FLICK GOCKE SCHAUMBURG

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: Nach einer Rekordzahl von Partnerernennungen im Jahr 2018 bewegte sich FGS 2019 mit 3 neuen Equity- u. 15 Assoziierten Partnern zwar wieder im gewohnten, aber dennoch bemerkenswerten Rahmen – die Partnerschaft der steuerzentrierten Großkanzlei, als die sich FGS definiert, wächst kontinuierlich. Zudem scheint FGS ihre lange gehegten Vorbehalte vor der Aufnahme von Quereinsteigern auf Eq.-Partner-Ebene endgültig abgelegt zu haben: Denn sie legte mit dem M&A-Spezialisten Dr. Fred Wendt in Hamburg sowie dem Konzernsteuerexperten Matthias Helke im neu eröffneten Stuttgarter Standort wieder nach. Mit solchen Quereinsteigern gelingt ein gezielter Ausbau in Bereichen, in denen Nachholbedarf ausgemacht wird, viel besser als früher. Der Einstieg Wendts zeigt, dass FGS den Wettbewerb im umkämpften Hamburger Markt über ihre traditionellen Stärken in der Beratung familiengeführter Unternehmen u. hochvermögender Privatmandanten hinaus forciert. Die Corporate-Praxis ist inzwischen mehr ist als die kleine Schwester des traditionell dominanten Steuerrechts: Die zentralen Corporate-Partner unterziehen die FGS-Praxis schon seit rund 3 Jahren einem Transformationsprozess – wenn auch lange unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Wettbewerber. Doch hat sich die Transaktionsaffinität stark vergrößert, v.a. dank einiger jüngerer Partner, u. die gesellschaftsrechtl. Beratung klar verbreitert: von einer fast reinen Umstrukturierungspraxis hin auch zu Corporate-Governance-Beratung u. gesellschaftsrechtl. Streitigkeiten. Hinzu kommen die gesellschaftsrechtl. ausgerichteten Notariate, die FGS mit jüngeren Partnern in Frankfurt u. Berlin eröffnete. All das kann freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Steuerrecht der Treiber der Entwicklung bleibt. So sind die 2018 u. 2019 eröffneten Büros in Düsseldorf u. Stuttgart praktisch ausschl. vor dem Hintergrund eröffnet worden, die steuerl. Beratung zu stärken: In Stuttgart haben neben der Betreuung regionaler Unternehmen u. Unternehmer das Steuerstrafrecht u. die lfd. Steuerberatung einen hohen Stellenwert, in Düsseldorf das internat. Konzernsteuerrecht u. Verrechnungspreise.
Empfohlen für: Arbeit; Energie; Gesellsch.recht; Kartellrecht; M&A; Notare.
Siehe auch: Berlin; NRW.
Anwälte in Deutschland: 183 (plus ca. 120 steuerliche Berufsträger)
Internat. Einbindung: Als unabhängige multidisziplinäre Kanzlei Mitglied der ww. Steuerallianz Taxand u. formalisiertes steuerl. Netzwerk in Österreich/Osteuropa mit Leitner + Leitner. Abseits des Steuerrechts informelles Netzwerk von Korrespondenzkanzleien.
Entwicklung: FGS befindet sich in einer Aufwärtsbewegung, die die Chance bietet, die Aufstellung der Kanzlei auch langfristig zu verändern. Der Verlust des großen Teams in Berlin vor einigen Jahren, das sich als Schnittker Möllmann abspaltete, scheint überwunden. Zwar ist es FGS nicht gelungen, das Feld der Venture-Capital- u. Private-Equity-Beratung in vergleichbarer Quantität u. Qualität aufzubauen, doch ist die Kanzlei in Feldern jenseits des Steuer- u. klassischen Gesellschaftsrechts besser aufgestellt als seinerzeit. So haben sich etwa die Teams im Arbeits-, Energiewirtschafts- u. Kartellrecht mittlerw. einen festen Platz gesichert. Nun heißt es für die Kanzlei, genau an diesem Punkt weiterzumachen. Bspw. hat sich das Kartellrecht so gut entwickelt, dass es fast fahrlässig wäre, die Erfolgswelle nicht für eine Erweiterung zu nutzen. Das stellt FGS trotz der gezielten Veränderungen in den neuen Büros wie Stuttgart u. Hamburg noch immer vor kulturelle Herausforderungen, denn letztlich ist die Partnerschaft noch immer so individualistisch geprägt, dass es zuvorderst bei den Kartellrechtlern selbst liegt, die Praxis weiterzuentwickeln. In solchen Situationen wäre ein konzertiertes Vorgehen als Gesamtkanzlei vielleicht der erfolgversprechendere, auf jeden Fall aber der schnellere Weg. Genau hier zeigt sich aber: Steuerberater eingerechnet, spielt FGS personell u. einnahmeseitig in der Liga der 20 größten dt. Kanzleien, die Investitions- u. Entscheidungsstrukturen ähneln an vielen Stellen aber eher denen deutlich kleinerer Sozietäten.
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