SZA SCHILLING ZUTT & ANSCHÜTZ

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: Wenn hochklassige Beratung gefragt ist, werden SZA-Partner häufig in einem Atemzug mit Anwälten von Hengeler, Freshfields u. Linklaters genannt. Das gilt insbes. im Aktien- u. Konzernrecht, doch ebenso sattelfest sind sie im hochkomplexen Kartell- und Kapitalmarktrecht. So vertrauen etwa die Aufsichtsratsmitglieder von Innogy und Deutscher Bahn auf SZA, Haribo bei Klagen von diversen Süßwarenhändlern und der VW-Konzern bei der Abwehr von zahlr. Anleger-Schadensersatzklagen.
Der häufige Einsatz bei derartigen Mandaten führte seit einiger Zeit jedoch zu dem Eindruck, SZA bemühe sich weniger um Mandanten und Mandate vor der eigenen Haustür. Doch ein genauerer Blick offenbart, dass dem nicht so ist: Sie beriet BASF in Compliance-Fragen, unterstützte die Kapitalerhöhung der Heidelberger Druckmaschinen u. begleitete die Restrukturierung der Mannheimer Kranwerke. Zu ihrer breit gefächerten Arbeit gehört auch zunehmend die immobilienrechtliche Beratung. Bei Projektentwicklungen wie für Neuinvestor Emodrom am Hockenheimring kamen steuer-, finanzierungs- u. öffentl.-rechtl. Kompetenzen zusammen. Der systematische Ausbau auf Partnerebene zahlt sich in Beratungsfeldern, die nicht zu den traditionellen SZA-Kernbereichen gehören, immer mehr aus.
Von dieser soliden Grundlage aus geht SZA mit einer weiteren Büroeröffnung nun auch den Münchner Markt an: Dabei baut sie nicht primär auf Zugänge aus Münchner Sozietäten, sondern stellte ein Gründungsteam zusammen, zu dem der erfahrene Corporate-Partner Dr. Max Hirschberger, der schon den Frankfurter Standort mit aufbaute, sowie aus Mannheim der Steuerrechtler Dr. Peter Bauschatz und der jüngere Prozessspezialist Dr. Stefan Zeyher gehören. Um nicht nur an bestehende Mandatsbeziehungen wie bspw. zur BayernLB, HVB u. der Münchner Büschl-Gruppe anzuknüpfen, setzte SZA aber zusätzl. auf Zugänge von außen: Sie holte die ehem. Chefjuristen von Allianz u. Airbus an Bord, die in Süddeutschland u. international bestens vernetzt sind.
Die Kanzlei signalisiert mit der Eröffnung eines vierten Standorts Investitionsbereitschaft. Diese legte sie auch bei einer Erhöhung der Einstiegsgehälter an den Tag. Zugleich zeigt sich aber auch, dass SZA ihrer Linie treu bleibt, nämlich auf Köpfe, Kontakte u. juristische Klasse zu setzen und weniger darauf, interne Strukturen zu optimieren. Auch deshalb stellt der Weggang eines gut vernetzten Partners die Kanzlei durchaus vor eine Herausforderung. Prof. Dr. Stephan Harbarth wurde an das Bundesverfassungsgericht berufen. Seine vielfältigen Mandatsbeziehungen, u.a. zu CropEnergies u. Südzucker, pflegt jetzt die Nachfolgegeneration, die eng mit ihm gearbeitet hatte – und übernimmt damit ohne viel zeitl. Vorlauf eine große Verantwortung.
Siehe auch: Baden-Württemberg; Frankfurt; Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 80
Internat. Einbindung: Unabhängige dt. Kanzlei mit guten Kontakten zu führenden ausl. Kanzleien, v.a. in Europa u. in den USA. Eigenes Büro in Brüssel.
Entwicklung: Da die SZA-Partner traditionell sowohl beratend als auch in Prozessen tätig sind, können sie den Managern der Großkonzerne und den Familienunternehmern in jeder Situation beistehen. Ein Mandant bezeichnete die Generalisten daher auch als „perfekte Allzweckwaffen“. Dieser Ansatz, der stärker auf jurist. Exzellenz als auf Arbeitsteilung setzt, kommt bei der hochkarätigen Mandantschaft an. Bei jüngeren Anwälten stößt er allerdings nicht mehr auf ungeteilte Begeisterung. Dass die Kanzlei wissenschaftl. Arbeit fördert u. ambitionierten Junganwälten den nötigen Freiraum für die eigene Geschäftsentwicklung bietet, ist zwar durchaus ein Pfund, mit dem sie wuchern kann. Doch genügen wird es ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie nun 30 anstatt 25 Tage Urlaub anbietet, um die Jungjuristen anzuziehen und zu halten, die sie braucht, um ihr Geschäft weiter erfolgreich zu betreiben. Auf längere Sicht wäre es bspw. womöglich eine Option, eine stärkere Fokussierung – entweder auf die beratende oder die prozessuale Arbeit – zuzulassen. Entscheidungen, die es jungen Anwälten erlauben, ihren Affinitäten zu folgen, sind bei anderen großen Kanzleien vielfach möglich – u. dass diese den breit ausgebildeten Nachwuchs aus der SZA-Schmiede gerne aufnehmen, ist bekannt. Gerade weil SZA sich aktuell mit dem Ausbau ihrer Standorte auf den Weg zu mehr Wachstum begeben hat, wird es wichtiger, auf veränderte Bedürfnisse einzugehen – und auch eine maßvolle Veränderung der Kanzleikultur nicht auszuschließen.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
SZA Schilling, Zutt & Anschütz Rechtsanwaltsgesellschaft mbH68165 Mannheim
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Anwaltsporträts in dieser Kanzleibesprechung:
Dr. Max HirschbergerSZA Schilling, Zutt & Anschütz
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Dr. Peter BauschatzSZA Schilling, Zutt & Anschütz
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Dr. Stefan ZeyherSZA Schilling, Zutt & Anschütz
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