Insgesamt nimmt die Kanzlei aber im Vergleich zu früheren Jahren deutlich seltener Quereinsteiger auf. Primär verstärkt sie so nur noch hoch spezialisierte Fachbereiche, zuletzt etwa das Steuer-, das Wirtschaftsstraf- u. Kapitalmarktrecht.
Diese Tatsache und auch, dass sich DLA im Zuge ihrer Neuausrichtung von einigen Partnern getrennt hatte, die den neuen Kurs nicht mittragen wollten, ist als Zeichen an den eigenen Nachwuchs zu werten. Doch DLA beließ es nicht nur bei derartigen Signalen: Gleich 5 neue Partner wurden aus den eigenen Reihen ernannt. Zwei Partnerabgänge in Frankfurt konnte DLA allerdings nicht auf diesem Weg ausgleichen: Mit dem Ausscheiden der Corporate-Spezialistin Dr. Silke Gantzckow (zu Baker) und von Rainer Jacob (zu Oppenhoff) steht die Kanzlei dort nun ohne ein Notariat da. Zudem bedeutete der Wechsel des erst 2017 ernannten Arbeitsrechtspartners Dr. Sascha Morgenroth zu Simmons & Simmons einen Verlust für die Praxis, die jedoch insgesamt florierte u. sich durch eine exzellente interne Vernetzung auszeichnet.
Besondere Stärken: Datenschutz; IT; Presse; Verkehr; Versicherungsvertragsrecht.
Siehe auch: Frankfurt; Hamburg; Köln; München; Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 309
Internat. Einbindung: Eine der ww. größten Kanzleien mit insges. mehr als 80 Standorten in über 40 Ländern (inkl. USA, Kanada, Asien, Südamerika, Australien, Afrika). Daneben exklusive Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in Brasilien. Anfang 2019 eröffnete sie ein Büro in Dublin, für das DLA schnell mehrere Partner irischer Wettbewerber verpflichten konnte.
Entwicklung: Im Bank- u. Finanzrecht bleibt DLA am auffälligsten hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Eigenkapitalmarktpraxis macht seit dem Zugang des ehem. Latham & Watkins-Partners Dr. Roland Maaß im Sommer 2018 kontinuierliche Fortschritte, was sich in der Beratung von Aluflexpack beim IPO in der Schweiz u. der regelm. Arbeit für Varta zeigt. Mit dem Zugang des aufstrebenden Bankaufsichtsrechtlers Dennis Kunschke von Allen & Overy ist der Grundstein gelegt, auch auf diesem Feld voranzukommen. Doch eigentlich böten die gute Entwicklung der M&A-Praxis und das große internat. Netzwerk gute Voraussetzungen für den Aufbau einer klassischen Akquisitionsfinanzierungspraxis.
In fast allen Fachbereichen sind die grenzüberschreitende Arbeit und die Kooperation mit den ausländ. Büros inzwischen Alltag, aber insbes. die M&A-Praxis schöpft das große Potenzial, das in einer noch engeren Vernetzung mit der riesigen US-Praxis liegt, nicht aus. Zwar pflegen Dr. Benjamin Parameswaran, Dr. Nils Krause und auch Simon Vogel sowie Jan Eltzschig gute Verbindungen zu amerikan. Partnern und Unternehmen, doch wäre es wichtig, dass noch mehr Corporate-Partner das Vertrauen der US-Partner gewinnen und so die Zusammenarbeit mit der dt. Praxis weiter ankurbeln. Mit dem Wechsel des Frankfurter White & Case-Partners Dr. Tim Arndt in das New Yorker Büro hat die Kanzlei schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, um die Verbindungen zu verbreitern.
  • Teilen